Riesenmaschine

26.05.2007 | 20:33 | Supertiere | Alles wird schlechter

Rettet die Riesenhamsterratte


Eine Riesenhamsterratte namens Matisse (Foto: SpinyMice).
Vor ein paar Jahren geisterten die Killerbienen als Spuk durch die amerikanische Folklore, hybride Monstersummsen, entstanden durch Kreuzung der ursprünglichen europäischen Siedlerbienen mit aus Afrika eingeführten Arbeitsbienen, die die Produktivität der Bienenvölker erhöhen sollten. Die geradezu grotesken Parallelen zur Geschichte der amerikanischen Sklaverei und das mit ihr verbundene schlechte Gewissen sind vermutlich für die an Hysterie grenzende Bienenfurcht verantwortlich zu machen, die nach dem ersten Auftreten der Mulattenmajas ein paar Jahre lang herrschte. Mittlerweile spricht kaum noch jemand von den Killerbienen, im Gegenteil machen sich jetzt seit einer Weile schon ganze Bienenvölker aus dem Staub: machts gut, und danke fürs Honigklauen.

Es wäre eine schöne Chance für die Nagetiere, das Furchtvakuum auszufüllen. Aber der erste Versuch der Gambischen Riesenhamsterratte, auf den Inseln südlich von Florida Fuss zu fassen, und dann Floridas Zuckerrohrfelder unter Absingen religiöser Pfeifkonzerte kahlzunagen, wird jetzt leider schon im Keim erstickt, indem man die harmlosen waschbärgrossen Tiere, die von ihrem ehemaligen Besitzer in die Freiheit entlassen wurden, erbarmungslos jagt. Hilflose, niedliche Nagetiere! Dass aber auch nirgendwo jemals aus der Geschichte gelernt wird.


Kommentar #1 von bobo:

Leider wieder mal kein Wort zur kulinarischen Verwertbarkeit der klugen kleinen Nager. Allerdings möchte ich der Riesenhamsterratte (Vita übrigens auch auf deutsch unter: http://de.wikipedia.org/wiki/Riesenhamsterratte) eher ein grosses Potential für den Wrestling-Zirkus bescheinigen, denn: "Sperrt man zwei Männchen zusammen, kämpfen sie bis zum Tode eines der Kontrahenten." (a.a.O.)

26.05.2007 | 22:35

Kommentar #2 von Rudi K. Sander; www.textsteller.de:

es hilft ja alles nichts, einer muss es aussprechen: Wer anfängt, eine Geschichte faktengestützt (und damit vielleicht nur scheinplausibel) zu erzählen, der eröffnet insofern ein reales Universum, weil jeder, der auf diese Geschichte eingeht und sich seinerseits äussert, also anschliesst, den prima facie-Eindruck verstärkt, an der Geschichte könnte irgendwie etwas Kohärentes dransein. Aber viele aneinandergereihte "Tatsachen" (gewichtet, weil irgendwo gemeldet), bezeugen keinen tatsächlichen Zusammenhang. Das Ganze zeigt nur überdeutlich: Das Universum ist ein undurchschaubarer Zusammenhang, der wie ein Chaos aussieht, worin der geschickte Erzähler erzählend behauptet, er sehe eine ordentliche Ordnung. Aber alle Notwendigkeiten sind stets nur schlichte Kinder des Zufalls.
So sieht es: Rudi Sander

27.05.2007 | 00:03

Kommentar #3 von michael:

und genauso funktioniert die riesenmaschine.
aber zu den bienen:
"For beekeepers, that's a loss that stings."
haha, lustig formuliert.

27.05.2007 | 00:10

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