Riesenmaschine

10.02.2006 | 10:40 | Alles wird besser

Druckerwesen


Hier entsteht neues Leben.
Die Herstellung von Tieren oder Menschen erfordert bis heute Verfahren, die langwierig, technisch kompliziert und oft auch ein wenig eklig sind. Schlimmer noch: Auch wenn man nur ein bestimmtes Teil braucht, muss man trotzdem erst das komplette Ding produzieren, und hinterher das Teil herausschneiden. Das muss aufhören, und es wird aufhören, denn in Zukunft kann man das alles einfach ausdrucken. Mit offenem Mund liest man (unter anderem) im Magazin New Scientist von richtig ernsthaften Menschen, die Tintenstrahldrucker ein wenig umbauen, mit Zellmaterial statt Tinte ausrüsten und dann einfach losdrucken. Und genauso wie aus Pixel und Buchstaben wie von Zauberhand im Drucker ganze Bücher entstehen, wachsen so dreidimensionale organische Strukturen, also sicherlich bald auch Goldhamster, Ersatznieren, Schinken und vielleicht auch japanische Thronfolger.

Spannend wird es sein zu beobachten, wer als erstes auf die Idee kommt, Literaturklassiker als Fleisch auszudrucken, obwohl es relativ wahrscheinlich ist, dass es einer von uns ist. Das Nibelungenlied materialisiert als Schweinelende, das möchte man schon sehr gerne sehen. Was wohl Hewlett-Packard als Druckertestseite verwenden wird? Ein Dromedar? Kann man das Wunschkind mit der Textverarbeitung zusammenstellen? Endlose Möglichkeiten, leider muss ich hier aufhören, das Abendessen kommt gerade aus dem Drucker.


*  IN DER RIESENMASCHINE


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*  SO GEHT'S:

- im Lampenladen nach Kandelabern statt Armleuchtern verlangen (Neue Höflichkeit)

- Haarfrisur

- Kernseife

- Nebensächliches behirnen

*  SO NICHT:

- Fressen und doch nicht zunehmen

- Unerträglicher Schleimkopf

- auf dem Schlauch stehen (am ersten Tag als Feuerwehrmann-Azubi)

- Botoxikomanie (voll steif, Günther)


*  AUTOMATISCHE KULTURKRITIK

"The Rebel", Charlie Nguyen (2007)

Plus: 80
Minus: 99, 141
Gesamt: -1 Punkt


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