Riesenmaschine

30.08.2006 | 20:37 | Fakten und Figuren

Stereotype Threat


Gott der vergessenen Passwörter und der gnädigen Amnesie
Gute Nachrichten für Ecstasy-Freunde: Einer frisch veröffentlichten Studie aus Liverpool zufolge schädigt Ecstasykonsum die Gedächtnisfunktionen nur dann, wenn man den getesteten Konsumenten vor dem Test erklärt, dass ihr Gedächtnis durch Ecstasykonsum porös wie Schweizerkäse geworden ist. Erzählt man ihnen nichts dergleichen, erinnern sie sich auch nicht schlechter als Kontrollgruppen. Das zugrundeliegende Phänomen heisst, wie eigentlich nur Bands heissen sollten, nämlich "Stereotype Threat". Wenn uns also komplett entfällt, was wir vor einer Minute getan haben, dann liegt das nicht an vergangenen Partynächten, sondern vielleicht daran, dass wir Frauen sind, oder schwul, oder schwarz. Das zugrundeliegende Phänomen heisst übrigens, wie eigentlich nur Bands heissen sollten, nämlich "Stereotype Threat".


Kommentar #1 von der Zwergenmaschine:

Das mit dem Bandnamen habt ihr aber beim ollen Pulitzerpreisträger Dave Barry geklaut, oder? Da enthielt ja jede zweite Kolumne eine neue Idee für die Bennenung einer Rockband.

30.08.2006 | 21:46

Kommentar #2 von Kaiser:

" Stereotype threat occurs when individuals, believed to be intellectually inferior, perform badly on cognitive tests they perceive to confirm stereotypes about them. "
Nur ein kurzer Gedanke dazu der mir beim lesen diese Satzes in den Sinn gekommen ist:
Kann man "amerikanischer Präsident sein" im weitesten Sinne als "Test um Stereotypen über amerikanische Präsidenten zu belegen" sehen? – damit wäre erklärt warum Bush eine Dummheit nach der anderen macht: Weil insgeheim glaubt er intellektuell unterlegen zu sein – denn dafür halten ihn ja auch viele.
So. Die Missere der Weltpolitik ein wenigen einfachen Sätzen erklärt – Mission erfüllt An dieser Stelle habe ich einen überflüssigen Smiley hingemacht, wofür ich mich dereinst schämen werde.

30.08.2006 | 22:36

Kommentar #3 von Noch nicht so ganz wach:

Sie haben 2 mal darauf hingewiesen, dass das Phänomen "Stereotype Threat" heisst, und dass so nur Bands heissen sollten.
Bitte seien Sie in Zukunft aufmerksamer!

31.08.2006 | 09:03

Kommentar #4 von Lanrue:

@#3 Kaffee soll da unglaublich helfen.

31.08.2006 | 09:44

Kommentar #5 von Ludger Voss:

auch @#3: Sie haben den Artikel nicht gründlich gelesen. Bitte seien Sie etc.

31.08.2006 | 10:13

Kommentar #6 von Turambar:

Selten so gelacht! Hat aber ne Sekunde gedauert.

31.08.2006 | 17:04

Kommentar #7 von Mahalanobis:

Aus dem Abstract entnehme ich, dass die Kontrollgruppen ebenfalls aus Drogenkonsumenten bestanden (nonecstasy using polysubstance misusers), d.h. XTC-Konsum kann sehr wohl die Gedächtnisfunktionen schädigen – zumindest entnehme ich das aus dem Abstract.

01.09.2006 | 21:12

Kommentar #8 von Kathrin:

Dachte ich auch zuerst, aber dann dachte ich: Wie blöd wäre das denn, keine drogenlose Kontrollgruppe zu verwenden? Nach erneuter Lektüre denke ich wieder, dass Mahalanobis vielleicht doch Recht hat. Man müsste vielleicht mal den ganzen Artikel lesen. Ich werde dann Bericht erstatten, wenn ich es nicht vergesse.

02.09.2006 | 15:07

Kommentar #9 von Mahalanobis:

Die Annahme, dass der Stichprobe von ecstasy users und der Stichprobe von nonecstasy using polysubstance misusers die gleiche Grundgesamtheit zugrunde liegt ist bei weitem weniger abwegig als die Annahme, dass Ecstasy-Konsumenten--abgesehen von ihrem Drogenkonsum--die gleichen Eigenschaften (z.B. soziokulturelles Umfeld) wie Nichtdrogenkonsumenten haben. Soll heissen: Ich vermute, dass Nichtrogenkonsumenten im Schnitt bei Tests besser abschneiden als Ecstasy-Konsumenten, weil sie auch im Schnitt eine bessere Ausbildung genossen haben, aus besseren familiären Verhältnissen stammen, intelligentere Eltern haben, ... . Bei einer Analyse müssten man diese (auch untereinander korrelierten Grössen) herausfiltern um den Effekt von Ecstasy-Konsum auf die Leistungsfähigkeit zu schätzen.

03.09.2006 | 15:21

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