Riesenmaschine

18.06.2005 | 12:56 | Supertiere | Alles wird schlechter

Google für zu Hause

Gut, Google hat die Internetsuche revolutioniert, die Bildersuche, Webmail, online-Landkarten, Internet-Marketing und noch einiges mehr. Wenn man sich aber den zu Recht verhältnismässig unbekannten Google-Shop ansieht, wird schnell klar: Google wird gewiss nicht das Merchandising revolutionieren.
Wirr durcheinandergebrandete, überteuerte, tschiboeske Artikel, die nagende Zweifel an der Google unterstellten Cleverness wecken: hat jemand, der mir gebrandete Knete als "kreavitätsfördernd" verkaufen möchte, tatsächlich den intelligentesten Suchalgorithmus?
Ein weiteres Downlight sicher auch die Google-Lavalampen, deren blosse Existenz jedem denkenden Menschen ein gebirgsmassivgrosses "Warum?" in die Gedankenwelt einpflanzen.

Es gibt aber auch das echte, richtige Google für zu Hause: Google Mini. Das ist eine "integrierte Hard- und Software-Lösung", die die eigene Homepage oder das Intranet mal so richtig durchgoogelt. Über den Sinn kann man streiten, aber wer schon immer ein eigenes echtes Googlechen daheim haben wollte, ist bereits für 2.995,00 EUR dabei.


17.06.2005 | 22:31 | Anderswo | Alles wird besser

Kichernde Mülltonnen

Endlich ist es soweit – Gebrauchsgegenstände werden umgänglicher: In Cambridge installierte die Künstlergruppe Greyworld jetzt Parkbänke und Mülltonnen, die singen, wenn die Sonne scheint, sich bewegen, sprechen, kichern und glucksen. Dabei spulen sie nicht etwa ein vorher festgelegtes Repertoire ab, wie die einst in Berlin installierten sprechenden Mülleimer, deren kommunikative Fähigkeiten leider nicht wesentlich besser sind als die von Pantoffeltierchen. Nein, jede der interaktiven Bänke und Mülltonnen hat soziale Bedürfnisse, ihre eigene Persönlichkeit, und wird sich im Laufe der Zeit weiterentwickeln. Andrew Shoben von Greyworld: "You'll find that one bench may be particularly attracted to a particular bin. They will chuckle and giggle sometimes or make rude noises." Es ist, man muss es zugeben, nur ein kleiner Schritt auf dem Weg zu einem wirklich gleichberechtigten Dialog zwischen Mensch und Ding, bei dem man auch mal mit der Biotonne einen trinken gehen könnte, aber immerhin ein Anfang. Schade, dass Douglas Adams das nicht mehr erleben kann.


17.06.2005 | 16:19 | Fakten und Figuren | Vermutungen über die Welt

So leben wir im Jahr 2000

Ich erinnere mich an ein Titanic Titelbild aus dem Jahr 1997 mit der Headline "So leben wir im Jahr 2000". Darauf zu sehen: eine alltägliche Szene aus einer deutschen Innenstadt, drei Frauen in Rentnerkhaki mit Plastiktüten beim Einkauf. Was soll man sagen? Genau so ist es gekommen. Der neue Stern Media Business-Newsletter enthält ein paar nette Statistiken und Umfrageergebnisse, die genau diesen Sachverhalt empirisch stützen. Der "hybride Konsument", der mit dem Porsche bei Aldi vorfährt und sich auch sonst in der Konsumlandschaft wie die sprichwörtliche Axt im Wald aufführt, erscheint danach als das, was er ist: eine feuilletonistische Chimäre, von jeder soziologischen Empirie abgekoppelt und gefangen in einer medialen Feedback-Endlosschleife.


17.06.2005 | 15:34 | Alles wird besser | Was fehlt

Flaschenöffner für Mädchen II

Manchmal geht es mit dem Fortschritt ja schneller als man zu hoffen wagt. Hin und wieder ist der Fortschritt dafür aber auch nicht ganz so formschön wie man sich das immer gewünscht hat. Gelegentlich stellt er sich dann aber doch zumindest als stählern und schlüsselbundtauglich heraus. So ist er, der Fortschritt. Ob seiner "täuschend" "echt" "wirkenden" Schlüsselform eigenet sich der Fortschritt, im Folgenden Schlüssel-Flaschenöffner von Suck UK genannt, vielleicht nicht ganz so gut für Biertrinkerinnen mit ästhetischem Bewusstsein. Dafür aber um so besser für heimlich trinkende Hausfrauen. Billiger als neue Zähne ist er allemal und, seien wir doch mal ehrlich, meistens trinken wir doch ohnehin im Dunkeln. Deshalb, Jungs: Mal drüber nachdenken, ne.

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Flaschenöffner für Mädchen

Ira Struebel | Dauerhafter Link


17.06.2005 | 03:56 | Anderswo | Alles wird besser | Sachen kaufen

Zed's dead, baby

Ob es sich bei diesem Phänomen überhaupt um einen Trend handelt, ist noch nicht geklärt – vielleicht strampeln die Kanadier ja schon seit 25 Jahren mit ungebrochener Begeisterung auf diesen chopperartigen Fahrrädern mit den fetten Hinterreifen herum, vielleicht tun sie es auch erst seit letztem Jahr, und vermutlich ist das Ganze sowieso gar kein kanadisches, sondern ein nordamerikanisches Ding. Fest steht lediglich, dass sie es 2005 tun, und zwar gar nicht selten, denn diese Räder gehören zumindest in Toronto zum Stadtbild und verschönern es derart, dass sich die deutschen Fahrradfahrer bitte umgehend von ihren Liege- Holland- und Manufactumrädern abwenden und die 599 US$ für das herrliche "Schwinn Sting-Ray Spoiler" oder ein anderes Fahrrad der Sting-Ray-Serie springen lassen. Got no motor running! Head out on the highway!


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