Riesenmaschine

09.11.2007 | 23:10 | Berlin | Fakten und Figuren

Fontana Blow up


(Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)
Ohne Hintergrundinformation schwer zu entscheiden: Hat hier ein Graffitimaler die aktuelle Outdoor-Kampagne für das Motorola RAZR 2 kongenial auf seine Weise interpretiert und konsequent weiterentwickelt, indem er mit scharfer Klinge das Blow-up-Plakat an der Berliner Torstrasse, Ecke Chausseestrasse perforierte, um sein an der dahinter liegenden Hauswand appliziertes Piece nicht nur freizulegen, sondern aufmerksamkeitsfördernd ins Passepartout des Plakats einzubetten? Oder hat hier die diensthabende Agentur die Spuren dieses Manövers als Pastiche emuliert, um die Kernbotschaft der Kampagne ("Noch schärfer") quasi auf einer Metaebene ins Bild zu hieven und aufmerksamkeitsfördernde Irritation zu stiften? Letzteres ist nicht ausgeschlossen: Wie im Bereich der bildenden Kunst Lucio Fontana bereits vor 50 Jahren danach drängte, die Leinwand zu durchstossen, um die dritte Dimension mit einzubeziehen, entdeckt die Outdoor- und Ambient-Werbung diesen Effekt in jüngster Zeit immer häufiger für sich. Für diese ausnahmsweise gelungene und selbstironische Anwendung gebührten den Machern dann allerdings alle Kreativpreise, die die Branche in der Sparte zu vergeben hat. Ein kleines Detail spricht jedoch gegen diese Version und für den anonymen Einzeltäter: Die vorab in hässlichem Rot mit Schatteneffekten aufgedruckten Schnitte, angesichts deren formal-ästhetischer Unzulänglichkeit sich Fontana schlechterdings im Grabe herumdrehen würde.


Kommentar #1 von Rembert Satow (sic)!:

Sieht aus wie ein neuer Rasierapparat. Mir fällt allerdings nur Wolf Vostell ein.

10.11.2007 | 01:38

Kommentar #2 von Bronzo:

Wäre das gewollt, wäre der Schnitt nicht waagerecht zum Gerüst (Langeweile), sondern diagonal (frische Dynamik). Das hätte kein AD durchgewunken.
Warum Handys RAZR heissen müssen, bleibt hingegen ungeklärt.

12.11.2007 | 13:22

Kommentar #3 von irgendwem:

weil sie inzwischen so dünn sind wie Rasierklingen. Bringt natürlich auch erhöhte Verletzungsgefahr mit sich, vor allem wenn man sich das Telefon bei schlechtem Empfang ganz doll ans Ohr drückt.
Aber man lebt ja gern gefährlich.

12.11.2007 | 13:41

Kommentar #4 von Facy:

Ich glaube, ich hole mir auch ein RAZR.
Ist die Darstellung auf dem Plakat denn auch 1:1?

12.11.2007 | 15:11

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