Riesenmaschine

16.08.2006 | 19:58 | Alles wird besser

Endlich echt bluten

Die erstklassige Do-it-yourself-Talentschmiede instructables.com macht zur Zeit auf ein äusserst kompetentes Kompendium zur Vortäuschung schwerer Verletzungen aufmerksam, für die man nicht mal eine schwere Verletzung braucht. Genau das ist ja oft der Punkt: Um nicht zur Schule zu müssen, den hundsgemeinen Ex-Freund zu bestrafen oder beim Literatur-Wettbewerb Aufmerksamkeit zu erregen, muss man ernsthaft zumindest die oberen Schichten der Haut zerschneiden, wovor viele schon mal zurückschrecken, weil es meist zu Schmerz und Pein und einer erheblichen Sauerei führt. Schluss damit. In einem offenbar mehrteiligen Kurs beschreibt die erste Folge das Anbringen von tiefen Fleischwunden in sechzehn attraktiv bebilderten Schritten, und zwar hochpräzise und detailreich. Wer möchte hinterher schon feststellen, dass es eher wie ein zerkratzter Mückenstich aussieht? In der nächsten Folge kommen dann Schusswunden dran. Go scare the crap out of your Bachmann-Jury!


Kommentar #1 von Frederik Blachetta:

Ein wichtiger Beitrag für das christliche Abendland An dieser Stelle habe ich einen überflüssigen Smiley hingemacht, wofür ich mich dereinst schämen werde. . Wenngleich vielleicht nicht für die Christen, so doch für das Abendland.
Würde hier aber gerne eine Grundsatzdiskussion beginnen. Was bringt mir dann noch das Mitleid für eine echte Wunde, wenn ich es auch künstlich erzeugen kann und – kann ich überhaupt mit solch einer künstlichen Wunde eine grosse Dramatik erzeugen (retardierender Moment usw.)?

16.08.2006 | 22:29

Kommentar #2 von CFB:

Sicher ist dabei zumindest das eine: Je retardierter das Publikum, desto grösser die Dramatik.

16.08.2006 | 23:42

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