Riesenmaschine

10.03.2006 | 14:23 | Nachtleuchtendes

Schöner zusammenstossen


Rechts vor Links gilt auch im All (Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)
Nur wenige Monate ist es her, da forderten wir lustigere Verkehrsunfälle. Obwohl wir das eigentlich nicht wollten, spielte sich infolgedessen 300 Millionen Jahre vorher am Himmel ein zwar nicht lustiger, aber doch extrem farbenprächtiger Unfall ab. Damit man das Ereignis auch von weiten gut sehen kann, geben sich alle Beteiligten beeindruckende Mühe, sehr gross zu sein: Im Bild links stossen in einem dreidimensionalen Megaunfall gerade vier Galaxien zusammen. Eine von ihnen, ihr Kern ist der helle Fleck rechts neben der Mitte, fällt in die anderen hinein, und zwar mit Überschallgeschwindigkeit, weswegen sie eine enorme grüne Welle vor sich herschiebt und dadurch alles zusammenschiebt, deformiert, aufheizt, zermalmt, verwirbelt und überhaupt durcheinanderbringt. Es ist eine gewaltige Massenkarambolage von einer solchen Gewaltigkeit, dass einem nur immer dieselben gewaltigen Worte dazu einfallen. Nichts damit zu tun hat übrigens die grosse schillernde Galaxie links unten, ein unbeteiligter Beobachter, der später aussagen wird, dass "alles viel zu schnell" (mehrere Millionen Jahre) gegangen sei, und er nichts gesehen habe. So wird man die Schuldfrage in langwierigen intergalaktischen Gerichtsverhandlungen erörtern müssen.

Übrigens stösst unsere Milchstrasse auch gerade mit einer anderen zusammen. Wer will, kann sich ja schon mal auf den Boden legen und eine Papiertüte über den Kopf ziehen.


10.03.2006 | 04:31 | Alles wird besser | Sachen kaufen

1,618:1


Goldene Schnitte: B:C und A:B (Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)
Weil sich junge Menschen (Architekturstudenten und solche, die so tun, als wären sie welche, einmal ausgenommen) in der Regel für den goldenen Schuss, aber kaum für den Goldenen Schnitt interessieren und die restliche Zeit an ihren Geräusche und Licht erzeugenden Gadgets rumwürgen, wird die Welt berechtigter Weise zunehmend menschenfeindlich, also hässlicher. Zu grosse Puppen, zu kleine Telefone, zu breite Waschmaschinen, zu lange Leitungen – fast täglich wünscht man sich mehr Goldenen Schnitt ins eigene, kleine Leben.

Keine sonderlich neue Problemstellung: Schon Le Corbusier versuchte sich am rechten Mass und veröffentlichte 1922 mit dem Modulor (von "module d'or") ein Merkblatt mit "goldenen" Zahlenreihen, das helfen sollte, den Goldenen Schnitt ins tägliche Leben zu integrieren. Die veranschlagten 2,26 Meter Raumhöhe für durchschnittlich grosse Menschen waren dann aber doch etwas wenig, so dass sich das Konzept kaum durchsetzen konnte. Die von Le Corbusier "Wohnmaschine" titulierten Serienbau-Wohnungen sorgten in selbiger Mission ebenfalls für wenig Enthusiasmus.

Doch das Projekt hat neuen Schwung bekommen, neuerdings dadurch, dass es den Goldenen Schnitt to go gibt. Das kleine Ding kann schnell Mass nehmen und so mehr Verhältnismässigkeit in unsere Gesellschaften, Städte, Büros und Wohnungen bringen. Allein der Preis von 283,50 Dollar für das nützliche Ding fällt noch etwas arg aus dem Rahmen. Aber vorerst kann man das ja auch weiterhin im Kopf ausrechnen. Oder im Modulor nachsehen.


