Riesenmaschine

08.02.2006 | 18:54 | Alles wird schlechter

Sag mir, wo die Würmer sind


Saisonales Symbolfoto (Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)
Es gibt Vögel, die mag man und es gibt Vögel, die mag man mehr, und dann gibt es noch Tauben, aber die nicht zu mögen, ist mittlerweile folkloristischer Konsens von Leuten, die es lustig finden, Marcel Reich-Ranicki nachzumachen und ein Titanic-Abo zu haben. Spatzen findet man ganz gut, weil man sie als allererste Kulturfolger ja immer schon kennt. Sie gehören einfach zu uns wie die Stubenfliegen und die Milbendivisionen im Kopfkissen. Und auch wenn die Bibel die Spatzen miesmacht, indem sie behauptet, sie würden ohne väterliche Hilfe auf die Erde fallen, so kann man sie doch nicht NICHT mögen, weil der Unterschied zu ihnen ein einfach zu geringer ist: Sie und ihre Nester sind relativ ungepflegt, sie lärmen gern, wälzen sich im Staub, schlafen lang und essen genau das, was wir auch essen, also in erster Linie Körner und Abfälle. Selten dreht mal ein Mensch durch und exekutiert einen von ihnen, aber das steht nicht im Entferntesten in Relation zu seinem Hinrichtungsverhalten unter seinesgleichen. Nun haben die Spatzen aber ein echtes Problem, weil sie, auch hier wieder die Parallele zum Menschen, sich und ihre Nachkommen zu einseitig ernähren. Sie finden immer weniger tierisches Protein, oder sind sie einfach nur zu faul, um Insekten und Würmer zu suchen? Und dass Würmer aus dem Internet nicht unbedingt schädlich sein müssen, ist in ihre struppigen Behausungen bis jetzt wohl noch nicht vorgedrungen.

Tex Rubinowitz | Dauerhafter Link


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