Riesenmaschine

14.01.2008 | 12:36 | Nachtleuchtendes | Fakten und Figuren

Aktion Bock zum Gärtner


Unter der Laterne ist es bekanntlich am dunkelsten. (Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)
Mit der Corporate Social Responsibility (CSR) ist das so eine Sache. Einige, wie der Economist, halten sie für rundheraus verzichtbar. Auf jeden Fall wird es immer schwieriger, den zum eigenen Geschäftsgebaren passenden, zudem noch unverbrauchten Aktionsradius zu finden. Wie leicht hatte es da doch der CSR-Pionier Krombacher, der sich mit seiner Saufen für den Regenwald-Kampagne einfach arbiträr auf das nächstbeste und publikumsträchtigste Charity-Thema werfen konnte. Heute sind die Claims abgesteckt, und die kritische Öffentlichkeit will eine Verbindung sehen. Da hilft im Einzelfall nur die Flucht nach vorn und ab durch die Mitte. Nach diesem Schema konnte sich etwa der Erdölkonzern BP als klimaschützende NGO neu erfinden. Danach ist es kaum noch irritierend, wenn nun auch der CEO von McDonald's UK öffentlich Videospiele als Dickmacher der Jugend geisselt. Und von daher wäre auch der deutsche Mobilfunkanbieter Debitel durchaus zu seinem im vergangenen Jahr gestarteten, neuerdings mit riesigen Aussenplakaten beworbenen Engagement gegen Kinderarmut zu beglückwünschen. Mal sehen, ob sie damit davon kommen, oder dieses eine Mal vielleicht doch zu sehr auf die Ablenkungswirkung des blinding flash of the obvious vertraut und spekuliert haben.


Kommentar #1 von 2:

es mag herzlos erscheinen, am ende sind kopfsprünge auf harten parkplatzbeton aber dann doch ein statistisch geeignetes mittel, die kinderarmut zu senken.

14.01.2008 | 14:57

Kommentar #2 von Ma.rath:

Da hat einer diese Art von Kopfsprung wohl schon hinter sich gebracht? Oder ist's nicht ein zerdötschtes Hirn, sondern vatikantreue Nachwuchsplanung, die zu solchen Kommentaren führt?
"es mag herzlos erscheinen, am ende sind kopfsprünge auf harten parkplatzbeton aber dann doch ein statistisch geeignetes mittel, die kinderarmut zu senken."

15.01.2008 | 09:45

Kommentar #3 von facy:

Kommentar #2: Häh? Mach ma lookilooki auf's Plakat. Ist die Bildidee etwa nicht etwas eigenartig?

15.01.2008 | 12:53

Kommentar #4 von tash:

also ehrlich: engagement gegen kinderarmut schön und gut. aber dieses surrealistisch anmutende Bildmotiv löst auch bei mir eher werberisches unverständnis aus. was soll das? um es mit den worten von herbert grönemeyer auszudrücken.
um überzeugende bildinterpretationen wird gebeten!

15.01.2008 | 15:07

Kommentar #5 von mymanfriday:

im hintergrund hebt doch ein armes kind ab (vielleicht ins bigeasy, die freiheit oder den wohlstand), nicht? erinnert an den seligen bill hicks. sinngemäss: 15- year-old on lsd-trip thought he could fly, took off the balcony and died. – what a moron. if he thought he could fly why didn´t try first and take off the ground.

15.01.2008 | 23:28

Kommentar #6 von 2:

wer kommentare zitiert, der wird... fritiert oder so.
aber wenn sich das kind rechts nicht absichtlich auf die fresse legen will, was dann. hier noch mal in besser:
http://www.debitel.ag/debitel/downloads/presse/download_britta_steffen/britta_steffen_full3.jpg

16.01.2008 | 00:53

Kommentar #7 von tash:

danke, mymanfriday: hierzu drängt sich dann folgendes hicks-zitat förmlich auf und passt wie die faust aufs blaue auge:
"By the way, if anyone here is in advertising or marketing...kill yourself. Kill yourselves, seriously. You're the ruiner of all things good. Seriously, no, this is not a joke."
naja.
hauptsache frau steffen steht mit ihren adidas-schocken in der peripherie und telefoniert süffisant lächelnd – wen sie wohl anrufen mag?

16.01.2008 | 12:32

Kommentar #8 von Dr. Bob:

Welche Kinderarmut ist hier eigentlich gemeint? Die zunehmende Verarmung deutscher Familien mit Kindern oder die abnehmende Anzahl von Kindern in deutschen Familien? Letzteres würde die telefonierende Frau erklären: "Ist da das Waisenhaus von Krynolozibirsk? Können Sie mir schnell ein Kind zuschicken?" – "Kein Problem, es steht schon eines in den Startlöchern!"

17.01.2008 | 14:11

Kommentar #9 von petra:

der economist artikel ist aber ganz schön alt- so ganz abgeneigt sind sie dem Thema CSR inzwischen nicht mehr

18.01.2008 | 11:22

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