Riesenmaschine

09.12.2006 | 22:44 | Alles wird besser | Essen und Essenzielles

Ramenhandlung


Foto: Carstor / Lizenz
Die Küche ist gleich nach der Kirche der zweitschlechteste Ort der Welt für neue, bahnbrechende Trends. Seit Jahrhunderten werden dort Lebensmittel erst gestapelt, dann vermengt und schliesslich angerichtet, ein Grundprinzip, das so unzerstörbar zu sein scheint wie der Mond. In den letzten Wochen jedoch kommt endlich Bewegung in die verfahrene Sache. Ein erster unbeholfener Schritt zu mehr Küchenfreiheit ist der Once-a-month-cooking-Boom, der die (eigene) Küche für die meiste Zeit zur Abstellkammer degradiert. Als nächstes muss die finanzielle Vorherrschaft des Ess-Imperiums gebrochen werden, und zwar mit Gewalt. Eine zentrale Rolle kommt dabei der Ramen-Suppe zu, der wohl küchenfeindlichsten Mahlzeit der Welt. An kreativen Vorschlägen mangelt es kaum, Ramen-Fetischisten weltweit beharren darauf, dass man für eine solche Suppe weder Küche noch Tischsitten braucht, sondern allenfalls einen Motorblock, und fordern zudem die flächendeckende Aufstellung von Ramen-Automaten, eine nur logische Konsequenz. Aus dem Südpol-Umfeld stammt die Wiederentdeckung des Pemmikan, ein hochkonzentriertes, billiges Nahrungsmittel bestehend aus getrocknetem Tier, das die Zeit, die man pro Tag mit Essen und dessen Zubereitung verbringt, auf wenige Sekunden reduziert. Schliesslich demonstriert Evan Lansing, dass man nicht gleich stirbt, wenn man eine Weile nur einen Dollar pro Tag für Nahrung investiert.

Was uns das alles zeigt? Die Küche kann man nur reformieren, indem man sie abschafft. Als nächstes ist dann das Schlafzimmer dran.


Kommentar #1 von Dunkelstern:

Gibt's doch alles schon. Man muss nur Folgendes machen: http://en.wikipedia.org/wiki/Polyphasic_sleep
Dann braucht man auch kein Schlafzimmer mehr An dieser Stelle habe ich einen überflüssigen Smiley hingemacht, wofür ich mich dereinst schämen werde.

18.12.2006 | 00:08

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