Riesenmaschine

20.08.2006 | 16:00 | Alles wird besser | Fakten und Figuren

Platten, wie wir sie lieben


Zu klein, nehmen wir nicht
Plattentektonik ist zweifelsohne die beste geheimnisvolle Kraft, die die Erde sich bisher ausgedacht hat, noch etwas besser als Brainslugs, die Todesstrahlen von Nikola Tesla und die seltsamen Zusammenrottungen von Staub unter Möbelstücken. Nicht nur gefährdet die Plattentektonik die Existenz der europäischen Aale, die zur Fortpflanzung aus Starrsinn immer bis in die Sargassosee fahren, nein, durch die Unstetigkeit der Erdoberfläche kommen wir auch in den Genuss von so herrlichen Katastrophen wie Vulkanausbrüchen und Erdbeben. (An dieser Stelle muss das ebenfalls herrliche Wort Subduktionszone zwar genannt, aber nicht unbedingt erklärt werden.) Jetzt kann man der internationalen Plattenfachpresse entnehmen, dass alles in Wahrheit NOCH besser ist, denn die Plattentektonik hat in einer beneidenswerten Glückssträhne nicht nur Amerika, sondern auch Australien zusammengewürfelt. Wie die Doktorandin Kate Selway aus Adelaide herausfand, entstand Australien in einem gekonnten Auffahrunfall von drei Landbrocken, die voller Hoffnung ihre Verwandtschaft verliessen, um nach Australien auszuwandern, aber weil es das noch nicht gab, stellten sie sich kurzerhand selbst als Australien zur Verfügung. Und zwar vor 1,6 Milliarden Jahren, weswegen es auch keinen Polizeibericht von der Massenkarambolage gibt, denn die Polizei wurde erst deutlich nach der Plattentektonik erfunden. Schön wäre jetzt noch, wenn man zwei Platten so zusammenhauen könnte, dass dabei ein extrem grossartiges Gebirge entsteht, dem man dann vielleicht einen total albernen Namen wie, sagen wir, Himalaja geben könnte. Das wäre wirklich irgendwie toll.


Kommentar #1 von und zu Philosophenstein:

Mir ist eine Gemüseplatte allemal lieber, auch die so zerbrechliche alte Brian Eno Schallplatte hat es noch immer geschafft meinen Nachbar in den Wahnsinn zu treiben, ganz im Gegensatz zu den mächtigen technotonischen Platten. Die sind einfach überbewertet. Aber solange es noch genügend bloggende Leute gibt die sich darüber lang und platt reden, wird der Hype auch weitergehen. An dieser Stelle habe ich keine überflüssige Aufforderung hingemacht, wofür ich mich dereinst auch nicht schämen werde. HÄHÄ!

20.08.2006 | 17:14

Kommentar #2 von Dr. Bob:

Ein typisches Beispiel für die stereotype Wahrnehmung der Geologen. Eine Katastrophe! Wer war schuld? Plattentektonik! Dabei wissen wir doch alle, dass wir die Katastrophe Australien den Österreichern zu verdanken haben.

21.08.2006 | 10:49

Kommentar #3 von M. Kranz:

Tja, und wenn die afrikanischen Bootsflüchtlinge
sich doch bloss noch 50 Millionen Jahre gedulden würden! -
http://www.scotese.com/future.htm
- in 250 Millionen Jahren könnten sie dann
sogar im wahrsten Sinne des Wortes in die
USA aus-wandern:
http://www.scotese.com/future2.htm

24.08.2006 | 00:15

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