Riesenmaschine

15.11.2006 | 16:51 | Gekaufte bezahlte Anzeige

Maximale horizontale Genauigkeit in der Schwarzauflösung erfordert einen akkuraten Punktabstand der Gurtbefestigungspunkte


Astreines Kesselmaterial und auch eine schmucke Aussenfarbe:
Die EBD WA 2110 (Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)
Früher – ein fernes und diffuses Früher, an das man sich zwar noch erinnern, das man aber irgendwie nicht mehr nachvollziehen kann – war Einkaufen eine breiige Geschichte. Man war Sklave seiner Launen und vager äusserer Eindrücke. "Oh, hier, so schön rot und auch gar nicht teuer", dachte man sich, bestenfalls noch: "Einen Kombi kann ich mir auch noch kaufen, wenn ich mal vier Hunde oder vier Kinder habe" oder "Eine Frontloader-
Waschmaschine, wie praktisch, ich bin ja selbst auch nicht sehr gross."

Doch früher war gestern, denn heute gibt es ja Shopping-Portale, wie – Achtung, überraschendes Beispiel – DoorOne, wo man sich tagelang durch Sub-, Unter- und Extra-Auswahlkriterien wühlen kann. "Möchten Sie Ihre Suche noch verfeinern?" wird man gefragt und die Antwort lässt einen höhlengleichnisgleich die Dinge zum ersten Mal klar sehen: Natürlich wird man ab sofort bei der Auswahl einer Waschmaschine immer auf das Kesselmaterial achten. Auch Monitore haben eine Reaktionszeit, und sie ist viel geringer als bei den Menschen, wer hätte das gedacht. Die Höhe des Maximalen Pumpdrucks, darauf kommt es beim Kaffeemaschinenkauf an.

Manchmal gerät man aber auch ins Zweifeln: Hätte man einen der seltenen Kühlschränke mit Türanschlag links kaufen sollen, um Individualität zum Ausdruck zu bringen? Wird das Kind dahinterkommen, dass sein Kinderwagen bloss drei Gurtbefestigungspunkte und zwei Liegepositionen hatte? Und imaginäres Spielzeug, ist das nicht irgendwie schizophren? Doch man sollte sich nicht mit derartigen Fragen plagen, sondern sich lieber daran erfreuen, wie schön die neu gelernten Wörter klingen. Einfach mal ausprobieren und laut mitsprechen: Lautsprecherimpedanz. Komprimierte Kapazität. Maximaler Pumpdruck. Formfaktor. Kesselmaterial. Maximale horizontale Genauigkeit. Schwarzauflösung. Imaginäres Spielzeug. Liegepositionen. Punktabstand. Aussenfarbe. Maximale Grautiefe. Gurtbefestigungspunkte. Hach.

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Das neue System der Dinge


15.11.2006 | 13:15 | Gekaufte bezahlte Anzeige

Altar im Magazin


Christoph Albers und Holm Friebe (KF), verdiente Mitarbeiter der Riesenmaschine, bei der Feinjustage der Götter (Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)
In Berlin hat man Projekte, in München Arbeit, aber jetzt kommt Berlin nach München und zwar in Form des Projektes "Riesenmaschine Altar des Alltags". Für vier Wochen wird der Altar voll anbetungsfähig in der Filiale München des Magazin stehen, einem Geschäft, so die Eigenauskunft, für "Dinge für den Alltag". Wohin der Qualitätshase hier läuft, ist spätestens klar, wenn man weiss, dass Magazin zu Manufactum gehört und deshalb auch in deren Katalogen zu finden ist. Heute abend eröffnet das Geschäft und wir werden alle Riesenmaschinen-Leser, die dorthinkommen wollen (geheimes Passwort: Riesenmaschine), mit freudigem Zunicken begrüssen. Die Adresse ist München (Süddeutschland), In den 5 Höfen, Prannerpassage, Kardinal-Faulhaber-Strasse 11 direkt um die Ecke von dieser Feldherrensituation.

