Riesenmaschine

30.10.2005 | 03:50 | Supertiere | Alles wird besser

Die Zukunft des Testbildes


(Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)
Ständig wird man heute darauf hingewiesen, sich doch mal in den "anderen" hineinzuversetzen, etwas mit den Augen des "anderen" zu sehen, wobei dieser anonyme "andere" alles sein kann, schwul, obdachlos, Kinderschänder, Reh, Fussballprofi, Hannelore Kohl, Zeuge Jehovas oder sogar blind. Das Argument kommt vornehmlich von Toleranzfaschisten und ist zum Glück extrem leicht angreifbar. Aus Amerika jetzt immerhin ein ernsthaftes, wenn auch indirektes Angebot: Man versieht den "anderen" mit öffentlich zugänglichen Zusatzaugen, die es jedem erlauben, zumindest genau dasselbe zu sehen wie der "andere", wenn auch nicht mit dessen Augen. Das Team um Joshua Millspaugh rüstete Angehörige der benachteiligten Minderheit "Reh" mit einer Art Kamerahelm aus, und liess sie so wochenlang durch die Wälder Missouris eilen. Wenn die Rehvideos, wie versprochen, im Netz erhältlich sind, werden wir endlich verstehen, was diese fremden Wesen antreibt, was sie interessiert, wo sie hinsehen und wo sie wegsehen – und wie wir ihnen helfen können, zum Beispiel im jahrzehntelangen blutigen Konflikt mit dieser anderen Minderheit "Auto". Eine wirklich nachahmenswürdige Idee, wie wir finden: Millspaugh liefert nicht nur endlich die empirische Grundlage für rassen- ja artübergreifendes Verständnis und Toleranz, nein, er hat auch die Zukunft des Testbildes erfunden. Stundenlange Übertragungen aus trostloser Wildnis vom Äsen, Schlafen, Wegrennen, possierlich Aussehen, Brunftschreie ausstossen, und wieder von vorne – alles vom Kopf eines Rehes aus gefilmt. Nichts würden wir schlafgestörte Duracellhäschen uns nachts lieber ansehen.


Kommentar #1 von Robert Märtin:

Gab's auch schon mal in seriös An dieser Stelle habe ich einen überflüssigen Smiley hingemacht, wofür ich mich dereinst schämen werde.
Bei Wolfgang Einhäuser (ETH Zürich)
http://www.ini.unizh.ch/~weinhaeu/projects.html
Das Paper zum Tier gibts hier:
(Neurobiopsychologie Osnabrück)
http://www.cogsci.uni-osnabrueck.de/~NBP/PDFs_Publications/Betsch.BC.04.pdf
Schönen Abend
-robert

31.10.2005 | 21:45

Kommentar #2 von Robert Märtin:

Das Link zum Paper war wohl zu lang:
http://www.cogsci.uni-osnabrueck.de/~NBP/
-> publications
-> 72.
The world from a cat's perspective – statistics of natural videos

31.10.2005 | 21:47

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