Riesenmaschine

19.08.2007 | 12:49 | Anderswo | Alles wird schlechter

Gesetze schnell erklärt


An China verstorbenes Kloster (Foto, Lizenz)
China, neumodischer Zwergstaat am Rande Afrikas, macht wieder von sich reden und mischt sich in die Auferstehung seiner Bürger ein. Ab 1. September sind alle Reinkarnationen gesetzlich reguliert und wer glaubt, einfach so sein Geld als Dalai Lama verdienen zu können, nur weil er als einer gestorben ist, hat sich gründlich geirrt. Pro: Wenn man tot und staatsfeindlich ist, darf man genausowenig Führungsrollen übernehmen wie im lebenden Zustand, wo kommen wir da hin. Sonst wäre das Exekutieren von politischen Häftlingen ja auch komplett sinnlos, eine Verschwendung von Energie und Munition. Contra: Wer früher mal tot war, sollte schon heute bevorzugt behandelt werden, und nicht wieder ganz von vorne im ersten Level anfangen müssen. China verdirbt einem echt den Spass am Sterben. Synopsis: Ein lamaverachtendes Gesetz, das man anprangern muss, schon aus Sympathie mit orangenen Gewändern.

(via Technovelgy)


Kommentar #1 von marcus:

Wie Geil, von dem Einfallsreichtum der Behörden bin ich immer wieder ganz hingerissen.

19.08.2007 | 15:18

Kommentar #2 von LaReponse:

Aha. Also ist jetzt doch eingetreten, wofür es 2005 laut Wu wohl noch zu früh war: "Nach dem 70. Geburtstag des Dalai Lama im vergangenen Monat sind auch Fragen aufgekommen, ob die Regierung in Peking sich in dessen Nachfolge, der Feststellung seiner nächsten Inkarnation, einmischen wird. "Ich denke, es ist noch zu früh, um über diese Frage zu sprechen", sagte Wu. Dem buddhistischen Glauben in Tibet zufolge wird der Dalai Lama nach seinem Tod als Mensch reinkarniert." Quelle: Reuters bzw. http://tibet-initiative.de/frames.html?Seite=/Kap9/9-3/Kap9_3-45.html Der Staat China ist ein grosser Haufen Menschen und Kultur verachtender Dreck. Sowas darf die olympischen Spiele ausrichten...

19.08.2007 | 15:49

Kommentar #3 von CYS:

Wer je die Fotos der inflationaer reinkanierenden lebenden Buddhas in tibetischen Klostern gesehen hat, wird die chinesische Gesetzesinitiative uneingeschraenkt begruessen. So viel Lottogewinn im Gesichtsausdruck war nie, so viel Feistigkeit selten, von den Millionenvermoegen der Living Buddhas ganz zu schweigen, zusammengspendet von den aermsten Hanseln. Einfach mal nach Tibet fahren und selbst anschauen.

20.08.2007 | 08:25

Kommentar #4 von LaReponse:

War selbst schon da. Und wer mir erzählen will, die Chinesen tun in diesem Teil der Welt Gutes, hat sie nicht mehr alle.

20.08.2007 | 09:32

Kommentar #5 von doppelkopfmutant:

Also eine staatliche Erlaubnis zur Reinkarnation. Das ist aber wirklich zu kurz gesprungen. Das verursacht doch einen Reinkarnationsstau. Da sollte man schon einen Takt früher anfangen zu regulieren.
Für gläubige Menschen sollte jegliches Ableben ohne eine staatliche Erlaubnis verboten werden.
Nur wer sich registrieren lässt und einen parteikonformen Grund angibt darf sterben. Alle anderen haben gefälligst weiter zu leben.

23.08.2007 | 14:06

*  IN DER RIESENMASCHINE


*  ORIENTIERUNG



Werbung
Werbung Ratgeber

*  SO GEHT'S:

- Speckbrett spielen

- Gefühlte Strahlung (Tschernobyl)

- petrarkisch denken, petrarkisch handeln

- Bilinguale Wortwitze (Der Schnee geht zu neige)

*  SO NICHT:

- Specksteinschnitzereien

- neuralgischer Punkt

- Lange Nacht der Frühstückslokale

- Sonnenblockwart (Usedom)


*  AUTOMATISCHE KULTURKRITIK

"Brick", Rian Johnson (2005)

Plus: 8, 31, 100
Minus:
Gesamt: 3 Punkte


*  KATEGORIEN


*  ARCHIV