Riesenmaschine

17.12.2007 | 14:16 | Papierrascheln | In eigener Sache

Readmebailey!


(Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)
"It appeared to him that a great and daring book – a green book – was the crying need of the hour ..." (Flann O'Brien: At Swim-Two-Birds)

Es hat ausnahmsweise gar nichts mit Prokrastination zu tun, dass das "Strübel & Passig"-Buch schon vier Jahre nach Einstellung der gleichnamigen taz-Kolumne erscheint. Vielmehr ergab es sich so, dass 2006 in der Presse hin und wieder behauptet wurde: "Kaum hatte Passig in diesem Sommer das Klagenfurter Wettlesen mit ihrem strategisch auf das Bachmann-Ritual am Wörthersee zugeschnittenen Text Sie befinden sich hier 'unterwandert', wechselte sie vom subversiven Verbrecher- zum lukrativen Rowohlt-Verlag." (Ingo Arend im Freitag, aber auch andere Leute anderswo). Und das war nun mal erstens nicht richtig und zweitens falsch, wie man durch einfaches Nachfragen ("Recherche") ganz leicht hätte herausfinden können. Deshalb sprachen wir zum freundlichen Jörg Sundermeier vom Verbrecher Verlag: "So gib doch einfach unsere taz-Kolumnen als Buch heraus, es wird schon keiner merken, dass man sie auch kostenlos im Internet nachlesen kann. Wir schreiben dann auch ein neues Nachwort, entfernen unsere eigenen und die von der taz hineinkorrigierten Fehler und ersetzen überall 'AOL' durch 'Google'. Die Leute kaufen doch alles, wenn es nur einen grünen Umschlag hat!" Diesem Argument konnte sich der kluge Verleger nicht verschliessen. Und so gibt es jetzt gerade noch rechtzeitig vor Weihnachten ein ganzes Buch mit 44 Texten, einem Update "Die ungeschriebenen Kolumnen" und 25 hervorragenden neuen Fussnoten zu kaufen. Lernen wir daraus, dass es durchaus positive Folgen haben kann, wenn Journalisten auf Recherche verzichten. Wer subversive Verlage unterstützen will, der tue es jetzt, denn 2008 geht es wieder bei Rowohlt weiter.


Kommentar #1 von Rosenlust:

Grün? Warum bin ich da nicht früher darauf gekommen?

17.12.2007 | 17:34

Kommentar #2 von Inspector:

Beim verlinkten Händler sieht es eher stumpf-ocker aus. Ist doch hoffentlich das Buch, von dem hier die Rede ist?

17.12.2007 | 18:01

Kommentar #3 von Kathrin:

Ein neues, grüneres Bild ist bereits auf dem Weg zu Amazon, hört man so vom Verleger.

17.12.2007 | 18:48

Kommentar #4 von blauminus:

also ich find, im grün fehlt gelb,mir ist das grün zu blau und zu rot!

17.12.2007 | 20:44

Kommentar #5 von irgendwem:

"Trellis practised another curious habit in relation to his reading. All colours except green he regarded as symbols of evil and he confined his reading to books attired in green covers.[...]
For many years he experienced a difficulty in obtaining a sufficiency of books to satisfy his active and inquiring mind, for the green colour was not favoured by the publishers of London, excluding those who issued text-books on such subject as fretwork, cookery and parabolics."
Meilenweit voraus, die Berliner Verleger. Vorbildlich.

17.12.2007 | 21:06

Kommentar #6 von Weitsichtiger:

Erinnert mich an meinen gestrigen Spaziergang durch den Hugendubel – dort waren die Bücher teils nach Farben sortiert. Zumindest die rosanen und hellblauen, dieses grüne bekommt hoffentlich einen eigenen Tisch.

18.12.2007 | 13:16

Kommentar #7 von Anton:

Das ist doch ein Buch-, respektive Geldmaschine hier.

19.12.2007 | 14:22

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