Wir erinnern uns: der Riesenmaschine Altar des Alltags enthält einen Haufen Götter wie etwa den Gott der Kontrolle über die eigenen Haare oder den Gott der Improvisation und der groben Fahrlässigkeit, die hier in einer Übersicht betrachtet und angebetet werden können. Hier hingegen kann man (ab heute, 19.00 Uhr) auf einer Live-Webcam kontrollieren, ob das Gebet angekommen ist, weil dann eine Lampe vor dem Gott aufleuchtet. Was für Gebete von wem eingebracht wurden kann man hier nachlesen. Vor Ort kann man sogar Kerzen anzünden. Für einen lustigen Schlussgag dieses Beitrags werde ich sogleich zum Gott der zu spät gehabten guten Idee beten. Vielleicht hätte es ja geholfen.


08.11.2006 | 12:18 | Gekaufte bezahlte Anzeige

Die Faszination der Hochtechnologie


Ab einer bestimmten Grösse lassen sich Flatscreens kaum mehr komplett fotografieren (zuviele Pixel). (Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)
Flachbildschirme sind mit weitem Abstand das beste Konsumprodukt, das ich mir vorstellen kann. Ich liebe Flachbildschirme, seit ich sie das erste Mal auf einer Funkaustellung 19irgendwas gesehen habe. Je grösser, desto besser, mein ideales Wohnzimmer hat keine Tapete mehr, sondern reiht Flatscreen um Flatscreen aneinander. Zusätzlich zur bedingungslosen, hingebungsvollen Liebe zu Flachbildschirmen habe ich aber ein Problem: Ich hasse Fernsehen. Es ist öde. Öde, öde, öde, Gott, ist Fernsehen öde, ich ertrage keinen einzigen Sender. Das macht es auf Dauer etwas schwierig, abwechslungsreich von Flachbildfernsehern zu träumen.

Als funktionierenden Workaround habe ich ein System aus meiner Jugend wiederentdeckt, als ich unbedingt meine Musikanlage mit einem Superverstärker ausbauen wollte, mir aber vom Taschengeld keinen leisten konnte. Ich war regelmässig im Fachgeschäft, habe die Informationsblätter gesammelt und die Leistungsdaten verglichen. Impedanzen, Ausgangsleistungen und Frequenzspektren waren meine besten Freunde, in den Klirrfaktor war ich verliebt, ich habe damals jedes auf dem deutschen Markt bzw. bei Elektro-Hoffmann erhältliche Gerät mit jedem anderen querverglichen und war glücklich.

Heute vergleiche ich Leistungsdaten von Flachbildschirmen. Pixelabstand eher 0,3 Millimeter oder über 0,51 Millimeter? Ist eine Helligkeit von 600 cd/m² ausreichend? Wieviel sollte mir ein Kontrastverhältnis von 1:800 wert sein? Offen gesagt ist mir wie genau wie früher (Klirrfaktor, hä?) vollkommen unklar, was diese Werte bedeuten, und ob beispielsweise ein grosser Pixelabstand gut ist oder ein kleiner, was ja vermutlich direkte Auswirkung auf die Grösse des Flatscreens hat. Immerhin kann ich zum Beispiel bei DoorOne das alles vergleichen, ohne in ein Geschäft zu gehen und mit Verkäufern zu sprechen müssen. Und vor allem merkt niemand, wenn ich nur so rumgucke und nichts kaufe, weil nur öder Quatsch im Fernsehen läuft. Der neue Stern am Trendhimmel: Platonischer Konsum.


01.11.2006 | 13:43 | Gekaufte bezahlte Anzeige

Wider die fruchtlose Saftsuche mit DoorOne


Gib mir deinen Saft, ich geb dir meinen. (Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)
Saft ist mehr als Flüssigkeit in oder von organischen Körpern, und fliessende Säfte sind für biologische Prozesse ähnlich essenziell wie der Cashflow für die Wirtschaft. Man merke: Saft ist Spass und hat ausserdem noch die allseits beliebten Vitamine. Der kreative Umgang mit Saft ist allerdings durch die Restriktionen der Fruchtsaftverordnung völlig am fruchtnektarverklebten Boden, sodass der konsumsensitive Mensch am Safteuphemismus Multivitamin wohl nicht vorbeikommt.

