Riesenmaschine

23.03.2007 | 12:02 | Fakten und Figuren | Essen und Essenzielles

Die kleinen und die grünen Eier


(Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)
Als Christoph Schlingensief, der grosse, ideenarme Absorbator, letztes Jahr seinen Animatograph genannten grossen Müllhaufen für die Subventionstheater entwickelte, mit dem er seitdem, mit üppig Staatsknete ausgestattet, um den Globus eiert (in einem Monat, Werner Herzog lässt grüssen, in Manaus), hat er sich ja nicht nur fröhlich bei Dieter Roth, Paul McCarthy, Ilya Kabakov, Matthew Barney, Hermann Nitsch und Joseph Beuys bedient, sondern auch das Ei entdeckt. Denn nicht aus Asche kommen und zu Asche werden wir, sondern aus einem Ei, das immer am Kochen gehalten werden muss. Schlingensiefs Ei ist ein Dauerei ("Das ist das Hauptrezept, das ist die Forschungsanlage der Zukunft, das 24-Stunden-Ei. Das müssen wir irgendwo plazieren, vielleicht auch an mehreren Orten"), und auch das kommt selbstverständlich von woanders her gekullert.

Als 1982 zur Documenta 7 Georg Jiri Dokoupil das gewaltige Gemälde "Gott, zeig mir deine Eier" schuf, war das neben der Persiflage auf die martialischen Julian-Schnabel-Bilder, auch eine kleiner Seitenhieb gegen Beuys´ schamanistische, damals leicht ranzige Aufforderung "Zeig mir deine Wunden". Und in Martin Kippenbergers letzten Jahren im burgenländischen Jennersdorf fuhr dieser, laut AC/DC spielend, mit einem riesigen Gipsei auf der Ladefläche eines Motordreirads über die Dörfer und plante für das Dorf ein Hubschrauberlandeplatz in Form eines Spiegeleis, während Schlingensief nochmal 10 Jahre später die wenig originelle Parole ausgab: "Gott, zeig mit Deine Bremsspur".

Der grössere Oologe momentan ist aber Toni, ein österreichischer Eierentrepreneur, der nicht nur seine Hühner mit Essig, Oregano und kleinen Steinen füttert, sondern auch grüne Eier produzieren lässt, von einem uralten südamerikanischen Hühnervolk namens Babette. Und neuerdings im Rahmen der Bewegung "Neue Bescheidenheit" verkauft er auch "kleine Eier" (Bild). Schlingensief mit seinen dicken Eiern frisst vermutlich der Neid.

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Löffelei

Tex Rubinowitz | Dauerhafter Link | Kommentare (2)


Kommentar #1 von irgendwem:

Dieser Toni hat seine Hendln so gern, dass er sie während verhängter Vogelgrippe-Quarantäne und Verwaltungsstrafe, frei herumlaufen liess.
So ein Marketing-Fuchs.

23.03.2007 | 17:21

Kommentar #2 von lokalreporter:

aus dem ei des gelbs kamen klopfgeräusche.

30.03.2007 | 23:00

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