14.07.2005 | 18:44 | Anderswo | Supertiere
 (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)Ameisenforscher haben es schwer, denn ihre Probanden erschaffen zwar hierarchische Staaten, aber wollen einfach nicht hören und schon gar nicht auf ihre Namen. Damit man sie trotzdem auseinanderhalten kann, muss man sie lustig markieren, was übrigens mit einem 1-haarigen Pinsel geschieht. Dieses hochinteressante Beweisbild wäre aber der Welt verborgen geblieben, wenn es nicht den dritten Platz belegt hätte. Und zwar in der First Annual Art of Science Competition der umtriebigen Princeton University. Die Online Gallery zeigt eine Reihe von wirklich schönen Bildern, die aus den verschiedensten wissenschaftlichen Bereichen stammen, von Anorganischer Chemie bis Wahrnehmungspsychologie. Der Wettbewerb ist ein weiterer Hinweis auf eins der Prinzipien der Riesenmaschine: Vieles hängt mit Vielem zusammen. Zum Beispiel Ameisen und Kunst.
13.07.2005 | 14:18 | Anderswo | Papierrascheln | Tagwerk
 (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)Mit der U-Bahn zur Arbeit zu fahren ist anstrengender als ein Kampfflugzeug zu fliegen. Deshalb ist es überlebenswichtig, möglichst schnell einen Sitzplatz zu finden, ein Thema, mit dem sich Hajime Yorozu in den letzten Jahren gründlich befaßt hat, und zwar in der Commuter-Hölle Tokio, wo das Spiel "Die Reise nach Jerusalem" zu einem Kampf um Leben und Tod wird. Sein (bisher nur auf Japanisch erschienenes) Buch "Die Kunst, im Pendlerzug einen Sitzplatz zu finden", das auf knapp 200 Seiten Ratschläge und Diagramme enthält, empfiehlt sehr genaue Beobachtung der (sitzenden) Mitreisenden. Frauen, die sich gerade die Frisur richten, oder Handytelefonate, die mit "Bin in fünf Minuten da" enden, sind überraschenderweise sichere Zeichen, dass gleich ein Platz frei wird. Umgekehrt sind Menschen mit dicken Büchern zu meiden, genau wie solche, die mit offenem Mund schnarchen. Hat man herausgefunden, wer bestimmt gleich aufsteht, so platziere man sich leicht seitlich versetzt, so dass eine Gasse für den Aufstehenden freibleibt und gleichzeitig konkurrierende Platzsuchende abgeblockt werden. Kenntnisse über die Standorte großer Firmen und über die Mechanismen des Schlangestehens vor den U-Bahn-Türen sind ebenfalls hilfreich. Dagegen gilt es als unhöflich, Betrunkenheit zu simulieren. Das sind alles unglaublich kluge Erkenntnisse.
13.07.2005 | 12:55 | Anderswo | Was fehlt
Wie man unter Google Maps Mania nachlesen kann, werden in den privilegierten Staaten USA, Kanada und Großbritannien minütlich neue, großartige Einsatzzwecke für Google Maps aus dem Boden gestampft. Wir dürfen nicht mitspielen und geraten international ins Hintertreffen, weil von Deutschland weiterhin nur vage Umrisse bekannt sind. Das kann doch so nicht weitergehen! Staat, greif ein! Haben wir nicht auch Atombomben oder so was, womit wir den Googleplex in Kalifornien unter Druck setzen können? Embargos? Mitleiderregendes Weinen, Flehen und Händeringen?
10.07.2005 | 17:25 | Anderswo | Nachtleuchtendes
Vorläufig letzte Meldung vom Ballonabenteuer Blast: Wie geschildert, landete der Riesenballon samt angehängtem Riesenteleskop nach einem einigermaßen erfolgreichen Flug von Schweden nach Kanada sanft und problemlos auf Victoria Island. Großer Jubel, großes Schulterklopfen, eine technische Glanzleistung. Dann mußte man das Ding nur noch abholen. Dazu wickelte man es in die beste, größte und stabilste Plane, die es auf der Erde gibt, und hängte es an einen sehr großen Hubschrauber. Alles klappte wunderbar, jedenfalls bis der Hubschrauber hoch genug war. Dann zerreißen die Luftbewegungen vom Rotor die Plane und die Hälfte des Teleskops verschwindet im Polarmeer oder in der Tundra, jedenfalls ist es jetzt weg. Diese Information darf nicht an die Öffentlichkeit gelangen.
Dieser Beitrag ist ein Update zu: Das Ende einer Ballonfahrt
08.07.2005 | 10:09 | Anderswo | Alles wird besser
Bucht man bei British Airways online ein Flugticket, hat man seit einigen Wochen nicht mehr nur die Auswahl zwischen den Anreden "Mr. / Ms. / Mss.", sondern kann darüber hinaus zwischen "Rev.", "Lord", "Lady", "Dr.", "Prof." und "Capt." wählen. Auf dem Ticket bekommt der Reisende zusätzlich je nach Bestimmungsort die Berufsbezeichnung "Euro Traveller" oder "World Traveller". Die Fülle der Entscheidungsmöglichkeiten macht das Buchen etwas schwieriger als bisher, persönlich finde ich auch das Fehlen von "Vice Admiral", "Ambassador" und "Baroness" unverzeihlich, aber wir wollen dankbar sein für das, was wir haben.
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IN DER RIESENMASCHINE
ORIENTIERUNG
SO GEHT'S:
- Dynamitgrillen
- Vielgestaltige Holz-Keule
- freundlicher Frotteurismus
- Töpfe mit Polen-Pep scheuern
SO NICHT:
- zu viele Kunstpausen
- Reggae aus Mexico
- Einzelhandel
- Bälle kaputtmachen
AUTOMATISCHE KULTURKRITIK
"The proposition", John Hillcoat (2005)
Plus: 3, 14, 21, 22, 31, 32, 45, 48, 79 Minus: 1, 19 Gesamt: 7 Punkte
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