20.08.2005 | 19:42 | Alles wird schlechter | Sachen kaufen
 (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)Wenn man einen Architekten oder Designer im Bekanntenkreis hat, den man heimlich hasst, dann kann man sich stets eine Freude machen, indem man ihm Hundertwasser-Devotionalien schenkt. Praktisch jeder Mensch, der professionell mit Gestaltung zu tun hat, bekommt Zitterkrämpfe, wenn die überbunten Kringelkatastrophen ins Blickfeld rücken. Das liegt nicht allein am Zeitgeist. Wie auch der artverwandte Jugendstil war Hundertwasserdesign schon vor seiner Erfindung hässlich, ist es noch und wird es auch immer bleiben. Worin diese unumstösslich feststehende Tatsache begründet liegt, sollen Spezialisten für Wahrnehmungsästhetik klären. Trotzdem gibt es eine wachsende Anzahl von Verwirrten, die in einem fort Dinge kaufen, die vom massiven Drogenmissbrauch der Produktgestalter zeugen. Wie etwa die gesamte Geschirr- und Bestecklinie der Firma All U Can Handle. Die nebenstehend sichtbaren Eiskugelkellen sind da nur die Spitze des Eisberges; Zartbesaitete und Menschen, die von ihrer visuellen Geschmackssicherheit leben, sollten sich keinesfalls den Pizzaschneider ansehen und schon überhaupt nicht die Maiskolbenhalter. Ein Gutes hat dieses Besteck aber doch: weil bekanntlich das Auge mitisst, dürfte FDH damit sehr leicht durchzuhalten sein.
19.08.2005 | 12:25 | Sachen kaufen | Essen und Essenzielles
Fallhöhen, kontrastive Elemente, Gegensätze – die besten Hausmittel, um etwas Langweiliges (z. B. Ihr Leben) spannend zu machen. Beispiele: im Smoking skaten, Kartoffeln mit Nutella, als Herr auch mal auf die Damentoilette gehen. Gleichzeitig halten solche Aktionen geistig jung und beugen der sog. CSUisierung vor. Ein vorgefertigtes Musterbeispiel trinkbarer Flexibilität leuchtet uns von der Seite Strange New Products entgegen: Wodka Grüner Tee der ansonsten verhaltensunauffälligen Firma Charbay. Man hat dort also die beiden Getränke an den äussersten Polen der Skala vereint. Auf der einen Seite ein vermutlich gefährliches Gebräu, das allzuvielen Menschen zur starren, suchtähnlichen Gewohnheit geworden ist, auf der anderen Seite Wodka. Als bedingungslose Förderer des Neuen, Ungewohnten, Bizarren begrüssen wir diese russisch-japanische Getränkemischehe mit einem freundlichen "Hurra". Auch wenn sie vermutlich ekelerregend schmeckt.
17.08.2005 | 11:42 | Alles wird besser | Vermutungen über die Welt
 (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)Die Energieprobleme der Welt sind mittelfristig als gelöst zu betrachten. Die Zeitschrift New Scientist enthüllt die grandiose Erfindung der pissebetriebenen Batterie. Wissenschaftler im an sich urinfeindlichen Singapur haben die scheckkartengroße Energiequelle nun vorgestellt. Sie hat sogar genug Saft (hoho), um ein Handy über Stunden zu betreiben. Eine Vielzahl von Anwendungsmöglichkeiten drängt sich geradezu auf, etwa der iPod Urine, also der PiPod. Wenn Öl als Energiequelle dereinst nicht mehr in Frage kommt, dann könnte Urin an seine Stelle treten: das gelbe Gold. Das nur als froher Hoffnungsschimmer für alle diejenigen, die schon immer aus Scheiße Geld machen wollten. Ihr seid dicht dran!
17.08.2005 | 01:13 | Sachen kaufen | Essen und Essenzielles | Vermutungen über die Welt
 (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)Nachdem brotlose Kunst ja schon länger out ist, gerät nun auch kunstloses Brot ins Hintertreffen. Wie wir von OhGizmo erfahren müssen, besteht die Kunst der englischen Bäckerei Hovis in einer Methode, Brot vollkommen ohne Kruste zu backen. Sie nennen es Invisible Crust und hoffen, weltweit mit der Kruste auf Kriegsfuss stehende Kinder zu ködern. Und vor allem deren Eltern, die endlich den letzten handgemachten, durch den Magen gehenden Liebesbeweis auch kaufen können. Doch kein Trend kann so abseitig sein, als dass er keinen Gegentrend provozieren würde; schon stehen Kleinbäckereien in den Startlöchern und bieten Brote mit extra viel Kruste an. Die weitere Entwicklung ist vorauszusehen. Es werden Brote geschaffen werden, die nur noch aus Kruste bestehen, daneben koexistiert unfriedlich die Anhängerschaft des erwähnten krustenlosen Brots, eventuell werden kontinentale Krustenkonflikte heraufbeschworen, Bäckersdynastien brotal ausgelöscht, Brotkriege geführt, bis dereinst ein findiges Unternehmen auf die Idee kommen wird, ein 2-in-1-Brot anzubieten – mit Kruste und Brotinnerem in einem Produkt!
16.08.2005 | 12:23 | Anderswo | Was fehlt
 (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)Von den zehn schlimmsten Kopfbeulen in der Menschheitsgeschichte dürften mindestens sieben unter Schreibtischen entstanden sein: eine Mehrfachsteckdose möchte einen Stecker nicht freigeben, unter massiver Gewaltverwendung tut sie es dann doch und gibt gleichzeitig ordentlich kinetische Energie mit auf den kurzen Weg bis zur Tischplatte. Eine solche am eigenen Leib erlebte Alltagsproblematik dürfte Auslöser für das längst überfällige Redesign des Steckers gewesen sein. Nicht nur, dass Manabu Nishikawa eine ergonomische, funktionale Form für einen Stecker (der ja auch in der Hälfte der Fälle "Zieher" heißen könnte) entwickelt hat, er hat für seinen "ring plug" auch funky Farben wie dieses transparente Blau verwendet. Weshalb diese wunderbare, bereits etwas ältere, aber eventuell sämtliche privaten Energieprobleme der Menschheit lösende Erfindung den Weg aus Japan noch nicht nach Europa gefunden hat, erkennt der geschulte Beobachter schnell: der Japaner an sich verwendet vollkommen andere Steckerpinöppel.
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IN DER RIESENMASCHINE
ORIENTIERUNG
SO GEHT'S:
- Fraktalien anmerken
- Quallensalat statt Pausenbrot
- flippige Characters
- lauthals mitsingen
SO NICHT:
- 47 Euros für ein Ei
- Schmierfilm auf dem Aussenspiegel einer 747
- Böhmische Verpel
- lipsync mithauchen
AUTOMATISCHE KULTURKRITIK
"Saw III", Darren Lynn Bousman (2006)
Plus: 3, 21, 31, 32, 45, 48, 80 Minus: 1, 36, 73, 99 Gesamt: 3 Punkte
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