Riesenmaschine

16.07.2005 | 14:31 | Anderswo | Alles wird besser

Fahren auf Pump


(Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)
Japan strikes once again. In der kleinen Osakaer Firma Nakano Iron Works hat man sich eine Erfindung ausgedacht. Eine Spezialnabe misst den Druck in den Reifen während der Fahrt und pumpt bei Druckabfall von selbst Luft hinein, und zwar durch die nebenstehend zu sehende, mäandernde Speiche und mit Hilfe der Drehbewegung des Rades. Der Reifendruck wird so konstant gehalten, und das spart Trittenergie und vieles mehr. Der größte Fahrradhersteller Japans, Bridgestone, hat das System bereits in eines seiner Fahrradmodelle eingebaut, das leider außerhalb Japans nicht verkauft wird. Wie man aber bei komplett plattem Reifen wieder Luft hineinbekommt, weil man dazu ja fahren müsste, bleibt ungeklärt.


16.07.2005 | 06:34 | Anderswo

Save Beijing's Cleaning Women

Mit acht grossen Plakaten macht der WWF China gegen die Jagd auf geschützte Tiere Stimmung. Die Plakate hängen an der Einfahrt zu einer Tiefgarage des World Trade Tower (Chinesisch: Guo Mao) in Peking. Vier von ihnen zeigen jeweils einen skrupellosen Jäger. Die vier restlichen Plakate hängen an der gegenüberliegenden Mauer. Hier sind die Opfer des jeweiligen Schützen zu sehen: unter anderem eine kaputt geballerte Reh- und Eisbärenfamilie.

Dass ab und zu eine Putzfrau ins Schussfeld der Jäger gerät, scheint dem sauberen World Wildlife Fund allerdings egal zu sein.
Riesenmaschine meint: Höchste Zeit, dass sich das ändert. Wenn Sie sich in der Sache engagieren wollen, schreiben Sie an den Ehrenpräsidenten des WWF, HRH Prince Philip, The Duke of Edinburgh, Buckingham Palace, London SW1A 1AA, oder rufen Sie ihn an (bitte nur während der üblichen Bürozeiten): +44 (0)20 7930 4832. Stichwort: "Save Bejing's Cleaning Women"

Christian Y. Schmidt | Dauerhafter Link


15.07.2005 | 23:05 | Anderswo | Alles wird besser

Unsexxi Texxi

Dank SmartMobs erfahren wir, dass sich in England Taxi-Nutzer ab sofort zumindest theoretisch per SMS über eine zentrale Vermittlungsstelle zusammenschließen können, um so durch Taxiteilung Geld zu sparen; mehr dazu hier.

Mehr als ein sehr schlechtes Bild von einer Frau mit Vibrator ist aber momentan auf der Texxi-Website nicht zu finden. Vielleicht wartet man ja noch, bis sich genügend Nutzer zusammengeschlossen haben, dass sich die Erstellung einer richtigen Website lohnt.


15.07.2005 | 22:11 | Alles wird schlechter | Vermutungen über die Welt

Apoclownypse Now


(Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)
Je älter man wird, desto öfter wünscht man sich, von bestimmten Dingen nichts zu wissen. Es einfach mal nicht gesehen haben. Aber ach, die unschuldige Seele, immer und immer wieder beworfen mit Dreck, hat sich längst davongemacht. Egal, denkt man, schau ich mir das halt auch noch an. Halt! Bevor man klownerotika.com anklickt, sollte man folgende Fragen gewissenhaft beantworten: Hasse ich Clowns? Kommt sowas wie Erotik in meinem Leben überhaupt vor? Habe ich mir einen Rest ästhetisches Empfinden bewahrt und bin deshalb überzeugt, dass es Dinge gibt, die niemals, auch nicht in der schlechtesten aller Welten, zusammengehen?


15.07.2005 | 18:36 | Alles wird besser | Papierrascheln | Vermutungen über die Welt

Führerscheinentzug macht Dealer zu besseren Menschen

Die Entscheidungen des Großen Senats für Strafsachen sollten jedem Haushalt zugehen, dem am Prädikat "gut geführt" gelegen ist. Das exklusive Gremium befindet durchschnittlich ein Mal im Jahr über Grundsatzfragen des Strafrechts. Die Pressemitteilungen ließen sich folglich problemlos dem IKEA-Katalog beilegen. Beispielsweise die jüngste Entscheidung (1) des BGH-Organs: Wieviel Ruhe und Ordnung könnte in Familien herrschen, wären Einsicht und Anwendungsbereitschaft vorhanden!

Den Anlass für den Beschluss gaben drei Strafverfahren, bei denen die Täter – Dealer, Räuber, Betrüger – vor oder nach Begehung der Straftaten Auto fuhren. Als Maßregelung zur Besserung und Sicherung wurde ihnen die Fahrerlaubnis entzogen (2). Der Generalbundesanwalt fragte sinngemäß, ob das die richtige Hilfe für die "Patienten" (3) sei. Die Angeklagten hätten zwar einiges verbrochen, aber keine Straßenverkehrsdelikte. Der Große Senat meint nun, ihre Führerscheine sollten die Angeklagten nicht zurück bekommen, weil "die Anlasstat tragfähige Rückschlüsse darauf zulasse, daß die Täter bereit seien, die Sicherheit des Straßenverkehrs ihren eigenen kriminellen Interessen unterzuordnen" (4).

Eine höchstinstanzlich abgesicherte Erziehungsmaßnahme wäre folglich ein Inline-Skate-Verbot für das Kind, das beim Kiffen erwischt wurde. Falls es dagegen anquengelt ("Reine Schikane! Das eine hat ja wohl voll nichts mit dem anderen zu tun!"), trumpft man mit der neuesten BGH-Argumentation auf: "Doch, hat es wohl! Wenn Du wieder kiffst und danach skatest, könnte es sein, dass Du einen Fußgänger umfährst. Noch ist es nicht passiert, aber wer weiß, wann!" Eben. Das kann keiner wollen.

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(1) Aktenzeichen GSSt 2/04 vom 27.04.2005
(2) § 69 Absatz 1 Satz 1 Strafgesetzbuch
(3) Interner Staatsanwaltschaftssprech
(4) Presse/Info anklicken, dort: Pressemitteilung 79/2005

Antonia Rossdeut | Dauerhafter Link


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