04.08.2005 | 10:52 | Was fehlt | Papierrascheln
 (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)Vorsicht, es folgt ein Wort, das Screen-Spezialisten wegen seiner hartnäckigen Nichtexistenz seit 1998 Tränen in die Augen treibt: e-Ink. Seit Jules Verne sich in "Robur, der Sieger" ein Fluggerät aus Papier ausgedacht hat, wird Papier regelmäßig zum Werkstoff der Zukunft erklärt. So auch im Bereich Displays und Flatscreens, denn e-Ink ist nichts anderes als das papierne Display. Das Prinzip ist genial und schnell erklärt: ins Papier sind reibungsarm gelagerte, winzige Kügelchen eingewoben, die auf einer Seite schwarz gefärbt und negativ geladen sind, auf der anderen Seite weiß und positiv (es gibt mehrere Varianten). Durch Ansteuern eines Punktes mit einem Strom dreht sich das Kügelchen entsprechend der Ladung und zeigt seine schwarze oder weiße Seite – fertig. Leider erlangte die genannte Firma zwar die Großmeisterschaft im Ankündigen, die Erfüllung hinkte jedoch eine Idee hinterher. Jetzt aber, nur sieben Jahre nach dem Einsammeln von bizarr viel Venture Capital (und erneut Anfang des Jahres von Intel), gibt es ein, zwei, funktionierende Prototypen! Es handelt sich um die nebenstehenden Uhren von Seiko und Citizen. Das elektronische Papier bringt ein so hohes Faszinationsmomentum mit sich, dass sich Unternehmen, zum Beispiel Sony mit dem Librié vor anderthalb Jahren, immer mal wieder dazu hinreißen lassen, es zwischendurch anzukündigen. Und jedesmal, jedes verdammte einzelne Mal kommt es wieder in die Presse. Wir lernen natürlich daraus und kündigen hiermit an: noch dieses Jahr wird die Riesenmaschine auf elektronischem Papier erscheinen! Wirklich! Glauben Sie uns!
03.08.2005 | 20:33 | Nachtleuchtendes | Vermutungen über die Welt
 (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)Im "Lied gegen die Schwerkraft" hat Peter Licht bereits korrekt erkannt, dass die Sonne eine gelbe Sau ist, die auch nur mit Wasser kocht. Der Mond hingegen war bisher als ebenso gemütlicher wie romantischer Zeitgenosse bekannt, als E.T.-Filmkulisse, als Stifter von Liebe und wohlklingendem Wolfsgeheul. Jetzt aber haben Forscher der Stanford University herausgefunden, dass der Mond ein hinterhältiger Schlingelant ist, der Myriaden von Bakterien an die Strände treibt. Dabei wird auch klar, weshalb der Mond in fast allen anderen Sprachen weiblich ist: sowohl bei Vollmond als auch bei Neumond sind die Bakterienkonzentrationen am höchsten – man kann also weder mit Mond noch ohne Mond gut zurecht kommen. Zu diesen Gelegenheiten wurden in Kalifornien jeweils hohe Enterokokken-Konzentrationen gemessen. Und da diese Bakterien unter anderem fiebrige Entzündungen auslösen können, ist endlich auch klar, woher der Begriff "Full Moon Fever" kommt. Eventuell.
02.08.2005 | 23:09 | Fakten und Figuren | Zeichen und Wunder
 (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)Wenn man in einen Fahrstuhl steigt und mehr als fünf Stockwerke überbrücken muss, kann man sich nach dem bisher kaum bekannten Gesetz Murphys über Fahrstuhl-Plagen sicher sein, dass siamesische Drillinge mit Schreikrampf ebenso einsteigen werden wie eine Flatulenz-Selbsthilfegruppe mit Keuchhusten. Das muss nun nicht mehr sein, denn in den meisten Aufzügen, etwa denen von Otis, gibt es eine geheime Tastenkombination: drückt man den Etagen-Knopf gleichzeitig mit dem Tür-Schließen-Button, so fährt der Aufzug ohne Stopp durch. Diese für Hochhausbewohner essentielle Information haben wir von The damn Blog erfahren, jedoch nicht selbst getestet. Und das werden wir auch nicht tun. Denn die bloße vermutete Existenz dieses Hidden Features lässt uns hoffen, dass da draußen nicht nur staubtrockene Ingenieursfratzen ihr Werk tun, sondern auch Menschen mit Witz und Punk. Wir würden es also keinesfalls erfahren wollen, wenn es ein Fake wäre.
02.08.2005 | 21:59 | Alles wird schlechter | Sachen kaufen
 (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)Das Getränke-Triplett heute auf der Riesenmaschine wird vervollkommnet durch eine Erfindung, die gleichzeitig auch am wire- & senseless-Contest teilnimmt. Es handelt sich um das für HighTech-Poser fantastisch geeignete sprechende Weinetikett der italienischen Firma Modulgraf. Behelfs eines RFID-Chips erzählt der Wein, bizarrerweise in der ersten Person Singular, wo er so herkommt, wie er schmeckt und wozu er passt. Die Kunden hören dann über ein nicht näher benanntes handheld device: "Ich bin nussig-pflaumig im Bouquet, fruchtig-frisch auf halber Gaumenhöhe und habe eine blumig-pfeffrige Note im Abgang". Toll! Diese Entwicklung eignet sich natürlich vortrefflich für Menschen, die gewohnt sind, auf Flaschen zu hören.
02.08.2005 | 20:29 | Alles wird besser | Sachen kaufen
 (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)Die meisten heutigen Hobbies haben sich über die Jahre deutlich technisiert oder überhaupt erst gebildet: flickrn, musikhören, Cybersex. Kaum Weiterentwicklungen gab es dagegen beim Premiumhobby Saufen: hier ist abgesehen von der Alcopop-Steuer die letzte einschneidende Neuerung von 1516. Kein Wunder, dass es da zu bisweilen lächerlichen Übersprungshandlungen kommt. So wie dieser Flachmann in Form eines Handys. Wer also ohne langwierige Umschulung vom Plakativsäufer zum Latenzalkoholiker werden möchte, kann das für schmale 23,95$ tun. Wir sind sehr gespannt auf die Entwicklung des ersten Bluetooth-Tools (remote drinking).
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IN DER RIESENMASCHINE
ORIENTIERUNG
SO GEHT'S:
- Laminatimitation
- Doppelmuffen
- hasenspezifische Elemente
- Mützen-Moves
SO NICHT:
- Kotze brûlée
- statt Slipeinlage Knäckebrot
- heute so, morgen anders
- Einzelmuffel
AUTOMATISCHE KULTURKRITIK
"Uncut Gems", Benny & Josh Safdie (2019)
Plus: 1, 3, 21, 31, 63, 82, 87, 101, 138, 144 Minus: 75 Gesamt: 9 Punkte
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