Riesenmaschine

07.01.2007 | 22:27 | Anderswo | Nachtleuchtendes

KBKDHKHK


Produkt doof, Prozess gut. Verrückte Zukunft. (Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)
Gesetzt den Fall, der Mensch verfügte über beträchtliches handwerkliches Geschick, setzte es aber ein, um durch gekonntes Rummachen mit Farbsprühdosen und Pappstücken in Minutenschnelle aufwändigen Kitsch zusammenzuspratzeln, vergeude also sozusagen das ihm anvertraute Talent fahrlässig und in Fussgängerzonen an hergelaufenes Pack und zur Herstellung beringter Planeten und glühender Pyramidenspitzen, und gesetzt weiterhin den Fall, dem Verbrecher bei der Arbeit zuzusehen, mache durchaus Freude – gelte dann nicht dennoch weiterhin die modifizierte Lex Hallervordensis: Kitsch bleibt Kitsch, da hilft kein handwerkliches Können?


03.01.2007 | 17:20 | Alles wird besser | Fakten und Figuren

Blindfahrt


Augenbewegungen machens möglich.
(Foto: nate2000)
Wer fahren will, muss hingucken. In Neuseeland wurde kürzlich einem Blinden das Fahren verboten, weil er gegen dieses simple Naturgesetz verstossen, das Steuer von einem betrunkenen Freund übernommen und an seiner statt den Wagen gegen eine Wand gesetzt hatte. Wer sich nun aber die Hände reibt, zu Fäustchen ballt und neuseelandfeindlich hineinlacht, weil ja ein Blinder sowieso nicht fahren kann und man ihm das deshalb auch nicht verbieten muss, sollte vielleicht mal über folgende neue Information aus der Welt der Wissenschaft nachdenken: schon länger ist bekannt, dass Autofahrer vor dem Kurvenlenken Richtung Kurve spähen, und dass dieses Vorspähen das Lenken erleichtert. Neu ist die Einsicht, dass es dabei offenbar gar nicht ums Kurvesehen, sondern um die Augenbewegung selbst geht – macht man nämlich die Kurve unsichtbar, hilft das Hingucken trotzdem. Jetzt müsste man den Versuch wohl mit komplett Blinden wiederholen, aber die dürfen ja leider nicht fahren.


01.01.2007 | 15:44 | Nachtleuchtendes | Alles wird besser

Der Strahltriebwerksmann


Vogel? Flugzeug? Bring 'em on. (Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)
Wer schon mal aus einem Flugzeug gefallen ist, kennt die Standard-Überlebenstipps: Beine zusammenkneifen, gut an jemandem mit einem Fallschirm festhalten oder am Ende erst eine Araukarie entasten und dann in einen Heuhaufen mit Gummimatratzenkern fallen. Zu den exzentrischeren Rettungsmassnahmen hingegen muss die Mitnahme eines Doppelflügels mit dreieinhalb Metern Spannweite und vier Strahltriebwerken drunter gerechnet werden, mit dem man dann zum Beispiel in hübschen Videofilmen dekorativ durch die Alpen brausen kann (Ton unbedingt abschalten). Wenn Yves Rossy – Jet-Man – jetzt noch Laserkanonen an seinen Flügel montierte, könnte er sich in einer tragisch-dramatischen Wendung unmittelbar nach dem Abwurf gleich an dem Sportflugzeug rächen, das ihn da ausgestossen hat, um dann den Rest seines Lebens unter der monumentalen Schuld zu leiden, und die kommerziellen Luftfahrtwege deshalb zu terrorisieren. Bis Schuhsohlenbombenmann kommt und ihn unerwartet aus der Luft pustet.


31.12.2006 | 13:04 | Alles wird besser

Avatar unser


Als sie die Avatare holten, habe ich geschwiegen,
denn ich spielte ja Halo. (Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)
Die quantenmechanische Binsenweisheit, dass man nichts beobachten könne, ohne es im Prozess dieser Beobachtung auch zu verändern, gewinnt besondere Relevanz, wo solche Veränderung durchaus nicht im Interesse der so Beobachteten liegt, also bei Tier- und Menschenversuchen. Den meisten Organismen nämlich ist die Forschungsteilnahme ein rechter Dreck, aus dem sie oft körperlich unvollständig oder ganz defekt wieder ans Licht treten. Zahlreiche Experimente, die man vor ein paar Jahrzehnten noch mit Begeisterung durchführte, gelten heute als fragwürdig, weil man sich, zum offenbar ersten Mal in der Geschichte der Wissenschaft, neuerdings fragt, wie sich die Welt dabei fühlt, wenn man in ihr rumstochert. Unter die Versuche, die man heutzutage von keiner Ethikkommission mehr genehmigt bekäme, zählen Klassiker wie das Stanford-Prison- und das Milgram-Experiment. Sehr schade, dass man niemanden mehr derart triezen kann, denn die Ergebnisse beider Versuche sind faszinierend und waren wichtige Meilensteine auf dem Weg zur Erkenntnis, dass der Mensch auch nur so ein idiotischer Affe sei.

In den Schulen gibt es ja seit längerem Bestrebungen, die Vivisektion von Fröschen gegen Froschsektionsvideos und interaktive Froschzerschneidungssoftware auszutauschen. Dieser löbliche Trend, das Leid durch seine Simulation zu ersetzen, ist jetzt auch in die Psychologie geschwappt, wo ein Team um Mel Slater das Milgram-Experiment virtuell nachgebaut hat – mit dem feinen Unterschied, dass die von den Probanden Gefolterten nun keine Schauspieler, sondern Computersimulationen sind. Interessanterweise verstört das Foltern komplett erfundener Pixelbündel die Probanden qualitativ genauso wie das richtiger Menschen. Somit ist die virtuelle Version des Experiments dem Original gleich zweifach gewachsen. Ethisch ist es fast ebenso fragwürdig – der Haupteinwand gegen Milgram ist ja das Unwohlsein, das bei den Probanden ausgelöst wurde – und die vermittelte Erkenntnis ist ähnlich unschön – was den Milgram-Probanden damals Stress verursachte, war offenbar nicht das Wissen, dass ihr Tun jemandem schadete. Höchste Zeit, dass die Simulation, in der wir leben, ein Upgrade bekommt.


30.12.2006 | 18:39 | Zeichen und Wunder

Sternzeichen: Auffahrunfall


Sternbildvordruck
Der Himmel ist voll von derartig viel blinkendem Zeug, man kann praktisch nirgendwo hingucken, ohne dass einem etwas entgegen leuchtete, Stern, Satellit, Learyasche. Sinn hat das ganze Geflimmer natürlich keinen, weswegen auch seit dem Wow!-Signal von 1977 kein nennenswerter Fortschritt bei der Suche nach klugen Sternen gemacht wurde. Zum Ausgleich wurden die kleinen Funkel stattdessen in einem historischen Vorläufer der orthonumerischen Gestaltkodierung zu Bildern gruppiert: Giraffe, Luftpumpe, Dreieck, Austernmesser und chemischen Ofen gibt es schon, und zwölf bis dreizehn der Langweiligeren dienen Zeitungen und Zeitschriften bekanntlich seit Jahrtausenden als preiswerte Spaltenfüller. Das ist super, aber längst nicht alles, denn man kann anhand dieser sogenannten Tierkreiszeichen auch die Autounfallneigung ihrer Träger vorhersagen. Das jedenfalls hat eine kanadische Studie jetzt neu belegt, nachdem Gunter Sachs dasselbe vor acht Jahren schon mal rausgefunden hatte. Vielleicht passiert ja diesmal was. Oder schläft die Politik?


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