Riesenmaschine

05.05.2006 | 19:12 | Anderswo | Fakten und Figuren | Vermutungen über die Welt

Budget-Ampel mit Brezelschrift


Grüner wird's nicht
Während die Stadtlicht GmbH in Berlin
Schnickschnack-Ampeln
mit Navigationssystem aufstellt, die dann wieder von irgendwelchen Streetart-Heinis mit Smileys bemalt werden, beschreitet das Ampelamt von Myanmar (das ein gewisser
Bono
nur Burma nennt) andere Wege der Verkehrsregulierung: Es platziert an die Strassenkreuzungen des Landes Ampeln, die aus bemalten Blech gefertigt sind. Diese Ampeln haben den Vorteil, dass sie gänzlich ohne Strom auskommen, denn der ist in Myanmar äusserst rar. In weiten Teilen des Landes kommt oft tagelang kein einziges Elektron (von Protonen ganz zu schweigen) aus der Steckdose, und selbst Stadtteile in Grossstädten wie Mandalay werden nur abwechselnd und dann auch nur stundenweise mit Elektrizität versorgt. Zudem fördern die Budgetampeln das eigenständige Denken, denn jeder Verkehrsteilnehmer muss selbst entscheiden, was gerade Phase ist. Da wir während des Birmanischunterrichts (Myanmar wird in Deutschland auch bisweilen Birma genannt) hauptsächlich den doofen Bono geärgert haben, können wir hier leider nicht sagen, was auf dieser Ampel, die die Riesenmaschine in der Kleinstadt Nyaungshwe fotografierte, geschrieben steht. Wir wissen aber, das man die Schrift der Myanmarer auch eine Blasen- oder Brezelschrift nennt und was die Myanmarer sagen, wenn Ihnen eine Handschrift besonders gut gefällt, nämlich: "Du schreibst wirklich wunderbar rund."

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Navigare necesse est?

Christian Y. Schmidt | Dauerhafter Link | Kommentare (2)


Kommentar #1 von Selbstbedienung:

Man sagt, wenn ich mich recht entsinne, übrigens "Necesse est navigare", nicht "Navigare necesse est". Infinitiv als Nomen im Lateinischen nachschlagen, bitte.

10.05.2006 | 21:24

Kommentar #2 von MA:

Auch wenn dieser Kommentar wohl nie gelesen werden wird...aber wo ich gerade in Burma bin, habe ich gleich mal einen Einheimischen nach der Uebersetzung gefragt, die da lautet (man glaubt es kaum): "stop", "look", "go" (von oben nach unten), was die Benutzung dieser Oeko-Ampel nicht ausserordentlich vereinfacht.

24.07.2007 | 09:32

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