09.03.2006 | 17:34 | Anderswo

Plötzlicher Himbeertod


(Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)

Es sind immer wieder dieselben selbsternannten Connaisseure, die sich über belgisches Bier echauffieren, deren eigentlicher Anspruch ans Bier ist, dass man sich damit ordentlich volllaufen lassen kann, mit welchem, ist ihnen schnuppe, Hauptsache kein belgisches. Das ist ja auch alles schön und gut, das Saufen um des Volllaufens, und das Klischee um des Klischierens willen. Aber man soll doch bitte einmal differenzierter hinsehen, dass sie ja nicht nur Clownsgetränke wie Senfbier und Weinbier produzieren, sondern auch wirklich schmackhafte und gutheissende, wie jenes nach einer Schnepfenart benannte Kirschbier Kriek Bekasse und der weltbekannte Plötzliche Himbeertod (Mort Subite Framboise), und sie haben soviel von dem herrlichen Zeug, dass es immer nur in kleinen Gläschen ausgeschenkt wird, damit man alles durchkosten kann, ohne davon besoffen zu werden, auch wenn man, wie der Belgier, von Morgens bis Abends trinkt. Letztes Wochenende stellte das Traditionsbrauhaus Jupiler das erste Leichtbier des Landes vor, das aber einhellig abgelehnt wird, es sei vergleichbar mit dem als Grachtenwasser verächtlich gemachten Heineken des östlichen Nachbarn. Dass die Einführung eines Schwachbieres die Titelseiten aller Zeitungen des Landes dominierte, und nur mit dem toten Walfisch von Nieuwpoort konkurrieren musste, macht das Land noch sympathischer, in Zeiten in denen anderswo mit Vogelgrippenkadaver aufgemacht wird, und Ungarn die erste Müsli-Salami präsentiert.

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Soylent Green ist Mösensaft

Tex Rubinowitz | Dauerhafter Link | Kommentare (4)


09.03.2006 | 12:13 | Supertiere | Alles wird besser

E-Learning mit den Bunnys


Schlau durch Internet (Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)
"Was ist eigentlich dieses Internet, von dem man in letzter Zeit so viel hört?" – eine Frage, wie gemacht zur Beantwortung durch das Supatopcheckerbunny, bekannt aus Print, Funk und Fernsehen, vulgo: Bühne, das mit seinem treuen Gefährten, dem Hilfscheckerbunny (das noch lernt) messerscharf analytisch die Weltenläufte auseinandermontiert und blitzgescheit so wieder zusammenbaut, dass sie (fast) jeder kapiert. Das STCB hat jetzt auch Internet. Genauer gesagt: Ein eigenes Bunny-Internet, wo es zusammen mit dem HCB und seinen wissenschaftlichen Mitarbeitern Kirk und Cornelius die Weltenläufte usw. Riesenmaschine empfiehlt: Sofort bookmarken und schlau werden mit den Bunnys!


08.03.2006 | 16:04 | Essen und Essenzielles | Vermutungen über die Welt

Ein ganz besonders nutzloser Saft


Transparente Produktionswege,
regionale Abfüllung (hier war früher einmal ein Bild von einem Urinprobenbecher, in dem ein Strohhalm steckt)
Vor der Küste von Phuket hat eine Australierin fünf Tage in einem kleinen Boot ohne Essen und Trinken überlebt. Der Kniff: Sie trank ihren eigenen Urin. So berichtet der Spiegel, aber die Riesenmaschine sieht sich im Interesse des Überlebens ihrer Leser zu einer Richtigstellung verpflichtet: Es hat ein für allemal mit Überleben nichts zu tun, eigenen Urin oder den anderer Menschen zu trinken. Das gilt auch bei Terrorangriffen und Erdbeben.

Nicht dass dagegen grundsätzlich viel einzuwenden wäre – viele Menschen spielen zur sexuellen Gratifikation oder aus Glaubensgründen mit dem kalorienarmen gelben Erfrischungsgetränk herum – aber überlebenstechnisch darf das Trinken von Urin als im günstigsten Falle nutzlos gelten. Der Körper konzentriert den Urin schliesslich mit viel Mühe so zurecht, dass er (gerade bei Verdurstenden) deutlich salziger ist als beispielsweise das Blutplasma. Diese Salzbrühe wieder in den Körper zurückzukippen, beleidigt die Nieren und andere Organe – wer Urin trinkt, überlebt, wenn überhaupt, nicht deshalb, sondern trotzdem.

Den Schiffbrüchigen, Verirrten und im Gefängnis Vergessenen unter unseren Lesern sei es daher noch einmal eindringlich ans Herz gelegt: Urin nur zum Spass trinken! Nicht zum Überleben! Und niemals nach Kaffee-, Bier- oder Spargelgenuss! Nichts zu danken.


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