Riesenmaschine

08.08.2006 | 21:41 | Fakten und Figuren

Zahlen bitte!


(Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)
Frédéric Beigbeders Roman "39,90" heisst in der (in Wirklichkeit viel billigeren) deutschen Taschenbuchausgabe immer noch genauso, im französischen Original jedoch "99 Francs 14,99 Euro 6 Euro" und auf Englisch "Was 9.99, Now 6.99". Ob man dem deutschen Leser nicht zutraut, zu erkennen, dass es sich weiterhin um dasselbe Buch handelt? Egal, jedenfalls drangen mit diesem Werk die Preise erstmals von der Oberfläche ins Herz des Produkts vor. Die nebenstehenden Haribo-Zahlenmännchen sind offenbar eine Sonderedition speziell für die Supermarktkette Plus ("Kleine Preise machen glücklich"), und wo das alles hinführt, kann man sich unschwer denken: "Du, Frau Meier, was kostet denn die '2,99'?"

In letzter Konsequenz besteht die Ware irgendwann nur noch aus dem Preis, und siehe da, das gibt es schon: ein Handy für 300.000 US$. Da Handys bekanntlich null Euro Sternchen kosten, erwirbt man hier für 300.000 $ offensichtlich nicht das Produkt, sondern eben genau dessen Preis. Sauber gelöst, so kommen wir voran!


Kommentar #1 von Olaf Sternchen:

Kathrin, ich will ein Kind von Dir.

08.08.2006 | 22:06

Kommentar #2 von Kathrin:

Wenn ich es weder austragen noch Unterhalt bezahlen oder sonst irgendwas tun muss, bin ich dabei. Gebe aber zu bedenken, dass man sich vielleicht zuerst mit einer gemeinsamen Wüstenspringmaus an die Aufgabe herantasten sollte (zu den selben Bedingungen, Du beschaffst sie, regelmässig Futter, Wasser, Käfig saubermachen und am Schluss eine würdige Bestattung). Dann sehen wir weiter.

08.08.2006 | 22:19

Kommentar #3 von plastefuchs:

erst grimme-online, dann ingeborg-bachmann und nu 2,99, 39,90 und 300.000
welcher preis kommt als nächstes kathrin frau passig?

09.08.2006 | 00:10

Kommentar #4 von Kathrin:

Man hört ja, kleine Preise sollen glücklich machen. Wenn es irgendwo eine Rolle Luftschlangen oder einen Solariumsgutschein zu gewinnen gibt, könnte daher vielleicht ein aufmerksamer Leser rechtzeitig Bescheid sagen.

09.08.2006 | 00:21

Kommentar #5 von The Missing Wolf:

"Du, Frau Passig, kannt i a oans vo dene Nagetiere vo Eahna hom?"

09.08.2006 | 02:21

Kommentar #6 von Bruno der Bär:

Schöne Zeiten, als man den Preis noch mit der Ware selbst verhandelte, (Gnädiges Fräulein, was kosten Sie?)um darauf die typischen Gummibärchenantworten (Bin kein Fräulein... )zu bekommen. Ein Gummbärchenerzählpreis mit Gottschalk im Nacken wäre aber anzuregen. Die Riesenmaschinenjury mit Riesentüten für naschhafte Leser im Alpenvorland und als Stargast, nun ja, eben Bruno der Bär, mit naturechter Schusswunde. Nichts für ungut!

09.08.2006 | 09:55

Kommentar #7 von derwolf:

nun ja, ich zahle gerne € 300.000,00 für ein handy, vorausgesetzt, ich muss es nicht benutzen. zur kommunikation genügt immer noch gabriele, die kleine reiseschreibmaschine aus dem jahr 1956.dabei entsprach der preis der klappernden leistung!

09.08.2006 | 11:58

Kommentar #8 von Olaf Sternchen:

Wie wäre es mit einer Wüstenrennmaus als erster RennSpringGehversuch?
So könnten wir wenigstens ein Exemplar vor dem Schicksal bewahren, gegen Werbetafeln katapultiert zu werden (http://www.youtube.com/watch?v=fzbMcsrK-tw). Das schweisst doch zusammen.
Kathrin, ich will eine Wüstenrennmaus von Dir.

09.08.2006 | 12:06

Kommentar #9 von Palermo:

Die Preisänderung des Beigbeder-Buches ist auf dem Cover per Schriftfarbe gekennzeichnet (nur der ausgeschriebene Titel ist gleich geblieben). Also bitte: Eleganter gehts ja nun nicht.

10.08.2006 | 13:00

Kommentar #10 von pascal:

plus verkauft(e?) auch T-Shirts mit aufgestickten "kleinen Preisen", zum auf dem T-Shirt dargestellten Preis.

12.08.2006 | 16:36

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