Riesenmaschine

23.05.2006 | 18:42 | Anderswo | Sachen kaufen | Papierrascheln

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(Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)
"Ein Freund erzählte mir kürzlich, er habe anhand eines Londoner Stadtplans, dessen Anweisungen er blindlings gefolgt sei, den Harz in Deutschland durchquert", so der Situationist Guy Debord 1955 in "Einführung in eine Kritik der städtischen Geographie". Der Lonely Planet Guide to Experimental Travel versammelt 40 Vorschläge für experimentelle Reisen im Geiste des Situationismus und geht im Vorwort ausführlicher auf die schöne Wissenschaft der Psychogeographie ein. Unter den Reisevorschlägen, die man in Kurzform auch hier einsehen kann, sind ausgezeichnete Pläne wie die "Expedition zum K2" (in jeder Stadt wird das Planquadrat K2 erforscht) oder "Backpacking at Home" (vom Flughafen der eigenen Stadt in ein beliebiges Hostel, dort Abhängen mit australischen Rucksacktouristen, zurück zum Flughafen und nach Hause). Hässliche Gegenden verlieren ihren Schrecken, denn "when it comes to Experimental Travel, one place is as worthy as any other". Was wahrscheinlich beweist, dass es keine öden Orte, sondern nur öde Touristen gibt.


Kommentar #1 von Ilja:

Da mag aber die Umkehrdokumentation nicht fehlen – der Atlas der Erlebniswelten, bei Amazon leider vergriffen. Hier wird einem anschaulich der Weg gezeigt, auf dem Mann aus jeder Misere wieder rausfindet – oder auch hinein.
(Ich bin übrigens nicht der gleich(vor)namige Autor des Atlanten)

24.05.2006 | 03:04

Kommentar #2 von einem geneigten Leser:

scheint, als hätten sie bei Lonely Planet genug Geld verdient, um angenehm abseitige Bücher machen zu können. Hörte, dass es demnächst einen Micro Nation Guide geben soll (Freistaat Christiania, Kugelmugel Wien (http://de.wikipedia.org/wiki/Kugelmugel) etc.)

24.05.2006 | 11:50

Kommentar #3 von Marc Burgdorff:

Reisen, ein Ding anders Wahrzunehmen. Nicht die Flugkilometer oder Hotelsternchen sind da entscheidend. Vielmehr stellt man sich lustige/exotische Aufgaben und schaut was passiert.
Tolles Buch, nachmachen macht Spass.

10.10.2006 | 11:17

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