Riesenmaschine

07.05.2008 | 14:02 | Berlin | Supertiere | Vermutungen über die Welt

Sandkastenkreuzzüge


(Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)
Vorbei die Zeiten, in denen alle Spielplätze gleich aussahen, in denen überall die wie buntangepinselte Holzsägearbeiten anmutenden Schaukeltiere pflichtbewusst ihren Dienst versahen, während der Rest der Plätze mit lieblosen Klettergerüsten von der Stange ausgestattet war. So wurde beispielsweise in Berlin-Friedenau erst vor einigen Wochen ein komplett durchgebrandeter Spielplatz im "Der kleine König"-Look eröffnet. In anderen Bezirken setzt man hingegen krampfhaft auf kreative und individuelle Lösungen, wobei in Kauf genommen wird, dass diese manchmal eine Spur an der Zielgruppe vorbeigehen – wie etwa der Drogenspielplatz vom Prenzlauer Berg.

Beim Platz an der Kreuzberger Ohlauer Strasse dürfte aber zumindest klar sein, mit welchen Argumenten die Gestalter bei der Präsentation im zuständigen Bezirksamt punkten konnten. Man wolle an die "Lebenswelt der vielen Menschen mit migrantischen Hintergrund im Kiez" anknüpfen und gleichzeitig den deutschen Kindern "schon früh eine Auseinandersetzung mit fremden Kulturen" ermöglichen, auf diese Weise "Brücken bauen" und "Integrationspotenziale aktivieren". Der Spielplatzbeauftragte von Friedrichshain-Kreuzberg war begeistert. Das Ergebnis sieht hingegen aus wie ein Schlachtfeld zu Zeiten der Kreuzzüge: Zwei geköpfte und gepfählte Moslems säumen das zentrale Klettergerüst, eine Kampfansage, die am anderen Ende von einem Paar gigantischer Krummsäbel erwidert wird. Auch das Kamel ist offensichtlich tot, streckt es doch alle Viere von sich. Da können ein paar friedliche Alibiholzpalmen auch nichts mehr retten.

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Spielen auf Pilzen


Kommentar #1 von Neuraum:

Also, das alles kommt mir relativ harmlos vor. Die wahren Jünger des küzlich verstorbenen Albert Hofmann bauen Kinderspielplätze in Russland, und hier wird's dokumentiert: http://community.livejournal.com/detskiy_dvor/

07.05.2008 | 14:45

Kommentar #2 von Matthias:

Aber wo gibt es so was in Berlin zu kaufen?

07.05.2008 | 15:03

Kommentar #3 von B. Duini:

Kamel nicht tot – er pieft nur. Toter Kamel treibt mit Bauch oben (vgl.: Wüstenschiff).

08.05.2008 | 10:07

Kommentar #4 von DE:

Das tut wirklich weh. Solche Artikel disqualifizieren sich selbst. Einen eventuellen Inhalt kann man da nicht mehr ernst nehmen. Anmerkung des Kommentarverfassers: Alle in diesem Text falsch gesetzten ss wurden mir gegen meinen Willen aufgezwungen.

08.05.2008 | 10:52

Kommentar #5 von irgendwem:

Kommentar #4 stammt aus dem vorgefertigten Meinungsangebot, das ist klar. Aber welche falsch gesetzten ss meinte der Verfasser denn nur bloss?

08.05.2008 | 16:56

Kommentar #6 von rainer der pausenschneck:

was heisst denn durchgebrandet, sowas wie durchgebrannt?
ist das was Gutes, klingt eher schlecht. Ist aber ein sehr sehr beliebter Kinderspielplatz und hat mit der Konzentration auf Eisenbahngeschichten auch einen Bezug zur Umgebung: S-Bahnhof Friedenau...

11.07.2009 | 13:22

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