Riesenmaschine

30.09.2005 | 13:34 | Zeichen und Wunder | Vermutungen über die Welt

Future me

In einem Teil von "Back to the Future" spricht der junge Biff Tanner mit dem alten Biff Tanner. Es geht dabei nur ums Autoanlassen und um Sportwetten – jedem ist klar, was an dieser Stelle versäumt worden ist! Man hätte Jugendsünden in der Wurzel bekämpfen (oder fördern) können, man hätte den Generationenkonflikt mit sich selbst austragen können! Während im Film die Chance weitgehend vertan worden ist, kann man zumindest einen Teil dieses Dialogs mit sich selbst wirklich erleben. Lifehacker informiert uns über die (schon drei Jahre währende) Existenz von FutureMe. Auf dieser Mailplattform kann man eine Mail an sich selbst in der Zukunft schreiben, die zu einem frei einstellbaren Datum tatsächlich versandt wird. Der kurzfristige Nutzen dürfte eher im Erinnerungsbereich liegen ("Heute Zahnarzt, Du Schisser!"), der langfristige Nutzen hingegen ist noch gar nicht unbedingt klar. Denn wer weiss schon, was er seinem Alten Ego in sagen wir 20 Jahren mitteilen will? Und welche Mailadresse er dann hat? Alles in allem also eine hübsche Idee, die etwas unausgegoren daherkommt. Vielleicht verbirgt sich dahinter aber auch eine Guerilla-Werbemassnahme der Klonsekte der Raelianer: Die Zukunft endet bei FutureMe nämlich 2035 – exakt zur von Rael vorhergesagten Ankunft der ausserirdischen Elohim, die über den Umweg der Apokalypse eine ganz neue Zukunft erschaffen werden. Zufall?


Kommentar #1 von Christoph:

Bemerkenswert aber, wie wenig zukunftsorientiert die veröffentlichten Mails sind. Die meisten werden innerhalb der nächsten 2-3 Jahre verschickt, kaum einer schreibt an sich selbst in 20 Jahren oder so. Da scheint mir ein Generationskonflikt mit sich selber vorzuherrschen! Ich habe mir gerade eine Mail geschickt, die mich im Jahr 2035 erreichen wird. Dann bin ich 67, muss also nur noch 13 Jahre arbeiten, bevor ich in Rente gehe.

30.09.2005 | 14:04

Kommentar #2 von kosmar:

wer glaubt schon daran, dass in 20 Jahren noch ein mailaccount gültig ist, geschweige denn ein mailserver existiert oder auch nur das internet.
viel interessanter wäre eine nachricht aus der zukunft, das ist ja klar.
obwohl nach ausgiebigem bbc-exclusiv/spiegel-tv-konsum heutzutage jeder hobby-hawking mitbekommen haben dürfte, dass man die zukunft nach so einem hinweis aus derselben gar nicht mehr verändern kann, sonst hätte man die nachricht ja so nicht bekommen.
oh mist, zahnarzt, ja, versprochen.

30.09.2005 | 14:13

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