Riesenmaschine

27.07.2006 | 00:03 | Vermutungen über die Welt

Thementag: Das Vergehen der Zeit


(Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)
"Kann man die Zeit erzählen, diese selbst, als solche, an und für sich? Wahrhaftig, nein, das wäre ein närrisches Unterfangen!" fragt und antwortet der Erzähler sich im siebten Kapitel von Thomas Manns Zauberberg, als dessen eigentliches Thema das Vergehen der Zeit gilt. Und Überraschung: Es geht doch. Ist man mit dem Buch durch, so ist es zum Teil deutlich später als am Anfang. Trotzdem bleibt die Zeit, insbesondere ihr Vergehen (das im übrigen auch ein grosses Thema im Werk der Autorin Kathrin Passig ist) ein grosses Mysterium, dem sich auch Heinz Strunk in seinem Lied "Zeit" auf dem Album Einz nur wortlos wortreich nähern kann: "Ein Weilchen, eine Ewigkeit, die Frage nach der Zeit: Sie kann rieseln, rennen, rollen, gekrümmt sein oder gestaucht. ... 'Im Aufenthaltsbereich ist Aufenthalt verboten.' Absurd wie dieser Satz verhält sich auch die Zeit." Der, wenn man nicht drüber nachdenkt, einfach, wenn man drüber nachdenkt, schwierig zu beantwortenden Frage "Wann ist jetzt?" widmet die Riesenmaschine heute mit einem Thementag ihre ungeteilte Aufmerksamkeit. Zumindest für diesen Moment.


Kommentar #1 von Hempel:

Der Zauberberg ist tatsächlich ein trefflich gewähltes Beispiel. So wird die gefühlte Zeit der erzählten Zeit nahezu gleich, will sagen, das Buch ist so langweillig, dass man tatsächlich glaubt, es sind 7 Jahre vergangen bis man durch ist. Sauber! Eine noch viel grössere Leistung ist Mann aber gelungen, indem sich tausende von Deutschlehrern genötigt fühlten dieses Werk ihren Schülern vorzusetzen. Grandios!

27.07.2006 | 00:43

Kommentar #2 von St. Thomas aus dem Jenseits:

Seit ich hier bin, ist es deutlich mehr hic als nunc, der Raum ersetzt die Zeit und ich schreibe grundsätzlich nur noch zwischen 24 und Null Uhr. Ich werde auch nicht zurückkehren, Trost und Zuversicht für alle Schüler (und Lehrer). Doch darf ich mich hier gegen implizite und expizite Vorwürfe verwehren: Zeit vefliegt ohne Lesen von Büchern, wortlos.

27.07.2006 | 13:31

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