Riesenmaschine

25.03.2008 | 13:27 | Alles wird besser | Sachen kaufen | Essen und Essenzielles

Natürlich sind zwei Artikel besser als einer


Die Echte (Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)

Das Echte (Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)
Den Artikel vor einem Artikel wegzulassen, ist eine gleichermassen populäre wie einfallslose Markenbildungsmassnahme ("iPhone is a revolutionary new mobile phone"). Und auch die modische Umkehrung dieser Strategie, die Volkswagen "Das Auto" und die Bahn "Die Bahn" nennt, hat Schwächen. Denn natürlich wären der Auto und das Bahn aufmerksamkeitsstärker gewesen, aber welcher Vorstandsvorsitzende im Praktikum erinnert sich heute noch an "Das König der Biere"?

Ausgerechnet Zentis, der "traditionsbewusste Hersteller von Brotaufstrichen, Süsswaren, Backfüllungen und Fruchtzubereitungen" führt nun das Dual-Shock-Naming in den Massenmarkt ein: Mit den parallelen Aufdrucken "Das Echte" und "Die Echte" auf ein und demselben Johannisbeer-Gelee erlebt die/das Abweichung von der (?) Norm eine neue Qualität.


Kommentar #1 von gnaddrig:

Immerhin haben sie nicht "Frühstück's-Gelee" geschrieben. Ist ja auch was wert.

25.03.2008 | 13:46

Kommentar #2 von Helga @ LG:

Au ja, mit Marketing in den Lingualterrorismus. Dem finde ich gut.

25.03.2008 | 14:58

Kommentar #3 von irgendwem:

Ich möchte auch auf Wurzener Cornflakes hinweisen, die vorne auf der Packung gross als "der klassische" bezeichnet werden. Mögliche Bezugswörter sind, wenn ich mich recht erinnere, "Cornflakes" und "Guten-Morgen-Frühstück". Ich möchte weiterhin darauf hinweisen, dass sich alle bisher angeführten Beispiele auf Frühstücksprodukte beziehen, eindringliche Mahnung vor den Gefahren des zu frühen Aufstehens.

25.03.2008 | 16:59

Kommentar #4 von Weitsichtiger:

@3: Vor allem wenn man Pils mit Müesli kombiniert..

25.03.2008 | 17:44

Kommentar #5 von Faouzi:

An einer ostfriesischen Dönerbude sah ich mal eine Werbefahne mit dem Aufdruck (also nicht etwa selbstgemalt ...): "Qualität hat seinen Preis!"
Das hat mich damals sehr beeindruckt und meinen Tag versüsst. Und wenn ich jetzt so darüber nachdenke, muss ich schon wieder ein wenig schmunzeln.

25.03.2008 | 20:58

Kommentar #6 von Bastian Sick:

Ein legitimer Nachfolger ist gefunden. Gottlob. Und witzig wie Badesalz ist er auch noch.

25.03.2008 | 22:07

Kommentar #7 von Mark Mywords:

Ich vermute ja eine diskrete Feldstudie der Deutschen Gesellschaft für Rechtschreibreformen AG (oder wie auch immer der gut bezahlte Ausschuss heisst, der diesen "dass"-Käse verbrochen hat – bin jetzt grad zu faul zum wikipeden). Läuft die Aktion ohne Protestgeschrei durch, werden dann bei der nächsten Reform sämtliche Artikel wegnormiert und durch irgendetwas Fieses mit Doppel-s ersetzt. Deswegen: Deutsch sofort ganz weg, dafür lieber gleich Englisch – kein Ärger mehr mit Artikeln, Umlauten und Schule geht auch schneller. Dankeschön.

25.03.2008 | 22:37

Kommentar #8 von d.z. bodenberg:

"Dass"-Käse? Wo gibt's denn das(s)? Bei "Real,-", "Kaiser's", oder wo sonst?

26.03.2008 | 13:12

Kommentar #9 von irgendwem:

Mich brachte das Lesen des Textes zum Lachen – der Rest interessiert mich nicht wirklich.

27.03.2008 | 00:02

Kommentar #10 von Hubert:

Das tut wirklich weh. Solche Artikel disqualifizieren sich selbst. Einen eventuellen Inhalt kann man da nicht mehr ernst nehmen. Anmerkung des Kommentarverfassers: Alle in diesem Text falsch gesetzten ss wurden mir gegen meinen Willen aufgezwungen.

27.03.2008 | 08:08

Kommentar #11 von irgendwem:

irgendwie seid ihr doch nur armselige punks

27.03.2008 | 21:52

Kommentar #12 von irgendwem:

Entschuldigung, haben SIE mir Sand in die Haare gestreut?

