Riesenmaschine

09.10.2006 | 04:12 | Anderswo | Was fehlt | Sachen anziehen

Wiedervorlage: Die Akte Kessar


Die neun Kessar "Vorstandsmitglieder", in der "Firmenzentrale", in "Rom", "Italien"
Bei unserer Fahndung nach der wirklichen Identität von "Giorgio", dem angeblichen Chefdesigner der vorgeblich italienischen, tatsächlich aber chinesischen Firma Kessar Impreore, sind wir nun einen ersten Schritt weiter. Gleich zwei Riesenmaschinenleser wiesen auf Giorgios Ähnlichkeit mit Gianni Versace hin, wobei uns gewisse Parallelen auf diesem Ölgemälde immer noch frappieren. Vielleicht findet sich jetzt auch jemand, der des Lettischen mächtig ist. Dann wüssten wir wohl bald, warum Gianni auf dem Schinken keine Hosen trägt, und ob es sich bei Giorgio nicht vielleicht doch um jemand anderen handelt. Noch keinerlei verwertbare Hinweise haben wir dagegen im Fall des Kessar-Vorstands erhalten, weshalb wir der Bitte eines Lesers gerne nachkommen, und das Bild hier noch einmal vergrössert zeigen. Leider gibt es das Foto nicht in besserer Qualität, da es unter widrigen Bedingungen am Tatort aufgenommen wurde. Die Bildqualität aber sollte ausreichen, um gegebenenfalls Onkel Rolf oder Herrn Hornig vom Versand auszumachen. Bitte achten Sie auch auf kleine Details, so wie Riesenmaschine-Leser 'Weitsichtiger', dem auffiel, dass sich die Firma, um die es geht, auch gelegentlich Kessar Impérore schreibt.

Dieser Tipp führte uns zu einer Seite, auf der wir in Chinesisch mit weiteren Details der Kessarschen Firmengeschichte vertraut gemacht werden. Unter anderem erfahren wir, dass der Vater von Firmengründer Fei Li Buo No Kaisa (=Sigmund Freud) König Ai Ma Nu Ai Lai, dem II. (= Viktor Emanuel II.), im Jahre 1861 bei der Einigung Italiens half, weshalb die Kaisas=Kessars=Kaisers Hoflieferanten wurden. Es gibt auch Neuigkeiten von Giorgio (=Gianni Versace?): Im neu entdeckten Evangelium firmiert er nicht mehr als blosser Angestellter, sondern bereits als Vollmitglied der Familie Kaiser, das dem Modehaus durch den Import von neuen Maschinen aus Frankreich endgültig zum Durchbruch verhalf.

Die ganze Geschichte der "weltweit bekannten Marke Kessar Impereore" ist so wunderbar erlogen, dass wir Ihnen daraus noch gerne mehr übersetzen würden. Doch zunächst sind Sie jetzt wieder dran. Beantworten Sie uns bitte folgende Fragen und belegen Sie Ihre Antworten möglichst aussagekräftig: 1) Ist Giorgio Kaisa wirklich Gianni Versace? 2) Und wer sind die neun lachenden Herren auf dem Vorstandsbild? Die Einsender, die uns bei der Fahndung weiterhelfen, kriegen irgendwann vielleicht mal irgendwas (Sack Reis, Reise nach China, Satz in Chili-Öl eingelegter Hühnerfüsse).

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Der allerletzte Kaiser

Christian Y. Schmidt | Dauerhafter Link | Kommentare (10)


Kommentar #1 von Angstschweiss:

Obacht, ich fürchte, zu tiefes Nachbohren könnte zu unangenehmen Paradoxien (Bsp.: höllischer Krieg auf dem "Himmlischen Frieden") führen. Dennoch bin auch ich ein Freund der Wahrheit, muss daher Verfechter derselbigen, wie sie, Herr Schmidt, ausdrücklichst ermutigen.
Tuen sie's für die Öffentlichkeit, sie hat ein Recht auf vino, äh, veritas!

09.10.2006 | 17:08

Kommentar #2 von rüdiger jones:

vielleicht steckt auch kim jong il dahinter. und vielleicht hat der heute bereits reagiert.

09.10.2006 | 17:26

Kommentar #3 von sebastian:

Es gibt eine etwas besser Version des Vorstandsbildes auf der Homepage der Firma
unter http://www.kessar.com.cn/html/zjks.htm .
Vielleicht hilft das ja jemandem dabei, die Herren zu identifizieren...

10.10.2006 | 00:37

Kommentar #4 von Weitsichtiger:

Ich danke sehr herzlichst für die rühmliche Erwähnung meinerseits und werde mich mit doppeltem Eifer auf die Suche begeben und Multiplikation betreiben.

10.10.2006 | 09:59

Kommentar #5 von Bernd:

so, nun mit Text:
Der in der Mitte grinst wie ein Dreckeimer und das tut nur noch Tony Blair!

10.10.2006 | 12:23

Kommentar #6 von Carsten:

Lettisch kann ich doch direkt ein (ganz) kleines bisschen... Drum kann ich hier einen Einblick in den Text daherholpern...
Also, Gehirn angeschmissen:
Gianni Versace
Friedlichkeit, Heimeligkeit, Komfort und Kapitulation vor dem Urbanen entsteigen den Waren. Ihr Zeichen..blablabla...
Mist, es reicht nicht. Ich informier mich – man hat ja Kontakte ins wundervolle Baltikum! Aber ich glaube, dem Geheimnis kommt man da nicht näher... Naja, seis drum;)

15.10.2006 | 02:24

Kommentar #7 von Carsten:

Da ist sie nun – Die erwartet nutzlose, dafür aber komplette lettische Übersetzung:
frieden, gemuetlichkeit, Komfort und voelliges nein sagen zur teil- loesungen.
wenn eine zeichnung- dann leuchtend, wenn gold- dann ueberall wo es nur moeglich ist. einfach gesagt: schick, der mit schick vermehr ist, den nur sehr wohlhabende kunden sich leisten koennen.
das ist eine explosive vereinigung, die auf die grenze zum kitsch balansiert, dennoch nie die unsichbare grenze ueberstreitet die den geschmack von geschmacklosigkeit, einen kunstwerk von massenbedarfsartikel trennt. schick und schock.
Dank an Rita!

17.10.2006 | 01:11

Kommentar #8 von CYS:

Danke, Carsten. Eine grossartige Übersetzung, ein toller Text. Wir schicken den jetzt erst mal ins Labor und lassen ihn analysieren. Dann wird man sehen, ob er uns nicht eventuell doch weiterhilft.

17.10.2006 | 05:41

Kommentar #9 von Carsten:

Da nich für.
Ist schliesslich im Interesse der Sache.

22.10.2006 | 16:28

Kommentar #10 von Marc:

Das Geheimnis ist wieder ein Stück weiter gelüftet: Dank meiner Frau (Chinesin und daher des Chinesischen mächtig) fanden wir folgende wunderschöne Webseite:
http://www.kessar.com.cn/html/gyks.htm
Und da habe ich doch gleich mal unter der angegebenen Nummer in Italien angerufen, wo mich ein freundlich-chinesisches "wei" statt dem vielleicht eher erwarteten "pronto" begruesste. Huebsch... An dieser Stelle habe ich einen überflüssigen Smiley hingemacht, wofür ich mich dereinst schämen werde. Danke fuer den lustigen Nachmittag, den wir dank des Artikels hatten!

21.12.2007 | 14:01

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