Riesenmaschine

10.12.2010 | 11:35 | Berlin | Listen

Drei mal nein


Negative Dialektik mal anders
Vom Schwierigkeitsgrad her nur vergleichbar dem Triple-Toeloop oder -Salchow beim Bodenturnen zählt die dreifache Verneinung zu einer der komplexesten Figuren im Feld der Rhetorik. Anders als die durch Paul Watzlawick bis in die Niederungen des Alltagsgebrauches hinein popularisierte doppelte Verneinung wird sie deshalb in der Praxis nur äusserst selten angewandt und, wo doch, misslingt sie mit frustrierender Regelmässigkeit. Die erste überzeugende Variante ist nun der Kreuzberger Antifa auf einem Spucki gelungen, der auf der Toilette des Monarch klebt und zum universellen Widerstand gegen ihre Gegenspieler aufruft. Gelingen konnte das freilich nur, weil die Antifa als Absender selbst die Negation schon im Schilde führt und ihre Anhänger obendrein fest verwurzelt sind in der Logik der symmetrisch-reziproken Annihilationsbestrebungen der Extreme. Einen kurzen Moment des kognitiven Kollapses lang wähnt man schon ein Mimesis-Manöver von rechts oder gar Anna Freuds Identifikation mit dem Aggressor am Werk, dann sortiert sich das Puzzle, und die Nonchalance der wie naturwüchsig und organisch gewachsen wirkenden filigran-riskanten Sinnkonstruktion offenbart sich schlaglichtartig in einem Kugelblitz der Erkenntnis. Alle Achtung. Da sage noch mal einer, die Antifa könne nicht kommunizieren.


Kommentar #1 von Dagegen:

Ob sich jemals eine Gegenbewegung namens Antiantiantiantifa bilden wird?

10.12.2010 | 11:43

Kommentar #2 von Dafür!:

Klingt in jedem fall nach einem guten Schlachtruf. Nur verzählen sollte man sich möglichst nicht.

10.12.2010 | 12:16

Kommentar #3 von ernst_o:

Gottseidank war ein Bild dabei.

10.12.2010 | 12:16

Kommentar #4 von Soso:

Ich habe von Anfang an abgelehnt, nicht dagegen zu sein.

10.12.2010 | 13:35

Kommentar #5 von Leif Czerny:

Ich befürworte den Antrag auf Bejahung der Anfrage zur Bestätigung der Affirmation zu stellen.

10.12.2010 | 14:01

Kommentar #6 von Fa - Frische zum Wohlfühlen:

Die Gegenaktion wäre ja wohl eher "gegen Gegen Anti Anti-Fa".

10.12.2010 | 14:29

Kommentar #7 von freiwild:

Am Anfang allens stand die Fa,
wogegen jemand anti war,
der bildete die Antifa,
zu kämpfen aller rechten Schar.
Gegen die linke Antifa
grämten sich kleine Geister da,
sie gründeten ein' Gegenwahr,
nannten sich Anti-Antifa.
Als Antifa dies kommen sah,
ein reges Treiben sie besah,
und so ganz schnell gebildet war
Die Anti-Anti-Antifa.
Dass nun die Anti-Antifa
der Anti-Anti-Antifa
wegens sich neu gruppieren war(d)
nun nicht mehr zu verhindern war.

10.12.2010 | 16:27

Kommentar #8 von meriat:

Hoch lebe der Li-Litotes!

10.12.2010 | 17:50

Kommentar #9 von takariko:

Das versteht man doch nie nimmer net.

10.12.2010 | 18:17

Kommentar #10 von Eugen Roth:

Talent, Talent, mein lieber freiwild, hätt ich nicht besser sagen können

10.12.2010 | 21:05

Kommentar #11 von Anti Blatter:

Gegen Anti-Antififa auf allen Ebenen.

11.12.2010 | 03:27

Kommentar #12 von irgendwem:

Könnt ihr mal alle die Fresse halten? Ich muss nachdenken.

11.12.2010 | 16:57

Kommentar #13 von nov:

und was ist auf unebenem/n?

11.12.2010 | 20:08

Kommentar #14 von Mainstream:

Damit ist Riesenmaschine endgültig im Mainstream angekommen. Bravo.

11.12.2010 | 22:14

Kommentar #15 von irgendwem:

Dieser faschistoide Umgang mit den Kommentaren zeigt, wes Geistes Kind ihr seid! Für mich ist die Riesenmaschine damit indiskutabel geworden.

12.12.2010 | 03:10

Kommentar #16 von Jimmy:

Was treibt sich die Riesenmaschine auch in Kreuzberg rum? Ab zurück nach Mitte!

12.12.2010 | 23:07

Kommentar #17 von Wilderer:

Freiwild ist doch aber auch nur ein dummer Nazihaufen von patriotischer Deutschrock-Band.

13.12.2010 | 12:13

Kommentar #18 von Helmut:

Sehr schön!

14.12.2010 | 13:00

Kommentar #19 von freiwild:

@17: Ich schreibe sonst seit Ewigkeiten als "freiwild" im Internet; dass es noch diese eher rechtslastigen Musikantenhaufen ähnlichen Namens gibt, habe ich erst später erfahren. Mit denen habe ich nichts zu tun, und ich bin nicht bereit, denen mein schönes "Freiwild"-Markenzeichen kampflos zu überlassen.

15.12.2010 | 12:40

Kommentar #20 von irgendwem:

Ich weiss auch gar nicht, was das immer soll mit der Antifa. Fa ist doch ein gutes Duschgel, warum muss man da dagegen sein?

15.12.2010 | 13:52

Kommentar #21 von Philip:

Das Problem von der realen auf eine rein diskursive Ebene zu verschieben ist ein so billiges wie amüsantes Witzchen, mehr nicht.

20.12.2010 | 00:54

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