27.03.2008 | 22:04

Kommentar #13 von irgendwem:

Nichts ist gewiss. Die Sicherheit des Wissens um die Existenz des eigenen Bewusstseins ist nämlich leider auch nicht hundertprozentig. Denn die Sicherheit des eigenen Denkens gilt nur für einen instantanen, völlig inhaltsleeren Jetzt-Punkt, denn alle Bewusstseinsinhalte dauern eine gewisse Zeitspanne, und was auch nur unmittelbare Vergangenheit ist, unterliegt möglicher Täuschung (auch wenn es noch so unwahrscheinlich ist, es ist möglich, sich über die vergangenen hundertstel Sekunde falsch zu erinnern, sich etwas einzubilden und damit zu irren). Auch das Wissen um das eigene Bewusstsein wird einem nur ausdrücklich bewusst, wenn es gedanklich formuliert ist, und auch hierfür gilt die Möglichkeit von Falschheit sprachlicher Formulierungen, von Angelerntem und Erinnerung. Worüber man sich absolut unmöglich täuschen kann, ist das nicht objektivierbare Subjekt möglicher Täuschung, ein fast nicht greifbarer, völlig augenblicklicher Existenzpunkt ohne jegliche zeitliche Ausdehnung, der einem aber sofort wieder entgleitet, sobald man ihn ausdrücklich ergreifen und objektivieren will: Das transzendentale Ich, von dem Immanuel Kant spricht. Es ist nicht, wie das empirische Ich (alle Bewusstseinsinhalte) ein Element der empirischen Welt – und somit auch nicht in Experimenten objektivierbar –, sondern ein rein formaler logischer Punkt, ein unbekanntes x. Es ist so gut wie nichts, aber dafür absolut gewiss: Nichts ist gewiss.

28.03.2008 | 15:31

Kommentar #14 von gnaddrig:

Ist #13 auch ein vorgefertigtes Meinungsangebot? So schön und prägnant kann das sicher nicht jeder auf den Punkt bringen.

28.03.2008 | 15:36

Kommentar #15 von Markus:

Wie war das noch mit dem Kommentieren des vorher gelesenen Artikels? Oder entzieht sich mir einfach nur der entsprechende Bezug bei Kommentar #13? Naja, jedenfalls zum Artikel: Manche Werbetexter scheinen über keine besonders guten Deutschkenntnisse zu verfügen, und ich dachte immer, das sollte Voraussetzung für den Beruf sein...ich selber kenne auch mindestens einen, der seinen Beruf verfehlt hat. Vielleicht hat er ja den Marmeladenbehälter verbrochen.

28.03.2008 | 16:35

Kommentar #16 von gnaddrig:

@15: Das ist doch Erbsenzählerei! Was ist schon ein wohl witziger aber letztendlich belangloser Artikel im Vergleich zu so bedeutsamen Dingen wie Bewusstseinsinhalten und instantanen, völlig inhaltsleeren Jetzt-Punkten? Es gibt Dinge, die einfach gesagt werden müssen. Der mögliherweise eher lose Bezug

28.03.2008 | 21:12

Kommentar #17 von gnaddrig:

Der, wie ich eben am Schreiben war, als mein PC den Kommentar eigenmächtig (!) abschickte, möglicherweise eher lose Bezug zum Artikel kann da nun wirklich nicht berücksichtigt werden.

28.03.2008 | 21:14

Kommentar #18 von ficker:

Ist Aleks Scholz jetzt endgültig aus der Maschine ausgestiegen?

29.03.2008 | 16:52

Kommentar #19 von ne frage:

#13 ist denn wenigstens die ungewissheit um die selbstbezüglichkeit des geistes gewiss?

29.03.2008 | 21:29

Kommentar #20 von RAL seidenmatt:

Selbstverständlich hat Kommentar 13 einen Bezug zum Artikel, und zwar beleuchtet er die kalenderblattweisheitlich daherkommende Behauptung des Gelees, Das, bzw. Die Echte zu sein.
@ 17/gnaddrig: Das Drücken der Return-Taste beim Schreiben ins Kommentarfenster hat diesen Effekt.

29.03.2008 | 22:10

Kommentar #21 von gnaddrig:

@20: Das war mir bekannt. Ich bin mir aber ziemlich sicher, die Return-Taste nicht gedrückt zu haben. Wäre tipptechnisch auch nicht wirklich naheliegend – bei der Suche nach dem z liegt die Return-Taste nicht auf dem Weg. Da müssen mindestens Aliens im Spiel gewesen sein, oder der Bundestrojaner oder so.

30.03.2008 | 14:58

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