Riesenmaschine

12.08.2005 | 21:04 | Zeichen und Wunder

Riesenmaschine-Beitrag-Online.de

Dass das von Nokia bezahlte "Blatt für mobile Bildkultur" blogga! (blogga-online.de) mehr oder weniger mit Blindtext bzw. Blindbild gefüllt ist, wurde schon mehrfach angemerkt, so z.B. hier und hier. Ein weiteres Projekt also – und wer noch nicht für viel Geld dabei mitgeholfen hat, ein solches in die Welt zu stemmen, der werfe den ersten Stein – bei dem ein Unternehmen sich "einen total szenigen Geheimtipp, der vom ersten Tag an Milliarden von Zugriffen bringt" wünscht und doch nur ein buntes, totes Ding bekommt, das vom nächsten Projektleiter wieder eingestampft wird.

Dabei hätte man es ahnen und das schöne Geld sparen können, denn die Indikator-Domain "irgendwas-online.de" bedeutet, dass ihr Inhaber a) zu spät kommt, um auf irgendeinen Zug aufzuspringen und b) ein einfallsloser Gimpel ist, andernfalls er sich diesem Problem nicht durch Anhängen von ausgerechnet "online" stellen würde. Steht auf Nummernschildern B-X-123-AUTO? Heißen Fernsehsendungen "Lindenstraße-Fernsehsendung"? Heißen die Domains zu Filmen kroko-der-film.de? Oh. Heißen sie. Na gut.


12.08.2005 | 15:38 | Anderswo | Selbstversuche

Designhotels


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Während in Madrid mit dem Hotel Puerta América gerade die Mutter aller Designhotels eröffnet hat, nachdem sich in den unterschiedlichen Bauabschnitten und Etagen Sir Norman Foster, Zaha Hadid, Marc Newson, Ron Arad, Jean Nouvel und wer sonst noch so dazugehört die platinierten Klinken und fraktalen Wasserhähne in die Hand gegeben haben (vielleicht hätten sie auch mal jemand Zurechnungsfähigen an die Website lassen sollen), entsteht am anderen Ende Europas, im norwegischen Nesna, quasi ein extrem runtergedubter Gegenentwurf. Der Künstler Carsten Höller hat im Rahmen des Land Art-Projekts "Art in Nordland" mit
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Hotel Room ein nur aus einem kristallinen Raum bestehendes Hotel konzipiert, das inmitten eines Sees nur über einen Steg zu erreichen ist. Die halbdurchsichtige Skulptur wird mit allen Features eines Hotelzimmers ausgestattet sein, und das Nesna Vacation Centre hat bereits Interesse an der Bewirtschaftung angemeldet. Und wir hiermit Interesse an der Belegung im Mai 2006.


12.08.2005 | 14:10 | Sachen kaufen | Papierrascheln

Gamble-Pricing


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Professionelles Glücksspiel bleibt in Deutschland zwar auch weiterhin verboten, als Komponente der Preisgestaltung hat es die Taz jetzt aber in ihre Abo-Konditionen eingeschummelt. Wer sich für das Taz-Neuwahl-Abo entscheidet, erhält bis zum Wahltermin am 18. September die Taz zum Einheitspreis von 50 Euro. Danach verlängert sich das Abo automatisch für ein Jahr, entweder als "schwarzes", "Koalitions-" oder "Wunder-Abo". Der Preis richtet sich dann nach dem Wahlausgang und der anschließenden Regierungskoalition. Sollte der Fall eintreten, und Rot-Grün weiterregieren, beträgt er sage und schreibe 0 Euro, was darauf hindeutet, dass die Taz dieser Konstellation eher geringe Chancen einräumt. Bislang kannten wir diese Gambling-Komponente beim Pricing nur von der Schülerdisco im Jugendclub, wo der Eintrittspreis an der Kasse ausgewürfelt wurde. Dabei liegt das innovative Potential für einen verschnarchten strategischen Sektor auf der Hand, wo Yield-Management bislang als der Weisheit letzter Schluss galt. Ein Supermarktpreis für ein Kilo Kassler, der sich nach der Wettervorhersage richtet; Bierpreise in der Kneipe, die von den Bundesligaergebnissen abhängen – her damit!


12.08.2005 | 11:33 | Was fehlt | Sachen anziehen

Bei Manschettenknopfs zu Hause


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Wasserwagenmanschettenknöpfe, Uhrenmanschettenknöpfe, Kompassmanschettenknöpfe, Thermometermanschettenknöpfe, Abakusmanschettenknöpfe, Lichtschaltermanschettenknöpfe, Lupenmanschettenknöpfe, Roulettetischmanschettenknöpfe und Sanduhrmanschettenknöpfe. Es erfüllt einen mit großer Befriedigung, einer Menschheit anzugehören, die so vielfältige, großartige, polyfunktionale Manschettenknöpfe hervorbringt. Alle sind hochwertig aus rhodiumbeschichtetem Silber gefertigt und kosten im Schnitt irre viel, sind aber immerhin zu kaufen. Woran die Damen und Herren von Cufflinks.com jedoch noch nicht gedacht haben, ist die nächste Stufe. Der Manschettenknopfmanschettenknopf, der Metamanschettenknopf.


12.08.2005 | 01:05 | Nachtleuchtendes | Fakten und Figuren | Vermutungen über die Welt

Angriff aus dem All


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In diesen Stunden werden wir von irgendwelchen Irren auf dem Kometen "Swift-Tuttle" angegriffen, und zwar mit kleinen Steinchen. Das ist natürlich total albern, und deshalb werden auch dieses Jahr wieder zahllose Menschen die Nacht im Freien verbringen, um angesichts der vielen hundert Steinchen, die hilflos als Sternschnuppen in der Atmosphäre verglühen, die waffentechnische Überlegenheit der Menschheit zu feiern.

Weniger albern wäre die Angelegenheit, wenn man mal ein etwas größeres Steinchen verwenden würde. Es gibt in der Nähe der Erde schätzungsweise 150.000 Felsbrocken mit mehr als 100 Meter Durchmesser, die mehr Zerstörungskraft haben als die beste Wasserstoffbombe, und immer noch 1000 oder so, die sofort alles, also wirklich alles, vernichten würden. Daher ist "Beschuss mit Asteroiden" auch eine der wenigen wirklich plausiblen Strategien, die Erde ein für allemal zu zerstören. Immer vorausgesetzt, dass sie endlich mal treffen, diese Aliens oder Gott oder wer auch immer, was allerdings so wahrscheinlich ist wie, naja, wie etwas, das gar nicht passiert.

Trotzdem, ein schönes Endzeitszenario, sagte sich Hollywood, und warf Ende der 90er gleich fünf gefährliche Asteroiden auf den Markt. Menschen gerieten in Panik, alte Dinosaurier (Überlebende der Yucatan-Katastrophe) zogen mahnend durchs Land, so lange, bis Politiker schließlich "Krieg den Sternschnuppen" versprachen. Die ersten Riesenteleskope zur Asteroidensuche entstehen, und schon in wenigen Jahren werden wir alles wissen, alles, was wir brauchen, um die wirklich gefährlichen Angriffe zurückzuschlagen. Aber bis dahin haben sie sich bestimmt etwas Neues, noch Tödlicheres ausgedacht.


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