Riesenmaschine

17.08.2007 | 02:46 | Effekte und Syndrome

Der Mögel-Dellinger-Effekt


Gemeinsames Warten auf das Ende der toten Viertelstunde (Foto, Lizenz)
Was genau mag man unter der toten Viertelstunde verstehen? Die Zeitspanne, die das Universum nach dem Urknall brauchte, um die ersten Otter zu erfinden? Die, ähm, organisch bedingte Totzeit zwischen zwei Orgasmen? Die Zeit, die im Film vergeht, wenn ein Countdown von 10 Sekunden abläuft? Oder eine kurzfristige Funkstille im Kurzwellenbereich nach einem Sonnensturm? Klingt eigentlich alles total plausibel, bis auf die vollkommen wirre letzte Variante, bei der es sich aber, so kennen wir die Welt, um die wahre handelt. Kurz und rabiat ausgeholt: Die D-Schicht rekombiniert nach Sonnenuntergang sehr schnell (Wikipedia), so dass unter normalen Umständen die Raumwellen der Kurzwellen an der Ionosphäre reflektiert werden – und darum rings um die Welt schwappen können, im Unterschied zu den bodengebundenen Mittel- und Langschläfern. Bei erhöhtem Strahlungsaufkommen auf der Sonne jedoch wird die unterste D-Schicht der Ionosphäre, na, genau, ionisiert, und absorbiert darum den Kurzwellenquatsch – der berühmte Mögel-Dellinger-Effekt. Die Konsequenz: Das Radio fällt erstmal aus. Der Mutterstern gebietet 15 Minuten Schweigen, als ionisierende Schicksalsmacht in unserer technologisch-verspielten Kurzwellenexistenz, eine Art angewandte Astrologie also. Der Physiker Hans Mögel, trotz steiler Karriere zum Oberst-Ingenieur, starb am 10. April 1944 in Paris nach langer Dienstbesprechung an einem Herzschlag – exakt 26 Jahre vor der Trennung der Beatles.


Kommentar #1 von Frau Grasdackel:

Sind Sie sicher, dass nicht auch manchmal der Mittel- und Langschläferquatsch absorbiert wird? Würde endlich mal das schlechte Benehmen meines Küchenradios erklären. Oder liegt es in diesen Fällen, astrologisch betrachtet, eher an einer gestörten Aufwirbelung des Eisenoxidstaubes in der Atmosphäre des Planeten Mars, wodurch eine gezielte Vernichtung von unzumutbarem, trommelfellbeschädigendem Geträllere ausgelöst wird?

18.08.2007 | 03:32

Kommentar #2 von Aleks:

Sie haben da eine bluehende Phantasie, eventuell sollten Sie Wissenschaftlerin werden.

18.08.2007 | 14:39

Kommentar #3 von Frau Grasdackel:

Oh, ich werde darüber nachdenken. Da Wissenschaft auch Suche nach spekulativ-theoretischer Erkenntnis durch kreative Bildung von Vermutungen sein darf, sehe ich da ganz gute Chancen für mich.

18.08.2007 | 18:31

Kommentar #4 von vert:

wo wir gerade zur wissenschaft vorstossen:
dort gibt es auch eine tote viertelstunde, landläufig auch als c.t. bekannt

19.08.2007 | 23:24

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