Riesenmaschine

20.01.2007 | 15:27 | Zeichen und Wunder | Vermutungen über die Welt

Von Fassbinder über Kierkegaard bis Gernhardt in vier Sätzen


Die Frage nach dem Warum verblasst neben der schieren Existenz. (Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)
Wer kennt sie nicht, die Freude über die eigene Verwunderung? Sie ist das wunderbare Gegenstück der populären Angst vor der Angst, einem der überflüssigsten Gefühle überhaupt, ausser im Kino. Das grosse Problem an diesem Integral der Verwunderung ist nun, dass man es nicht suchen darf, wenn man es finden will; Verwunderung stellt sich ausschliesslich beim überraschten Menschen ein, da hätte Kierkegaard, die alte Zauderbacke, ruhig mal das Überraschte Stadium in seine Überlegungen mit aufnehmen sollen, war ihm vielleicht zu flüchtig oder nicht cool genug. Gross dagegen die Freude, wenn die Verwunderung als Freude über die ungesuchte Überraschung den Menschen trifft, dieses Foto entstand in der Kunsthalle Bonn und zeigt Eiswürfel im Pissoir. Wunder, freu. Glücklich diejenigen, die dann auch noch an den besten Witz im ersten Film von Otto, gagversorgt von Robert Gernhardt, denken müssen dürfen: "Wie pinkelt ein Eskimo?"


Kommentar #1 von BA:

Jaleckmichamarsch, so ist es! Mit oben beschworenem Zustand kann allenfalls noch eins mithalten: die Rührung der eigenen Gerührtheit wegen.
Zeit, sich selbst mal wieder versehentlich Hand oder Schulter zu kosen.

20.01.2007 | 16:13

Kommentar #2 von Kolus:

Beim MC Doof in Wörgl/Österreiche sind auch Eiswürfel im Pissoir. Ist schon ne tolle Sache, denen beim schmelzen zuzusehen.

20.01.2007 | 17:03

Kommentar #3 von KE:

Auch Scheisse: Mitleid für das eigene Selbstmitleid empfinden.

20.01.2007 | 21:16

Kommentar #4 von Theo:

oder auch: ideosynkratisch auf die eigene Ideosynkraise reagieren

21.01.2007 | 01:49

Kommentar #5 von Titus Flavius Vespasianus:

"So sind wohl manche Sachen/die wir getrost belachen/wenn wir am Urinale stehn ...". Hier noch der Nachtrag mit einem Bildchen
http://www.urinal.net/oreillys/
sowie Diskussion & Erklärungsansätzen zur Frage "Warum in aller Welt Eis?"
http://ask.metafilter.com/mefi/4880
Kurzantwort für den eiligen Globalisierer (eigentlich ja klar & wie noch stets): Wirkt genauso wie ein Klostein, ist aber halt billiger!

21.01.2007 | 23:55

Kommentar #6 von marmeloni:

Das ist natürlich Unsinn, denn um stets frische Eiswürfel zu haben, muss ein Eiswürfelbereiter 24 Stunden am Tag laufen, dazu ein Mitarbeiter, der alle 30 Minuten neue Würfel in die Schüsseln kippt, was insgesamt die Kosten von ein paar Cent pro WC-Stein, der immerhin ein paar Tage vor sich hinmüffelt, sicherlich übertrifft.
In einer Wiener Bar fand ich vor vielen Jahren auch einmal Eiswüfel im Pissoir, die jedoch zusätzlich mit frischen Zitronenscheiben angereichert waren. Instinktiv musste ich den Strohhalm aus meinem Drink dazwischenstecken.

22.01.2007 | 09:48

Kommentar #7 von irgendwem:

Dankbar über die eigene Unzufriedenheit
Es muss wieder mehr gejammert werden in Deutschland, damit's uns wieder besser geht.
Deutschland – ein Ganzjahresmärchen presents
"Dankbarkeit über die eigene Unzufriedenheit". Und das geht so: den grossen Hammer aus der Werkzeugkiste nehmen und ordentlich auf den nackten Fuss hauen. Anschliessend per Dauerauftrag die nächsten 6 Monatsgehälter (+ EUR 30.000) an "Doof für die Welt" überweisen oder an die Hanns-Martin-Schleyer-Stiftung (benannt nach dem Überzeugungsnazi, SS-Führer, Arbeitgeberpräsidenten und ehem. Daimler-Personalchef, kümmert sich die Stiftung um die 23 Opfer der bundesdeutschen Nachkriegs-Entnazifizierung und ihre Nachkommen).
Wer eine Privatverschuldung von EUR. 100.000 und eine Mindest-Gehbehinderung von 72% erreicht, darf mit dem Rollstruhl vor die nächstgelegene FDP-Parteizentrale fahren, seine Unzufriedenheit mit einem Megafon und Hilfsverben artikulieren und dabei lachend eine Guido Westerwelle Puppe streicheln. dw

25.01.2007 | 21:16

Kommentar #8 von Täterin:

Ich habe selber öfter Eiswürfel, die an der Theke über waren die die Pissrinne gekippt. Wenn man sie grade nicht in der Spüle schmelzen lassen kann, aus Platzmangel zB., ist die Pissrinne ein idealer Ort.

08.02.2008 | 13:15

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