Riesenmaschine

24.07.2005 | 13:25 | Anderswo | Zeichen und Wunder

Kunden im Taumel des Glücks

Als an der Berliner Holzmarktstraße eine Tankstelle von, sagen wir, Jet in DEA umbenannt wurde, kündigten die Betreiber dies durch ein Plakat an, auf dem zwei junge Menschen sich vor Glück über diese Umbenennung schier nicht zu fassen wussten, in die Luft sprangen, schrien und einander umarmten. Leider ist dieses Plakat nicht dokumentiert worden; ersatzhalber lassen wir daher hier eine Kundin der Kärntner Sparkasse zu Wort kommen: "Hach! Wenn ich wieder aus der Bank komme, wird zum ersten Mal in meinem Leben mein Fahrrad nicht geklaut sein! Danke, Kärntner Sparkasse!"


(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)


23.07.2005 | 12:44 | Zeichen und Wunder | Vermutungen über die Welt

Liebe lieber ungewöhnlich


(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)

(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)
Textliche Liebe in der Werbung hat einige Aufmerksamkeit erregt, besonders, als McDonalds und Pro7 mit den Claims "Ich liebe es" und "We love to entertain you" an die Öffentlichkeit gegangen sind. Das ist bekannt und oft erwähnt worden. Bisher verhältnismässig unbekannt ist dagegen, dass die "Einkaufsgenossenschaft der Kolonialwarenhändler im Halleschen Torbezirk zu Berlin", also Edeka, Lebensmittel liebt, wie auf dem LKW zu lesen ist. Das ist gut und schön, aber noch nicht der Weisheit letzter Schuss. Nein, einmal mehr kommt die Revolution in der Werbung nicht nur von unten, sondern auch aus Amerika. In diesem Fall von einer namenlosen, websitelosen Reinigung in New York City. "We love our customers" auf dem Drahtbügel – das ist ganz bis zu Ende gedacht, das ist das Non Plus Ultra, die Claimwissenschaft ist nun offiziell am Ende angelangt, Werbetexter werden abdanken müssen, Kampagnen werden aus Scham von den Agenturen zurückgezogen werden, eine ganze Branche geht geschlossen in ihr Sabbat-Jahrzehnt, es ist aus, weil der Gipfel, DER Gipfel erklommen ist. "We love our customers". Amen.


23.07.2005 | 02:56 | Anderswo | Alles wird besser | Zeichen und Wunder

Der erste Chinese im All?


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Bildungsfernsehen in Amerika, das klingt erstmal nach einem schlechten Scherz, jedenfalls bis man zum ersten Mal Mythbuster gesehen hat. Ziel dieser Show ist es, alle wirklich wichtigen Fragen der Welt zu beantworten, und zwar nicht etwa mit theoretischem Gerede oder langwieriger Recherche, sondern mit rücksichtsloser Empirie, also indem man es einfach mal ausprobiert: Wieviel Tischtennisbälle muss man wohl in ein gesunkenes Schiff pumpen, damit es wieder aufsteigt? (27000) Stirbt man wirklich, wenn in einem fliegenden Jet ein Schuss abgefeuert wird? (nein) Ist es gefährlich, bei Gewitter zu telefonieren oder gar zu duschen? (ja) Alle Experimente werden natürlich in Originalgröße aufgebaut und mit großer Ernsthaftigkeit betrieben, mit richtigen Flugzeugen, Schiffen, Blitzen, echten Raketen und Astronauten (siehe Bild), ganz abgesehen von Drogen, Zahnbürsten und natürlich Stinktieren. Die Hauptakteure von "Mythbuster" sind Adam Savage, der als Beruf "Sachen bauen" angibt, und Jamie Hyneman, Experte für Survival, Maschinen und gefährliche Tiere, beide nebenbei bemerkt für die Spezialeffekte von "Starwars" und "Matrix" verantwortlich. Mit unbegrenztem Budget große Sachen bauen und dann wieder kaputtmachen – es wäre wohl der schönste Beruf der Welt, wenn man nicht für die Riesenmaschine arbeiten würde.


22.07.2005 | 14:38 | Alles wird schlechter | Zeichen und Wunder

Ende der Drip-Ära


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Ein von HipHop-Magazin- und Flyergrafikern in den letzten Jahren gern benutztes Stilmittel: an eine Schrift zweidrei nach unten weisende Stäbchen basteln mit abgerundeten Enden, fertig ist der triefende Graffitilook, so einfach und doch so effektvoll...
Jetzt allerdings ist Schluss mit den lustigen Läufern: spätestens seitdem Saturn seine "Fetten Angebote" der Juli-Aktion ("Geile Zeit mit geilen Preisen!") relativ sinnlos mit Drips ausgestattet und mit 40 Milliarden Prospekten durch die ganze Galaxis gerealspammt hat, sind die in einschlägigen Foren bereits als "trendy" gedissten Dinger OUT OUT OUT!!!

Achtung: nur noch im absoluten Notfall einsetzen oder als ironisches Zitat!


21.07.2005 | 15:24 | Berlin | Zeichen und Wunder

Snowdens neues Universum

Nicht die wenigsten halten Paul Snowden für komplett verrückt. Die allermeisten halten ihn jedoch für den besten Art Director im Printbereich, den Berlin derzeit aufzubieten hat. Seine kollidierenden Schriftblöcke können es durchaus mit denen von David Carson aufnehmen. Jetzt hat offensichtlich auch die Kunstwelt Notiz von Paul Snowden genommen. Am 29. Juli wird in der Villa Grisebach (Fasanenstr. 25, 18h) seine Ausstellung mit dem schönen Titel "Black steel in the hour of chaos" eröffnet.


(Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)


Sensibilisiert für das Thema Schrift fiel uns bei ebay diese schöne Ausgabe unseres analogen Vorbildes "Das neue Universum" auf, das tatsächlich schon Ende des vorletzten Jahrhunderts "Die interessantesten Entdeckungen und Erfindungen auf allen Gebieten" versammelte.


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Ob wohl die schlanke Helvetica-Abart irgendeine Schriftart aus unserem Logo – sie stammt übrigens aus einem "Das neue Universum"-Band der späten 50er – dermaleinst für kommende Generationen ähnlich anachronistisch erscheinen und in Widerspruch zum futuristischen Inhalt geraten wird, wie uns heute die schnörkelige Fraktur auf dem Cover von 1890 vorkommt? Wie auch immer. 118 Euro sind dann aber doch ein wenig happig.


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"Four Lions", Chris Morris (2010)

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