Riesenmaschine

18.10.2005 | 16:27 | Anderswo | Vermutungen über die Welt

Neue koreanische Dienstleistungen: Verbeuger

Die Arbeitslosigkeit in Südkorea ist weltweit eine der niedrigsten. Sie beträgt irgendwas zwischen
3,4% und 3,6%
. Wie die Südkoreaner die Arbeitslosenzahl in den Griff bekommen, konnte die Riesenmaschine in Seoul und anderen grossen Städten beobachten. Hier arbeiten junge Menschen als professionelle Verbeuger. Von grossen Unternehmen mitten auf der Strasse plaziert, haben diese Dienstleister vor den passierenden Luxuskarossen das zu machen, was man in Deutschland früher einen Diener nannte, wobei gilt: Je grösser der Wagen, desto tiefer. Anschliessend wird mit Händen oder Stäben herumgefuchtelt, meist um die PKW in Tiefgaragen zu locken, die zu grossen Shopping-Malls gehören. Verbeuger tragen bei der Arbeit immer eine Montur, die entfernt an das Outfit amerikanischer Gangster aus den dreissiger Jahren (Borsalino & Co.) erinnert, wahlweise aber auch an das von historischen chinesischen Verbrechern (Busan). Deutlich vorteilhafter kommen weibliche Verbeuger daher, die High Heels und kurze, enge Röcke tragen, dafür aber leider mit den Händen affige Sprechbewegungen machen. Solcherlei Benehmen, das man im Rest der Welt nur von Party-Schattenspielen kennt ("Ich mache jetzt mal ein Krokodil"), gilt in Südkorea als besonders höflich.

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Asien Spezial: Korea & Vietnam

Christian Y. Schmidt | Dauerhafter Link


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