Riesenmaschine

11.07.2007 | 17:28 | Anderswo | Alles wird besser

Das gute Hotel von Sichuan

Lezhi ist eine kleine Stadt von höchstens 250.000 Einwohnern in der chinesischen Provinz Sichuan. Es gibt hier rein gar nichts zu sehen, ausser vielleicht drei Reiterstandbildern und einem Museum, das General Chen Yi gewidmet ist. Der grösste Sohn der Stadt war chinesischer Vizepremier und bis zu seinem Tod im Jahr 1972 Aussenminister. Seit ca. 60 Jahren war in Lezhi kein Ausländer mehr zu Besuch, schon gar nicht im Hong-Yang-Hotel, das versteckt in einem Hof an der Dong Jie (Oststrasse) liegt. Über der Toreinfahrt zum Hotel prangen die alten Zeichen des Fortschritts, der gute Hammer und die brave Sichel. Und tatsächlich ist das Hong Yang ein Hotel, von dem die Friebes und Lobos dieses Erdballs träumen. Für nur umgerechnet 15 Euro (drei mehr als für das Standardzimmer) kann man hier ein Computerzimmer (wörtlich: Dian Nao Fangjian = Elektrogehirnzimmer) beziehen, das über einen Lenovo-Rechner mit Intel-Celeron-D-Prozessor verfügt, mit DVD-Laufwerk, passablen Boxen und einer fixen ADSL-Internet-Standleitung. Wie in jedem chinesischen Hotel gibt es dazu im Bad Zahnbürsten satt, mit drangepappten kleinen Zahnpastatuben. Hong Yang heisst in etwa: "Loben und preisen, damit die Volksmassen davon wissen." Das tun sie nun.

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Hotels, wir müssen reden

Christian Y. Schmidt | Dauerhafter Link | Kommentare (4)


Kommentar #1 von maotouying:

... ich glaube die haben auf dich gewartet Christian, hihi, ueber dem grossen Tor steht zweimal was von 'immer schoen aufpassen' oder so ...

12.07.2007 | 15:19

Kommentar #2 von CYS:

In der Tat, das schien mir auch so. In Lezhi bin ich jetzt beruehmter als Da Shan, falls das hier jemand etwas sagt.

12.07.2007 | 16:34

Kommentar #3 von Weitsichtiger:

Nach den gestrigen Nachrichten macht die Affinität der Riesenmaschine für Nagetiere und China für mich endlich einen zusammenhängenden Sinn. Ich warte nur noch auf den entsprechenden euphorischen Jubelartikel – die Chinesen machen uns eben alles vor, nach den Einwegzahnbürsten nun die Herrschaft der Nager (welch unglaublich weit hergeholter Bezug zu diesem Artikel).

12.07.2007 | 16:39

Kommentar #4 von wodanipigu:

Hattest Du denn wenigstens eine Traube von etwa einem Dutzend kleiner Kinder hinter Dir herlaufen, mit dem Finger auf Dich zeigend und lachend? Und als es dann nachts zu spät für die Kindertraube wurde, sind dann die Xiaojie hinter Dir hergelaufen, das einzig ihnen bekannte "ausländische" Wort krakeelend: "Service"?
So ungefähr passiert im Sommer 2006 nahe den "San Qing Shan" in der Provinz "Jiang Xi", in einem Ort, dessen Stadtbild und Architektur Erinnerungen an eine Familientour durch die neuen Bundesländer im Frühjahr 1990 lebendig werden liessen.

14.07.2007 | 12:46

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