Riesenmaschine

07.07.2008 | 12:42 | Anderswo | Essen und Essenzielles | Papierrascheln

Frau zum Trinken

Die österreichische Frauenzeitung Woman hat ein Getränk gemischt, das man laut dieser Meldung erst ab 18 konsumieren darf. Es ist eine Art jugendgefährdende Buttermilch mit Birne-/Melissegeschmack und "Ziel ist es, mit diesem neuen Produkt im Kühlregal leserinnenaffine Zielgruppen anzusprechen". Offenbar soll suggeriert werden, dass Kühlregalbesucherinnen illetristisch sind.

Aber die Womanoffensive ist nur ein logischer Schritt, denn schon länger gleichen sich bekanntlich Pflegeprodukte den Lebensmitteln an, man rückt näher, in allen sind immer auch essbare Teile, und aus Schweden kommt der Skin Drink mit Papaya und Grünem Tee, denn auch die Poren kennen Hunger und Durst. Wenn man den Woman Beauty Drink jetzt noch dahingehend bewerben würde, dass er für einen schöneren Magen sorgt, denn auf die inneren Werte kommt es ja eben auch an, kann man mit der Produktion von Spiegelbier, Bildmilch, Fazkefir beginnen. Denn dahinter steckt immer ein kluger Körper.


Kommentar #1 von van Tock:

Ich dachte lauwarmer Kaffee sei gut für die Haut. Muss ich jetzt auf Papaya / Grünen Tee umschwenken?

07.07.2008 | 13:50

Kommentar #2 von Miesenraschine:

Ist zwar nur zitiert, aber gegen das Prickeln mit dem "leserinnenaffin" auf der Zunge zergeht, können Birne und Melisse auch als Team nicht konkurrieren. "illetristisch" meint soviel wie "literophob" oder "analphab", richtig? Danke auch für den "Fazkefir"!

07.07.2008 | 15:39

Kommentar #3 von irgendwem:

interessant, dass man bei Woman bereits ganz auf das Binnen-I zu verzichten scheint,

07.07.2008 | 16:01

Kommentar #4 von Susi:

Nix ab 18 – ab 18. Juni! Ab da nämlich "ist die Produktneuheit (...) im Handel österreichweit erhältlich."

07.07.2008 | 16:58

Kommentar #5 von irgendjemandem:

stimmt. Und zwei Geschmacksrichtungen gleichzeitig. Hoffentlich nicht entgegengesetzt! Sonst wird man ja innerlich zerrissen.

07.07.2008 | 22:38

Kommentar #6 von nochirgendjemand:

zerrissen wird man doch eh schon allein bei birne-melisse respektive orange-grapefruit – dass alles heute mindestens zwei geschmäcker haben muss liegt daran, dass künstler mindestens zwei wohnorte haben müssen. die identität fragmentiert, hybridisiert, dekonstruiert – warum sollte gerade die buttermilch davon verschont bleiben?
ach, meiner zunge ist das zu aufmerksamkeitsstark.

07.07.2008 | 22:55

Kommentar #7 von Werbefuzzi:

Nein, die Geschmacksrichtungen sind köstlich. Steht doch da. Ob etwas schmeckt oder nicht, kann, verdammt nochmal!, nur ein Werbefuzzi entscheiden.

08.07.2008 | 13:29

Kommentar #8 von klezka:

mir wird ganz ab 18, wenn ich mir vorstelle, wie aus dieser roten plastikwarze milch rauskommt.

08.07.2008 | 15:06

Kommentar #9 von instantflorian:

Bei solcherlei Produkten keimt in mir der innige Wunsch auf, die EU-Milchbauern hätten ihren Streik noch nicht beendet.

08.07.2008 | 22:55

Kommentar #10 von Vorgef. Meinang. in spe:

Ist die Redaktion jetzt ganz aus der Riesenmaschine ausgestiegen?

10.07.2008 | 09:12

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