Historisch eigentlich nichts Neues: Mit dem richtigen Entsafter kann man die Missstände überwinden. Auf den tautologisch korrekten Weg zur Saftautarkie hilft der vitaminschonende Netzentsafter: DoorOne. Hier findet man eine willige Armada von Maschinen, die organische Körper zentrifugal zerschnipseln oder dezent zermalmen, nur um eines zu erhalten: Saft – so frisch und biologisch aktiv, dass er dann auch bald mal getrunken werden muss. Damit einem der matschige Perikarpkuchen nicht in Form von Trester um die Ohren fliegt, bietet DoorOne unter vielem die Wahl zwischen Geräten mit und ohne Fruchtfleischauswurf und erhöht die Mündigkeit des Suchenden noch durch kompetente Begriffserklärungen: Der automatische Auswurf erlaube laufendes Entsaften ohne Arbeitsunterbrechung – ein mächtiges Feature, das selbst die grösste Safttüte nicht bieten kann. Dazu sollte man auf eine ordentliche Ausgangsleistung achten, so 850 Watt klingen ganz gut, und schon präsentiert DoorOne ein Gerät, das aussieht wie R2-D2 mit Rucksack, aber ohne piepsende Sentimentalitäten daherkommt.

Den sprichwörtlich nostalgischen Weg des Saftköchelns, weg von mechanischem Rumgewirble, geht der Rommelsbacher EE 1505, der mit seinen 1500 Watt auch das zäheste Exokarp versaftet und dessen robustes Äusseres härter wirkt als Kruppstahl. Fast könnte man meinen, hinter dem Sunkist Saftprofi stecke doch ein Unterminierungsversuch der Saftlobby, aber der originäre Tropfschutz mit angedübelter Sunkist-Orange verwischt jeden Verdacht der Unauthentizität. Mit DoorOne steht man bald voll im Saft und gräbt der einfallslosen Industrie die Südfrüchte ab. Das ist mehr als nur Pürieren.

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Jan-Christoph Deinert | Dauerhafter Link


25.10.2006 | 11:11 | Gekaufte bezahlte Anzeige

Search and Destroy mit DoorOne


Lametta für den Goldfisch (Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)
Seit das Sanierungsgebiet ofenfrei ist und das Um-brennende-Tonnen-Herumstehen nicht mehr en vogue, ist es schwieriger geworden, das SOHO von lästigen und belastenden Papieren frei zu halten – ein Aktenvernichter muss her. Und mag Papier auch geduldig sein, wir sind es meist nicht – also rasch einen Blick auf DoorOne geworfen, um sich einen Überblick über das Ausmass der Zerstörungsmöglichkeiten zu verschaffen. Dort dann sogleich ZERNICHTER ins Suchfeld eingegeben, weil die Warenwelt im Gegensatz zum Leben ja eben doch ein Wunschkonzert und "Zernichter" ein fetziger Produktname ist. Die Suchergebnisse sind amüsant und gehen auch schon fast in die richtige Richtung.

Aber Schluss mit lustig, denn DoorOne kann auch anders: In der Kategorie Aktenvernichter präsentiert sich dem Vernichtungswilligen eine Fülle von Geräten, die mit Streifenschnitt, Partikelschnitt oder Cross-cut allerlei Materialien in unterschiedlich kleine Teile zerlegen. Und weil Cross-cut schon irgendwie lecker klingt, gibt es mancherorts zum Fellowes SB85C Aktenvernichter so überraschend wie volksnah einen Kugelgrill aus WM-Restbeständen obendrauf. In einer ganz anderen Liga spielen die Geräte der oberen Preiskategorie; sie schreddern schneller, als das Finanzamt die Tür aufstemmen kann und ihre Gehäuse und Preise erinnern unangenehm an Kontoauszugsdrucker. Der etwas erschwinglichere Fellowes DS-1 Aktenvernichter mit Safe Sense (TM) Technologie hingegen sieht aus wie ein Designer-Treteimer, zerkleinert Kreditkarten und bis zu elf Blatt Papier gleichzeitig und schützt dabei Kinderhände zuverlässig vor Verletzungen. Wer also eine Kinderleiche in Keller, Kühlschrank oder Blumenkasten hat, muss sich nach etwas Kraftvollerem und Durchzugsstärkerem umsehen – der Gartenhäcksler GH 2500 W mit Asteinschub bis 40 mm und verstopfungsarmem Fülltrichter erscheint auf Anhieb für den Job geeignet, aber auch hier bietet sich ein Vergleich mit DoorOne an, dem Kaufberater, der keine dummen Fragen stellt.

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Natascha Podgornik | Dauerhafter Link | Kommentare (4)


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