15.08.2005 | 16:25 | Sachen kaufen
 (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)Der Kabelbinder ist für das 20. Jahrhundert in etwa das, was der Faustkeil für irgendein anderes Jahrhundert war – ein Allzweckwerkzeug, das die Welt verändert. Man kann damit praktisch alles reparieren, Menschen verhaften und das abgebildete Sofa (Stefan Lie Design Studio, gesehen bei Mocoloco) aus Getränkekisten herstellen. Zur Not kann man damit sogar Kabel zusammenbinden. Manchen Theorien zufolge wird das Universum in seinem Innersten von Kabelbindern zusammengehalten. Kein Haushalt von Welt sollte ohne eine Tausenderpackung Kabelbinder sein, denn was man nicht mit Kabelbindern machen kann, das ist es nicht wert, überhaupt gemacht zu werden.
15.08.2005 | 12:46 | Alles wird schlechter | Sachen kaufen
 (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)... und zwar das der weltweiten Ölvorräte. Die Peak Oil-Theorie besagte in den 50er Jahren, dass das Maximum der US-Ölförderung 1970 erreicht würde und es von da an bergab gehen werde, und siehe da, sie behielt Recht. Heute besagt sie, dass das Maximum der weltweiten Ölförderung entweder bereits 2000 überschritten wurde oder 2005 um Thanksgiving herum eintreten wird oder aber auf jeden Fall noch vor 2010 droht, also so ähnlich wie der Weltuntergang der Zeugen Jehovas. Danach wird ein großes Heulen und Zähneklappern sein, und natürlich kann man wie immer nicht viel dagegen tun. Aber wer die solchermaßen eingebrockte Suppe wenigstens nicht kalt auslöffeln will, der kann sich rechtzeitig den formschönen Parabolspiegel-Solarkocher SK 10 zulegen. Auf der etwas unbeholfenen Website ist zwar kein Preis genannt, informierte Kreise (dieser freundliche Herr) teilten uns jedoch mit, dass ein solches Wunderwerk für gerade mal 100 Euro zu haben sei. Also etwa für den Preis, den schon irgendwann demnächst ein einziges Tröpfchen Rohöl kosten wird, das sich noch dazu gar nicht gut zum Suppekochen eignet. Batteries not included!
14.08.2005 | 23:26 | Alles wird besser | Sachen kaufen | Zeichen und Wunder
 (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.) (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)Vogelhausbau ist bedauerlicherweise eine stark unterentwickelte Kunstform. So werden die meisten Vogelhäuser immer noch im Hänsel-und-Gretel-Stil (frühes 19. Jh.) oder im schlichten Zuchthaus-Design (1939-45) angefertigt. Daher ist es ausdrücklich positiv zu bewerten, dass nach 60 Jahren langen Wartens jetzt endlich die wegweisenden Trends der Architekturstudie "Case Study Houses" auch auf Vogelbehausungen angewendet werden. Um die Machbarkeit und, ja, auch die Schönheit des architektonischen Ansatzes zu demonstrieren, zeigen wir hier die legendäre Studie Rapson-Greenbelt (1945, Bild oben) sowie das daraus entstandene Ralph Birdhouse (2005, Bild unten). Was viele nämlich nicht wissen: Vögel haben auch ein Recht auf moderne Kunst.
14.08.2005 | 00:35 | Sachen kaufen
 (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)Neue, verrückte Technik schön und gut, aber irgendwann muss man sich auch einmal fragen, wie das denn am Ende aussieht. Es ist z.B. nicht möglich, einen gutaussehenden MP3-Player zu bauen, oder aber einen hässlichen, weil, naja, weil sie so klein sind, dass man den Unterschied kaum sieht. Beim Discman hingegen (für Leser, die jünger als 50 sind: es handelt sich dabei um einen tragbaren CD-Player, ja, ich weiß, CDs, das sind diese unförmigen, riesigen Schallplatten), beim Discman also war die ästhetische Orientierung noch sehr einfach. Zum Vergleich: hier ein nachdrücklich hässlicher Vertreter, und nebenan abgebildet das eindeutig schönste Exemplar der Gattung, der Philips AX7201. Er sieht genauso aus wie dieses tolle Raumschiff aus diesem einen Film da. Zunächst glänzt er kühl, intellektuell, silbrig, in einem fast schon arroganten Understatement. Dann ist er nicht nur extrem dünn, sondern gar "super slim" (so dünn, dass der handelsübliche Kopfhörerstecker zu dick ist), außerdem so extrem leicht, ja "ultra lite", dass man sein Gewicht erst spürt, nachdem man die Akkus eingebaut hat – natürlich spezielle, extrem leichte und dünne Akkus. Da spielt es keine Rolle, dass dieses tolle Ding nicht zum Joggen oder Skaten geeignet ist, nein, es braucht schon eine ruhige Umgebung, z.B. eine Magnetschwebebahn, aber es ist sowieso nicht zum Mitnehmen gedacht, eigentlich auch nicht zum Musikhören, es soll einfach nur daliegen, gutaussehen und andere Leute beeindrucken. Und genau das beherrscht das Gerät am besten. Solche Antiquitäten hebt man gerne für besondere Anlässe auf.
13.08.2005 | 14:09 | Sachen kaufen | Sachen anziehen
 (Aus historischen Rechteklärungsgründen ist hier kein Bild. Aber im 20 Jahre Riesenmaschine-PDF gibt es entweder ein Bild oder eine Bildbeschreibung.)Es wäre uns ein Leichtes, an dieser Stelle aus den Textbausteinen "Jean 'Darm und Po' Pütz" und "jetzt auch in den Varianten 'Quattro Formaggi', 'Pilzragout' und 'Sport'" im Handumdrehen einen zynischen und zimtsandalenverachtenden Kommentar zu basteln. Brüder oder Schwestern, fassen wir uns stattdessen an den Händen oder Füßen und feiern die Vielfalt der Warenwelt, den Segen des tiefen Sortiments und die Tatsache, dass es immer mehr von allem gibt. Es ist nicht die Existenz der Zimtsandale, die wir hier ausdrücklich loben, sondern eine Welt, in der die Zimtsandale möglich ist. Anderswo* wären die Kinder froh, wenn sie so schöne Zimtsandalen hätten.
* Wir wissen nicht genau, wo, aber irgendwo da draußen gibt es ziemlich viele Orte, an denen das gleichzeitige Auftreten von Kindern, Frohsein und Zimtsandalen zumindest denkbar erscheint.
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IN DER RIESENMASCHINE
ORIENTIERUNG
SO GEHT'S:
- Zahnseide im Kreditkartenformat
- Stiefel (alle Farben)
- Am besten gleich zwei kaufen
- öfter mal Standgas
SO NICHT:
- Durchdiskutieren
- verkrustete Strukturen
- Blutgrätsche (sinnlos)
- Spul- und Madenwürmer
AUTOMATISCHE KULTURKRITIK
"Enemy", Denis Villeneuve (2013)
Plus: 8, 34, 35, 45, 65, 119 Minus: 5, 34, 93, 132, 167, 209 Gesamt: 0 Punkte
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