Riesenmaschine

04.04.2006 | 11:01 | Alles wird besser | Fakten und Figuren

Irgendeine vergängliche Überschrift


Tod, das ist unser Stachel (Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)
Früher wurde viel Unfug darüber geschrieben, wie der Tod und sein Bruder im Geiste, das Siechtum, aufzuhalten seien. Nun ist die Zeit gekommen, diese Aufgabe den Wunderheilern und Scharlatanen zu entreissen, und sie ernsthaften Menschen zu übergeben. Mit ganzen Armeen von alternden und kranken Mäusen, einem gewaltigen Mausseniorenheim umfangreichsten Ausmasses, werden sie, so sagen sie jedenfalls, schon bald herausfinden, wie man mit Sir2 den Tod besiegt. Sir2 ist ein Gen, das, wenn es in Aktion tritt, die Lebensdauer von Würmern verdoppelt. Krankheit und Altwerden ist nämlich gar nicht Teil unseres Lebens, sondern genauso vermeidbar wie betrunken die Treppe runterfallen oder sich am Hühnerknochen verschlucken. Leider schläft Sir2, das uns am Altern hindern könnte, die meiste Zeit, und überlässt uns unseren Leiden. In Aktion tritt Sir2 nur, wenn eigentlich sowieso schon alles vorbei ist, in grosser Not, zum Beispiel kurz bevor Scott das Tagebuch aus der Hand fällt. Aber warum soll man nur überleben, wenn man schon fast tot ist? Das ist schlecht ausgedacht und bedarf einer Überarbeitung. Klar ist, dass man Sir2 durch Weglassen von Nahrung ins Spiel bringen kann. Das klingt jetzt paradox, aber man lebt eindeutig länger und besser, naja, gesünder, wenn man wenig isst, wobei "man" hier im üblichen Sinne von Nagetiere, vielleicht auch Affen zu lesen ist. Ob das auch bei Menschen geht, kann jeder alleine zu Hause ausprobieren. Wenn es aber erstmal gelingt, Sir2 zur Arbeit zu prügeln, ohne dass man dafür vorher quer durch die Antarktis laufen muss, dann. Ja, dann probiere ich dieses Essen auch mal.

Aleks Scholz | Dauerhafter Link


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"Welcome to the Jungle", Jonathan Hensleigh (2006)

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