Riesenmaschine

28.09.2005 | 17:43 | Berlin | Alles wird schlechter | Vermutungen über die Welt

Sch(m)erzhaft


(Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)
Bei Lesern, die unvorbereitet die Riesenmaschine aufgeschlagen haben und aus dem Nichts mit der sehr ekeligen Überschrift konfrontiert wurden, möchten wir uns entschuldigen. Das Klammerwortspiel aber ist Symbol für den Trend in Werbung und Medien, auch noch das schlechteste Wortspiel mitzunehmen. Selbst, wenn es überhaupt nicht passt. Es ist sowieso schon fragwürdig, ob eine stark fischorientierte Fast Food-Kette eine Kooperation mit einem Waffeleis unter dem Namensdach "2 Höhepunkte" eingehen sollte. Dann aber auch noch "fisch verliebt" dazuzuschreiben, ist nicht nur eine verbale Zumutung, sondern erklärt auch die schlechte Qualität des Fotos (Augenkrämpfe).


(Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)

(Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)
Das Deutschlandradio lässt von einem höheren Niveau aus ähnlichen Scheiss fallen: "Über Beuys. Über Girls. Überall." Man hört förmlich durch, wie in der Präsentation der Werbeagentur die Rede war von der "entertainy-intellektuellen Wirkung der Homophonie Beuys-Boys" und vom "Dreisprung, der das 'Über' fast antifreudianisch zur Vorsilbe degradiert". Dazu die "Brand Values Kultur (Beuys), Menschliches (Girls), empfangbar in ganz Deutschland (Überall)". Toll.

Der eigentliche Auslöser der sch(m)erzhaften Überschrift aber liegt in einer Gaststätte im Berliner Zoo und ist eine Serviette. Darauf steht "GastZoonomie", eine Wortspielstilblüte in voller Pracht, die wie der Ton einer 20 cm entfernten Schiffshupe auch dann noch wehtut, wenn die Ursache entfernt wurde. Schlimmer als alle schlechten Wortspiele selbst ist aber, dass ihre Verwendung notorischen Kulturpessimisten Material in Hülle und Fülle gibt, auf dass sie ihre weinerlichen Feuilletons zum Meckermekka (argh!) ausbauen können.


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"Mother of Tears", Dario Argento (2007)

Plus: 8, 15, 35, 82, 89, 112
Minus: 99, 140, 144
Gesamt: 3 Punkte


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