Riesenmaschine

04.08.2009 | 01:37 | Berlin | Supertiere | Fakten und Figuren

Berlino, intergalaktischer Herrscher über Chaos und Vernichtung


Grosse Enttäuschung löste Berlino bei den Organisatoren der Olympischen Spielen 2012 aus, wo man das sehr teure und bisher geheim gehaltene Maskottchen "Londono" jetzt nicht mehr gebrauchen kann.
In wenigen Tagen beginnt die Leichtathletik-WM in Berlin und das Interessanteste daran ist mal wieder das Maskottchen: Berlino, der Bär, ist 2,30 Meter gross und ein wenig tollpatschig. Seine Lieblingsfilme sind die Bärenbrüder und Pu, der Bär, seine Leibspeisen Currywurst und Gummibärchen, seine Lieblingsschulfächer Sport und Bärisch und sein Lieblingsgetränk ist Kakao – weitere Infos über Berlino gibt es hier.

Maskottchenhistorisch wird Berlino als prägender Vertreter der "Neuen neuen Sachlichkeit" bzw. der "Neuen Langweiligkeit" in die Geschichte eingehen. Nicht nur, dass der Move, in Berlin ausgerechnet einen Bären an den Start zu bringen, nicht wirklich kreativ ist – mit seiner 70er-Jahre-Sportkleidung und dem schnörkellos-konservativen Design ist Berlino zudem gestalterisch irgendwo zwischen Trimmy und dem Rolf-Kauka-Stil (vor allem natürlich Kaukas Bussi Bär) angesiedelt. Getoppt wird das Aussehen aber noch durch den Namen: "Berlino", angeblich das Ergebnis eines Namenfindungsbewerbs mit 2000 Einreichungen aus 18 Ländern, ist wohl als Kontrapunkt zum bedeutungsüberfrachteten WM-2006-Löwennamen "Goleo VI." gedacht.

Doch hinter der Fassade massiver Schlichtheit versteckt sich beim zweiten Hinsehen doch noch eine subtile Doppelbödigkeit, eine sehr sehr dezent gehaltene popkulturelle Referenz: Die Erweiterung eines zweisilbigen Wortes durch den Endlaut -o zu einem dreisilbigen Namen steht nämlich in der grossen Tradition der Marvel- und DC-Erzschurken Magneto (X-Men), Bizarro (Superman) und Eclipso (Diverse). Wir dürfen also gespannt sein, auf welch teuflische Weise Berlino das internationale Grossereignis Leichtathletik-WM als Bühne für seine sinistren Weltversklavungspläne nutzen wird.

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Er ist nicht allein


Kommentar #1 von Frau Grasdackel:

Ich glaube, er hat es auf Usain Bolt abgesehen. Wenn er den mit seinem Lieblingslied "Probier's mal mit Gemütlichkeit" anfeuert, dann wird der erst mal ganz schön dumm gucken.

04.08.2009 | 03:06

Kommentar #2 von Frolm Hiebe:

A propos neue Neue Sachlichkeit: Stand der Name "Dopinho" nicht zur Debatte?

04.08.2009 | 03:18

Kommentar #3 von Peiniger:

"Delphino" hätte ich auch schön gefunden.

04.08.2009 | 12:00

Kommentar #4 von sebabbel:

Wenn dann "Dopingo". Wäre eine interessante Abwandlung, nämlich nicht durch einen Suffix, sondern durch einen Präfix veränderter Tiername. Auf den zweiten Blick entfaltet er seine diabolische Doppelbödigkeit mit der Optik eines Unschuldslammes, bzw. -pinguins.

04.08.2009 | 12:38

Kommentar #5 von Reisswolf:

Schmetterling wäre auch cool gewesen als Mascot, hat sowas unbeschwertes.

04.08.2009 | 12:51

Kommentar #6 von Wolf Reis:

Nur blöd, wenn die Sportler dann auch noch einen Flattermann kriegen..

04.08.2009 | 14:44

Kommentar #7 von rls:

tolpatschig.

05.08.2009 | 00:01

Kommentar #8 von Renzo Jones:

Schön wären auch ein Äffchen, eine Banane oder ein Auto gewesen.

05.08.2009 | 00:05

Kommentar #9 von irgendwem:

Schön ist, was tschechisch ist.

05.08.2009 | 00:46

Kommentar #10 von irgendwem anders:

Tschechische Schönheiten haben keine kurzen Beine.

05.08.2009 | 01:14

Kommentar #11 von Thomas:

Warum nicht gleich ein Äffchen mit Banane und Auto (evtl. Skoda)?

05.08.2009 | 13:02

Kommentar #12 von 9001:

weitere trendige vorschläge hier: http://www.usdoj.gov/dea/programs/forensicsci/microgram/mg0609/mg0609.pdf
(Seiten tzway und try)

05.08.2009 | 21:27

Kommentar #13 von Daniel:

Sehr treffendes Vorhaben: die Leichtathletik-WM als Bühne für sinistre Weltversklavungspläne nutzen. Im Berliner Olympiastadion – erbaut von jenen, die einst auch Weltversklavungspläne hegten...die Geschichte als Looping...

05.08.2009 | 22:28

Kommentar #14 von sebabbel:

Also ein Loopingo...

06.08.2009 | 00:11

Kommentar #15 von klezk:

"dopingo" heisst schon ein türkischer schokoriegel ohne schweinefett.

06.08.2009 | 10:08

Kommentar #16 von teng:

wia bruno, daschiassn!

10.08.2009 | 21:08

Kommentar #17 von Doktor Mozz:

Man hätte allenfalls auch Reverenz schreiben können.

11.08.2009 | 11:38

Kommentar #18 von ja logo!:

Ich jedenfalls bin wild motiviert!

11.08.2009 | 16:59

Kommentar #19 von fritze flinko:

weisz man schon wer gewonnen hat?

12.08.2009 | 11:31

Kommentar #20 von irgendwem:

Es gab was zu gewinnen?

12.08.2009 | 15:05

Kommentar #21 von meriat:

Ja, einen erschossenen Bären in T-Shirt und Laufschuhen.

12.08.2009 | 20:29

Kommentar #22 von Horst_Hirst:

Gestern abend eine ganz herzzerreissende, deprimierende Szene: Nach dem 100m-Endlauf der Frauen stand er mit ausgestrecktem Arm da, um die ersten Drei zu highfiven, die jedoch allesamt direkt an ihm vorbeiliefen, ohne ihn zu beachten.

18.08.2009 | 10:13

Kommentar #23 von Michael Brake:

Dafür hatte er mit Robert Harting, Usain Bolt und Ariane Friedrich jede Menge Spass. Ich hab selten ein so präsentes Maskottchen gesehen (wo war Goleo während der WM?), der Mann im Kostüm hat Talent.
Hier übrigens ein Bild des tollen Maskottchens der EM 2010 in Barcelona:
http://www.bcn2010.org/files/13-10614-imatge/DSC_0082.jpg

21.08.2009 | 23:03

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