Riesenmaschine

30.07.2005 | 13:54 | Anderswo | Nachtleuchtendes | Sachen kaufen

2003 UB313, der zehnte Planet


(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
Wie erst gestern bekannt wurde, ist bereits Anfang des Jahres irgendwo hinter Pluto im Kuiper-Gürtel mal wieder ein neuer Himmelskörper aufgetaucht. Im Gegensatz zu den zuletzt dort gesichteten und nach Automarken benannten Quaoar und Sedna, die dann doch mehr der Asteroidengattung zugeschlagen werden mußten, hat das neue Objekt gute Chancen, als richtiger Planet anerkannt zu werden und die astrologischen Vorhersagen der vergangenen fünfhundert Jahre ungültig machen. Es ist etwa anderthalb Mal größer als Pluto, befindet sich in 14,5 Milliarden Kilometern Entfernung von der Erde und bewegt sich quälend langsam. Sein vorläufiger Name ist 2003 UB313, und aus technischen Gründen hat sich Michael Griffin von der notorisch finanzschwachen NASA diesmal entschieden, die Namensrechte gegen Ende des Jahres auf ebay versteigern zu lassen. Wenn Sie also nicht wollen, daß an Ihrem Abendhimmel bzw. im vierten Haus Ihres zweiten Aszendenten demnächst so etwas wie Muammar al-Qaddafi, Pepsi light, Thyssen-Bornemisza oder Lotto King Karl aufkreuzt, können Sie schon mal anfangen, Geld zu sparen. Sie werden dafür im Gegenzug vermutlich auf ein bis zwei Heliporte verzichten müssen.


29.07.2005 | 17:41 | Nachtleuchtendes | Vermutungen über die Welt

Sit don't walk


(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
Man muss nicht gleich Matrix-Paranoiker sein, um zu bemerken, dass Geräte allmählich die Herrschaft über die Menschen gewinnen. Das fängt mit einer Ampel an, die uns sagt, wann wir gehen dürfen und wann nicht. Es geht weiter mit blinkenden Devices, die uns mit bizarr hässlichen Pieptönen darauf konditioniert haben, hektisch die Taschen zu durchsuchen. Und es endet wieder mit einer Ampel, die uns vorschreibt, wann wir gehen müssen – und wann sitzen. Getarnt ist diese vorläufige Speerspitze der Maschinenherrschaft als simpler Designerstuhl "Don't walk chair" der New Yorker Gruppe Urban Charm. Mit der von klein auf auf der Straße erlernten Aufforderung "Don't walk" in aggressiven Leuchtbuchstaben soll der Passant qua maschineller Willkür zum Sitzenden entmündigt werden. Das ist Gerätefaschismus, Sitzdiktatur! Zum großen Glück für die Menschheit zeigt hier die Phrase "call for pricing" auf der Website an, dass vor dem Durchbruch der Maschinenherrschaft ("alle Menschen sitzen still, wenn der Ampelstuhl es will") offenbar noch massive logistische Probleme zu bewältigen sind.


29.07.2005 | 16:43 | Anderswo | Nachtleuchtendes | Was fehlt

Von der Orblosigkeit des Menschen


(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
Warum, ach, Welt, ist es immer noch nicht möglich, in Deutschland das herrlichste aller herrlichen Geräte, den Ambient Orb zu betreiben? Und das, wo der Dollar gerade so günstig stünde! Immerhin gibt es das Gerät schon seit 2001, was die Behauptung des Herstellers, man wolle demnächst auch in Übersee aktiv werden, allmählich schamlos gelogen nicht mehr so richtig glaubhaft erscheinen lässt.

Mit einem solchen Ambient Orb könnte man sich auf wichtige Informationen wie "hurra, neue Beiträge in der Riesenmaschine", "hurra, neuer Spam" oder "hoppla, die Schweinebauchkurse sinken ins Bodenlose" durch dezentes Glimmen in einer von Fantastilliarden Farben aufmerksam machen lassen. Wenn man, ach, in den USA wohnte, wo der Ambient Orb kabellos an einem speziellen Ambient-Orb-Funknetz hängt. Zwar gibt es gegen Aufpreis ein Hardware Development Kit zu kaufen, mit dem das Ganze eventuell auch in Deutschland ... aber das sind doch unzumutbare Zumutungen.

Überall in der Dritten Welt werden teure amerikanische Medikamente gefälscht, amerikanische Filme raubkopiert, warum kann da nicht endlich jemand eine europataugliche Ambient-Orb-Fälschung auf den Markt werfen, wenn der Hersteller selbst schon nicht dazu in der Lage ist? Oder gar dasselbe in noch großartiger, also z.B. mit Bluetooth drin? Hm, Hersteller? Jemand zu Hause?


29.07.2005 | 14:34 | Nachtleuchtendes | Sachen kaufen

Sternenhimmel uh oh


(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
Der Weltraum – unendliche Weiten, bzw. manchmal auch nur in 3,10 Meter Entfernung. Das kugelförmige Gerät mit dem mitteleinfallsreichen Namen "Homestar" von Sega Toys bringt nicht nur schnöde die Welt ins Wohnzimmer, sondern projiziert das Universum an die Decke. Nicht das ganze Universum, aber immerhin 10.000 Sterne in der korrekten Verortung. Weitere Sternkarten können nachgeladen werden. Für knapp 20.000 Yen, also ca. 150 Euro, kommt das Gerät im August in Japan auf den Markt. Noch sympathischer wird einem das Gerät übrigens dadurch, dass es jeden R2D2-Lookalike-Contest gewinnen dürfte.


14.07.2005 | 18:17 | Nachtleuchtendes | Sachen kaufen

Lightning Seeds


(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
Eine Firma, die sich Spacelightning nennt, kann nicht grundschlecht sein. Diese hier versucht sogar, durch innovative Lampen das Leben erträglicher zu machen. Etwa durch diese schlicht "vase" genannte Vase. Die auch eine Lampe ist, bzw. eben eine Lampenvase, Vasenlampe, wie auch immer. Funktion und Idee der Vasenlampe leuchten sofort ein, man ertappt sich beim Wunsch, zu Hause mit einer Vielzahl dieser schlichten Leuchtmittel gleichzeitig das Pflanzen- und das Lampenproblem lösen zu wollen.

Erst viel später, die den Blick trübende Faszination der beliebten Funktionsdopplung hat inzwischen nachgelassen, bemerkt man, dass die Designer vergessen haben, einen Sinn einzubauen. Warum soll eine Vase leuchten? Warum sollen in einer Lampe Blumen wachsen? An dieser Stelle hilft uns die Universalrechtfertigung aller Innovatoren weltweit: "Weil es geht".


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