Riesenmaschine

29.07.2005 | 17:41 | Nachtleuchtendes | Vermutungen über die Welt

Sit don't walk


(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
Man muss nicht gleich Matrix-Paranoiker sein, um zu bemerken, dass Geräte allmählich die Herrschaft über die Menschen gewinnen. Das fängt mit einer Ampel an, die uns sagt, wann wir gehen dürfen und wann nicht. Es geht weiter mit blinkenden Devices, die uns mit bizarr hässlichen Pieptönen darauf konditioniert haben, hektisch die Taschen zu durchsuchen. Und es endet wieder mit einer Ampel, die uns vorschreibt, wann wir gehen müssen – und wann sitzen. Getarnt ist diese vorläufige Speerspitze der Maschinenherrschaft als simpler Designerstuhl "Don't walk chair" der New Yorker Gruppe Urban Charm. Mit der von klein auf auf der Straße erlernten Aufforderung "Don't walk" in aggressiven Leuchtbuchstaben soll der Passant qua maschineller Willkür zum Sitzenden entmündigt werden. Das ist Gerätefaschismus, Sitzdiktatur! Zum großen Glück für die Menschheit zeigt hier die Phrase "call for pricing" auf der Website an, dass vor dem Durchbruch der Maschinenherrschaft ("alle Menschen sitzen still, wenn der Ampelstuhl es will") offenbar noch massive logistische Probleme zu bewältigen sind.


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- Stechapfeltee

- gewollte Wohnorte

- Milz der Finsternis

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"Snowpiercer", Joon-ho Bong (2013)

Plus: 11, 79, 80, 89, 142, 147, 153
Minus: 93, 96, 97, 99, 102, 115, 182, 206
Gesamt: -1 Punkte


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