Riesenmaschine

22.03.2007 | 20:44 | Alles wird besser | Zeichen und Wunder

Urey lebt


Ursuppe. Mahlzeit. (Foto: Kai Schreiber)
Prof. Harold Urey, der Erfinder der Uratmosphäre, aus der vielleicht vor 4 Mrd. Jahren das Leben auf die Erde kroch, lebt natürlich nicht mehr, sonst wäre es wohl kaum gerechtfertigt, ihn in Maschinenform demnächst (2013) als Teil der ESA-Mission ExoMars zum Mars zu schiessen, um dort endlich mal nach Leben zu suchen, eine überaus originelle Idee. Der Urey Life Detector wird einfach jedes Molekül des Roten Dings umdrehen, eine Brute-Force-Herum-Ureyerei, so wie man sich das wünscht. Und wenn er damit fertig ist, wird Urey hoffentlich aus dem Jahr 2013 gut vier Milliarden Jahre in die Vergangenheit und ausserdem zurück auf die Erde reisen, und dort genau dasselbe tun, nämlich nach Leben suchen, und so endlich sein (Prof. Harolds) zu Lebzeiten nicht mehr vollendetes Werk, die Aufklärung unserer Herkunft, abzuschliessen. Leider wird Urey dann nicht mehr davon erfahren, wenn im März 2007 wieder mal bewiesen wird, dass man gar nicht zurück in die Zeit reisen kann, bzw. dass es zwar "nicht unmöglich, aber unpraktisch" ist. Seufzend wird Urey in seiner ammoniakgeschwängerten und unpraktischen Uratmosphäre sitzen, "aber 2013 ging es doch noch" murmeln und die Zukunft herbeievolutionieren. Traditionell durch Abwarten.


Kommentar #1 von BA:

Herrjeh, die Alte Nummer mit der verjüngenden Lichtgeschwindigkeit, der krummen Zeit und dem krummen Raum. Apropos krummer Raum: ob man wohl seinen eigenen Hinterkopf betrachten könnte, würde man weit genug sehen – und würde man sich ohne ihn warm anziehen und umgucken müssen? Solche Dinge sind doch viel interessanter als anzureisen ohne abgereist zu sein.

23.03.2007 | 17:25

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