Riesenmaschine

26.10.2005 | 17:46 | Anderswo | Zeichen und Wunder

Der Fuehrer-Hof in Busan

Der Korrespondent der Riesenmaschine hatte zwar bereits an anderer Stelle darauf hingewiesen, doch so recht wollte es dann doch mal wieder keiner glauben. Deshalb hier alles noch einmal, erstmals jedoch mit noch nie publizierten Fotos (Farbe), noch brauneren Details und einer brandneuen Überschrift: Er ist wieder da, der Hitler-Hof in Busan (Pusan), Südkorea.
Allerdings tanzt man den Adolf Hitler nicht mehr über dem "SevenEleven" irgendwo in der Innenstadt (es gibt etwa vier Dutzend 7/11-Filialen in der koreanischen Millionenmetropole), sondern eher versteckt im entlegenen Stadtteil Bukgu in einer Strasse namens Deogcheon.
Auch auf die Romanisierung des einprägsamen Kneipennamens wird mittlerweile verzichtet. Trotzdem bleibt der "Hof" (deutsch-koreanisch für "Kneipe") selbst für Menschen, die des Hangeul, des hiesigen Alphabets, nicht mächtig sind, eindeutig identifizierbar. Voraussetzung sind allerdings gute Augen und ein Riesenmaschinenriecher, denn die Führer-Fotos an den zwei Fronten des Etablissements sind nunmehr auf halbe Bettlakengrösse geschrumpft. Dafür haut der Gruppenleiter Kneipenbesitzer im Treppenhaus umso kräftiger auf die Nazipauke. Hier schwingt das Maskottchen der Live-Musik-Schwemme auf einem echten Nazi-Poster nicht bloss die Fahne mit dem Hakenkreuz. Auf einem Aushang blickt er auch noch recht düster auf ein frisch gezapftes Bier, als sei es ihm nicht blond genug.
Wie es im Inneren des Sturmlokals aussieht, konnte nicht in Erfahrung gebracht werden. An dem Nachmittag, als diese Fotos entstanden, war es leider noch geschlossen. Weiter gefordert bleiben also Korrespondenten der Riesenmaschine, die zufälligerweise in und um Südkorea herum weilen.

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Nazi Göring

Christian Y. Schmidt | Dauerhafter Link | Kommentare (3)


Kommentar #1 von Wolf Ulf Wulfrolf:

ich war da drinnen, kann mich aber leider nicht mehr genau erinnern, wies aussieht, unspektakuläre Bierbänke vermutlich, das Bier ist halt scheisse wie üblich, eiskaltes labbriges Cass oder Hite, Aschenbecher hab ich auch noch mitgenommen, da steht Bierhalle drauf. Das einzig Gute an Pusan ist, dass man mit dem Schiff nach Japan nur 3 Stunden braucht

26.10.2005 | 18:39

Kommentar #2 von Daniel Erk:

Sehr hübsch, dass auf den ausgehängten Bilder der schöne Hinweis "live" aufgedruckt ist. Würde man ohne diese Erwähnung auch nicht unbedingt vermuten, so von sich aus.
Man ist ja jahrzehntelang dieser Südamerikapropaganda aufgesessen – die sich ja wohl als "Marketinggag" entpuppt hat, weil Hitler offenbar seit geraumer Zeit in Südkorea "Hof hält".

26.10.2005 | 21:14

Kommentar #3 von irgendwem:

gibt doch auch so T-Shirts mit den Hitler Tour Daten, mässig lustig, und in Südtirol verkaufen Marketender fröhlich unterhalb der D ´Anunziovilla neben Mussolinimemorabilia und Che-T-Shirts auch den bekannten Hitlerwein

26.10.2005 | 22:14

*  IN DER RIESENMASCHINE


*  ORIENTIERUNG



Werbung
Werbung Ratgeber

*  SO GEHT'S:

- Sumpfporst und Königsfarn

- Bratmaxe Song interpretiert von Céline Dion

- Glück in der Liebe

- Freshdrängeln

*  SO NICHT:

- Sambabedingte blaue Flecken

- Bronzeplastik

- Schatten verkaufen

- Pech mit Elektrogeräten


*  AUTOMATISCHE KULTURKRITIK

"Ein fliehendes Pferd", Rainer Kaufmann (2007)

Plus: 21
Minus: 22, 23, 38, 41, 62, 142
Gesamt: -5 Punkte


*  KATEGORIEN


*  ARCHIV