Riesenmaschine

11.04.2010 | 14:15 | Sachen kaufen | Sachen anziehen

Was wie waschen?

Was in unserer Sprache fehlt, ist ein Wort für Waschdyslexie. Nicht wie man Gold aus dem Fluss wäscht, oder sich selbst den Hals, sondern wie und womit die Kleidung, denn die Waschmittelindustrie legt ein enormes Innovationstempo vor, so dass man immer damit rechnen muss, dass die Form des Waschens, die man gestern gerade gelernt hat, heute der letzte Dernièrengag ist, und wenn man nicht aufpasst, zu Knötchen und Formverlust führt. Wäscht man mit Dosiersäckchen und -kugeln, Megaperls, Tabs, farbigen Körnern, Konzentrat, Gel, mit Nüssen, bei kaltem Wasser, mit gar keinem Wasser, mit Steinen? Und vor allem muss man wissen, was man womit anrichtet, auslöst, bewirkt, darf ich nur Kaschmir mit Kaschmirextrakten waschen, oder wird auch der lehmstarrende Kartoffelsack flauschig, was sind Vergrauungsinhibitoren und wie frisch bleibt Lenor Aprilfrisch im Mai und dem Rest des Jahres?

Ariel hat die Not zur Gunst der Stunde gemacht, und ist wieder zurück auf Anfang gegangen. Mit dem neuen Fleckentferner Pulver werden zwei essenzielle Punkte gelassen ausgesprochen, die Sehnsucht nach dem guten alten Pulver und der Weg zurück zur eigentlichen Aufgabe: Flecken rausmachen. Doch ach, wie immer haben wir die Rechnung ohne den Wirt gemacht, die Waschsprache ist und bleibt ein Filou, die Dinge sind nicht das was sie scheinen, denn es ist nur ein Waschkraftverstärker, der in Kombination mit anderen Waschmitteln, sich eigenständig wie ein Marschflugkörper den Feind, also die Flecken suchen und entfernen soll.

Was war eigentlich zuerst da, die Waschmaschine oder das Waschmittel?


Kommentar #1 von Kat:

Ich wette, zuerst gab es das Entkalkungsmittel, was den grauenhaft-schrecklich-bedrohlichen LOCHFRASS (*lauter werdend*) irgendwie verhindert.

11.04.2010 | 22:18

Kommentar #2 von Kat-Beschimpf:

Wie kann man nur Inflektive benutzen? Wenn schon, dann bitte doch eine ordentlich in den Satzbau eingebundene Interjektion gebrauchen!

11.04.2010 | 22:22

Kommentar #3 von Fleckteufel:

Braucht man eigentlich je einen Fleckentferner pro Fleck? Oder ist FleckENentferner einfach zu unschön zu lesen?

12.04.2010 | 10:57

Kommentar #4 von irgendjemandem:

FleckENentferner ist kein Plural, sondern ein Fugenelement. Wenn ich jetzt wacher wäre, würde ich das auch genauer erklären, aber bin ich leider nicht. Der Kommentar-Roboter würde den Kommentar aber sonst als nicht gehaltvoll genug ablehnen. Also guckt einfach in einer guten Grammatik nach.

13.04.2010 | 01:40

Kommentar #5 von noch irgendjemandem:

Hab's gerade nochmal gelesen und gedacht, das würde sich gut als vorgefertigter Kommentar machen. Durch diesen Kommentar aber nicht mehr. (Zum Glück)

13.04.2010 | 01:42

Kommentar #6 von Jaromir:

Fiese Pilze sind die Flecken der Zukunft. Laut wikidings: "Vom Wasserextrakt der Waschnussschale soll eine Wirkung gegen verschiedene phytopathogene Pilze ausgehen." Ha, friss das, Erdöl-Ariel!

13.04.2010 | 15:52

Kommentar #7 von Walter Musenbichler:

Vielen Dank, liebe Riesenmaschine, für die Berichterstattung über einen faszinierenden Trend, der bisher völlig an mir vorbeigegangen ist.

14.04.2010 | 01:06

Kommentar #8 von Un-Wesenberg Dr. Gustav-Paul:

Amüsant, ob "Ariel" was dafür zahlt, dass hier ein offensichtlich überforderter Hausmann, der vom Waschen nichts versteht, hier die neuesten Produkte lobpreist?
Einer, der so originell deutsch spricht, dass er vom "letzten Dernièrengag" schreibt, der entlarvt sich doch selber ... "Dèrniere" steht doch schon für "das letzte" im Französischen, was für eine krude Wortkonstruktion also? Was soll ein "Letzt-Spass" sein? Nett, wenn wer frakophon schreibt, aber dafür sollte er auch französisch können.

02.01.2011 | 15:36

Kommentar #9 von Pamina:

Einfach mal ins Theater gehen Herr Doktor. Mit besten Empfehlungen.

06.03.2011 | 01:34

Kommentar #10 von ujzjelkAbzPygJQ:

Das Spektrum ist eigentlich vf6llig egal.Wir haben eine Staatsquote von 50%, weclhe an sich sehr ausgewogen ist, halber Staat, halb privat. Wenn wir nun die Einflussmf6glichkeit der Bfcrger auf Staat verste4rken wird auch die Akzeptanz steigen.Was Chancengleichheit angeht finde ich die Forderung nach gebfchrenfreien Studien zu kurz gedacht. Es gibt auch andere Bildungsformen, viele haben gar nicht die Mf6glichkeit zu studieren. Jede Art von Bildung mfcsste gebfchrenfrei sein.Warum wollt ihr eu

10.10.2012 | 09:43

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