Riesenmaschine

21.12.2006 | 13:24 | Supertiere | Zeichen und Wunder

Ficken ohne Frau


Ein stinkender, giftiger Drachen inspirierte Mel Gibsons bibelverfassende Vorfahren zu einer irren Story. (Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)
Die Firma Livescience gibt bekannt, dass einem weiblichen Komodowaran eine Parthenogenese unterlaufen ist. Das wäre nicht weiter bemerkenswert, wenn Parthenogenese sowas bedeuten würde wie Tempelbau oder zu viele weisse Blutkörperchen, es heisst aber Jungfrauengeburt und das schockt dann schon. Bei Jungfrauengeburten entstehen traditionell und genetisch bedingt nur Weibchen, die sich dann ja wiederum allein fortpflanzen können; wo das hinführen kann, haben die Männchen bestimmter Eidechsenarten bereits erfahren müssen, sie sind nämlich ausgestorben, während die Weibchen nach Herzenslust herumparthenogenieren ohne sich zu genieren. Nun hat es also nach diesen mexikanischen Eidechsen, Marmorkrebsen, Strumpfbandnattern und Kopfläusen auch Komodowaranmännchen erwischt. Die Einschläge kommen näher.


Kommentar #1 von Till:

Sagt mal, die Überschrift ist dann aber irgendwie unlogisch. Oder. Oder soll das so sein?

21.12.2006 | 14:22

Kommentar #2 von Kathrin:

Sascha wollte nur ein für allemal sicherstellen, dass die Riesenmaschine bei jeder denkbaren Googlesuche in diesem Universum auf Platz 1 auftaucht.

21.12.2006 | 14:23

Kommentar #3 von Sarah:

Ein fast jungfräulich-hysterisches Geschrei, das der sonst überaus geschätzte Herr Lobo um diese Jungferngeburten veranstaltet: Parthenogenese beim Menschen ist lediglich das Wunschdenken einer Handvoll Akademikerinnen, die das andere Geschlecht grundsätzlich von der Bettkante stossen würden. Denn sogar die Jungferngeburt Jesu ist eine Lüge: gemäss Theorie wäre er ja ein Mädchen, was wiederum die Gilde der Matriarchatsforscherinnen in Entzücken versetzte, auch wenn es sich dabei um ein gar bärtiges Mädchen handelte.

21.12.2006 | 14:43

Kommentar #4 von Sarah:

Besten Dank für die rasend schnelle, jesuitische Korrektur! Auf einen überflüssigen Smiley verzichten wir für heute.

21.12.2006 | 16:03

Kommentar #5 von lukas Imhof:

unbefleckte empfängnis heisst heute soviel ich weiss nicht mehr jungfräuchlich. nur halt unbefleckt, ohne erbsünde irgendwie, aber es gibt ja auch kein fegfeuer mehr, wo sind den die theologen, wenn man sie mal braucht.

21.12.2006 | 16:22

Kommentar #6 von LeGunn:

Es klingt nur aus entfernten Hirngefilden: "Jesus was an African!" Ob weiblich oder männlich wird nicht erläutert. Vielleicht sollte sich der Feminismus der Rap-Kultur zuwenden, um auch hier die Parthogenese wieder ganz ordentlich ins System der Biologie einzupflegen. Andererseits: Ausnahmen uswusf...

21.12.2006 | 16:55

Kommentar #7 von Roland:

Die Parthogenese haben sich auch die Langweiler von der Intelligent-Design-Front zu eigen gemacht. um den Übersetzungsfehler aus der Bibel zu legitimieren.

21.12.2006 | 17:58

Kommentar #8 von BA:

Marias (nachträgliche) Befreiung von der Erbsünde ist das Kernige am Pudel. Es gibt Stimmen, die Behaupten, Madame M. hätte als ihr Racker vier Lenze zählte vergnügt vor sich hin geträllert: "Ich liebte DICH ordnungsgemäss/ Für DEIN Glück war ich das Gefäss (...)". Das hat manchen überzeugt, andere wieder nicht.

21.12.2006 | 20:29

Kommentar #9 von vitaactiva:

kleiner nachtrag zur überschrift: murx gibt es wieder ab ende januar in der volksbühne ..

21.12.2006 | 21:08

Kommentar #10 von Jesusjünger:

kleine korrektur an die Hobbybiologen: Die oben erwähnten Damentiere bringen nur männliche Nachkommen auf diese Welt – mit denen paaren sie sich später um eine neue Kolonie zu gründen. Ergo Jesus kann keine Frau gewesen sein – sorry an alle Feministinnen

21.12.2006 | 22:21

Kommentar #11 von weltdeswissens:

Die Überschrift bezieht sich m.E. auf den schönen alten Witz vom Kursus "Backen ohne Mehl", liebe Kathrin, lieber Till.

22.12.2006 | 00:06

Kommentar #12 von EssBeh:

Der abstraktionsstarke leser hatte den hinweis schon in kommentar #9 von vitaactiva gelesen, nech?

23.12.2006 | 12:24

Kommentar #13 von Ruben:

Ad #5: Ja, ich bin ja schon da. Der Theologe sacht: Leider, leider haben weder Parthenogenese noch das Dogma von der unbeflekten Empfängnis etwas mit der Geistzeugung Jesu zu tun. Die unbefleckte Empfängnis bezieht sich auf die Zeugung Mariens, nicht auf die von Jesus, und dies wurde auch erst 1854 ex cathedra definiert (Maria Immaculata). Das Thema der Empfängnis Jesu steht in einem anderen theologischen Problemhorizont, der heute oft ausgeblendet wird: Die frühkirchliche Auseinandersetzung zwischen Adoptianismus und (Aphtharto-)Doketismus u.a., zwischen welchen die offizielle kirchliche Lehre so eine Art ausgewogenen Mittelweg darstellt. Zur angemessenen Beurteilung müsste man tief in die antike Metaphysik einsteigen. Mit Parthenogenese hat das insofern schonmal nichts zu tun, als dass es bei der Empfängnis Jesu entscheidend auf den Wundercharakter ankommt, und wenn's eine naturwissenschaftliche Erklärung dafür gäbe, wäre es ex definitione eben kein Wunder mehr.
Das Fegefeuer wurde übrigens auch nicht abgeschafft.

23.12.2006 | 19:45

Kommentar #14 von Ruben:

Oben genanntes betrifft übrigens nur die virginitas ante partum, nicht die virginitas in partu oder post partum. Die dogmatischen Formeln drücken sich hier sehr differenziert aus, und virginitas bedeutet auch nicht lediglich irgendwelche empirisch-somatischen Details, sondern sie handeln von transzendenten Relationen. Jetzt aber genug dazu.

23.12.2006 | 20:20

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