28.03.2006 | 06:29 | Berlin | Anderswo | Vermutungen über die Welt
 (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.) Es ist also gar nicht so, dass sich englischsprachige Rucksacktouristen aufführen wie die Katze beim Tierarzt, weil sie das gern so wollen und sich auch zu Hause nicht anders verhalten. Es sind, wie dieser Flyer "Backpacker's Phrasebook" von hostelbookers.com belegt, vielmehr wieder von Monty Pythons "Ungarischem Wörterbuch" inspirierte Autoren am Werk. Hier zeigt sich, dass die Sapir-Whorf-Hypothese der Linguisten eben auch und besonders in der Tourismusbranche gilt: Der Tourist ist ein ferngesteuerter Roboter der Fremdenverkehrsindustrie, dessen Verhalten durch die Sprachfragmente bestimmt wird, die ihm zur Verfügung stehen. "Die Grenzen meiner Sprache bedeuten die Grenzen meiner Welt", heisst das bei Wittgenstein. Wohl dem Touristen, der da rechtzeitig Toki Pona sprechen gelernt hat, eine künstliche Sprache, die die Weltanschauung ihres Benutzers im Sinne des Taoismus formt. Leider wird sie von deutschen Taxifahrern nur in Ausnahmefällen verstanden.
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IN DER RIESENMASCHINE
ORIENTIERUNG
SO GEHT'S:
- Polizeicola (Hälfte Jack D.)
- Röstlaube
- konkludentes Handeln
- "Ich war beim Arzt, ich hab einen Vogel"
SO NICHT:
- Bier-Druckbetankung nach dem Zähneputzen
- Blattläuse im Gesicht (auch tote)
- Schokofondue mit Käsepockets
- den Gelben Karton kassieren
AUTOMATISCHE KULTURKRITIK
"True Grit", Ethan & Joel Coen (2010)
Plus: 12, 14, 21, 31, 45, 74, 80, 119, 123, 137 Minus: 1, 134, 138, 140 Gesamt: 6 Punkte
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