Riesenmaschine

15.07.2005 | 20:23 | Supertiere | Sachen kaufen

Toter Fisch Revisited


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Vermutlich wenden sich diese Produkte an Japaner, die die Uhr nicht lesen können bzw. Japaner, die USB nicht verstehen, Japaner, die Pralinen ein wenig unvertraut finden, Japaner, denen Radiergummis suspekt sind und Japaner, die noch nie eine Schlüsselbund-Lampe gesehen haben.


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Vielleicht handelt es sich aber auch um reine Cargokult-Waren nach dem Prinzip "Sushi essen ist modern und teuer – dieser Glanz wird auf alle Produkte abstrahlen, die wie Sushi aussehen". Ein Glück, dass es damals im Mozzarella-Tomate-Basilikum-Zeitalter noch kein USB gab.


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Dieser Beitrag ist ein Update zu: Sushimäre


15.07.2005 | 19:43 | Anderswo | Supertiere

Sushimäre


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Japan ist ein nieversiegender Quell wirrer Produkte und damit endloser Heiterkeit. Ein weiterer Schlag ins Gesicht der Freudlosigkeit ist die abgebildete Produktpalette. Es handelt sich, leicht erkennbar, um Sushi. Bis hierhin hätte diese Information in Deutschland bis etwa 1967 Neuigkeitswert gehabt. Es handelt sich jedoch um keinesfalls essbares Fakesushi aus Polyurethan. Das Unternehmen Asahi Food Sample Manufacturing Ltd. stellt in liebevoller Handarbeit lackiertes Plastiksushi her.
Und jetzt der überraschende Turn von der japanischen Abgedrehtheit hin zum logischen, soziokulturell nachvollziehbaren Produkt. In Japan wird seit 80 Jahren künstliches Essen hergestellt. Gerade im Fall Sushi war das notwendig, weil Sushi in Japan als Arme-Leute-Speise galt. Und diese Menschen konnten oft nicht lesen (japanisch ist ja schwierig), wollten aber trotzdem wissen, was sie in der Speisehalle zu essen kaufen. Dafür wurden Auslagen mit Essen aus bemaltem Holz benutzt. Nachvollziehbar, irgendwie. Ob das jetzt ein Grund ist, künstliches Sushi für zu Hause zu bestellen, wie die Website Goods from Japan nahelegt, ist eine andere Frage.


15.07.2005 | 17:19 | Alles wird besser | Alles wird schlechter | Sachen anziehen | Vermutungen über die Welt

Textile Displays


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Wir alle sehnen uneingeschränkt die Marktreife von grafikfähigen, elastischen Displayfolien von der Rolle herbei. Was danach kommt, liegt angesichts des Trends zum anziehbaren Digitalium auf der Hand: Das Wearable Display. Ausgestattet mit einer eingewobenen Kurzstreckenfunkantenne meldet sich das neuerworbene T-Shirt per Bluetooth als Ausgabemedium beim Mobiltelefon an. Vorbei sind die Zeiten, in denen veraltete Heavy-Metal-Tourdaten-T-Shirts das Straßenbild störten. Zukünftig teilt uns die ausgewaschene Oberbekleidung unserer Mitmenschen minutenaktuell mit:
Motörhead – Jul 17/05 Wiesen, Austria Forestglade (CANCELLED), Oct 7/05 Gothenburg, Sweden Scandinavium (noch 232 Karten an den Vorverkaufskassen) Am Ärmelbund rotieren die Headlines des Tages gefolgt von der aktuellen Wettervorhersage.

Auch Peer-To-Peer-Anwendungen sind denkbar: In der Bahn beispielsweise lässt sich das Top des Gegenübers als Pong-Spielfeld verwenden, während auf der eigenen Brust "Fight Club" läuft. Größere Oberweiten sind zugunsten einer verzerrungsfreien Wiedergabe zu meiden. Für den modernen Opportunisten bietet sich der Abgleich des Aufdruckes mit den in der gleichen Funkzelle angemeldeten Bekleidungsstücken an. So wird aus "Bier formte diesen wunderschönen Körper" im Nu "Unterwegs im Auftrag des Herrn", sobald die Kirchentagsbesucher im Kleinbus vorbeifahren. Auseinandersetzungen zwischen Fußballfans können so auf ein Minimum reduziert werden.

Aber auch auf Gefahren und Risiken soll hier hingewiesen weden. Denn Jamba!, die taschengeldfressende, kreischende Klingelton-Krake ist stets auf der Suche nach neuen Geschäftsfeldern. Schon kurz nach Markteinführung der Display-Shirts werden Kooperationen mit den Herstellern geschlossen, die sich darin verpflichten, sämtliche Bekleidungsstücke mit Unerträglichem vorzukonfigurieren. Besonders beliebt werden kurze Animationen sein, ähnlich den animierten GIFs aus der grauen Vorzeit des Webs.
Blinkende Werbebanner werden das Straßenbild prägen, da sie den Kaufpreis der Wearware auf 1 Euro Asterisk reduzieren. Das Kleingedruckte überlässt dem Betreiber den eigenen Oberkörper als beliebig bespielbare Werbefläche. Wer das alles nicht will, wird seufzend die gelb-gefiederte Geflügel-Widerlichkeit auf der neuerworbenen Anziehsache durch das kostenpflichtige "Weg!"-Motiv aus der Spar-Abo-Kollektion ersetzen müssen.

Egal, trotzdem! Her mit den Displayfolien! Wie lange sollen wir denn noch warten?


15.07.2005 | 14:50 | Sachen kaufen | Sachen anziehen

Polyester Rawhide


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Die Wrangler Wrancher Stretch Jeans ist eine Art Sonntagsjeans für echte amerikanische Cowboys, und sie ist wahrscheinlich die perfekte Hose: sie sitzt immer astrein, sie sieht immer elegant aus, und niemand sonst besitzt eine. Die Wrancher wird aus robustem Polyester angefertigt, hat eine eingebaute Bügelfalte und einen coolen Boot Cut. Sie sieht natürlich besonders gut aus mit Cowboystiefeln, aber auch mit Turnschuhen oder modernen Retro-Schlappen. Obwohl sie aus Plastik ist, schwitzt man in der Wrancher weniger, als man erwarten würde – und wenn doch, dann dauert es ewig, bis die Feuchtigkeit durchschimmert. Und weil sie gutmütig stretcht, macht es auch nichts aus, wenn man zwischendurch mal etwas mehr isst. Es gibt die Wrancher in 14 Farben, unter anderem in abenteuerlustigem Weinrot und dezenter Birke. Wenn man die Wrancher mag, kann man sich gleich fünf oder sieben verschiedene Farben kaufen, dann braucht man auf Jahre in keinen Hosenladen mehr. In Deutschland wird diese Superhose leider nicht angeboten, sondern nur in Amerika – und auch dort nur in abgelegenen Gegenden, wo es noch richtige Cowboys gibt, sowie in Cowboy-Online-Stores wie dem wunderbaren Shepler's. Die Wrangler Wrancher. The Jeans to end all Jeans.


15.07.2005 | 14:20 | Alles wird besser | Essen und Essenzielles

Flotte Biene


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Es ist ja Sommer – und der dem Sommer angemessene Brotaufstrich ist weder Mettwurst noch Chilipaste, sondern Honig, das naturbelassene Naturprodukt aus der Natur. Von minderjährigen, halbnackten Honigbienen wird Honig liebevoll in sortenreinen Wäldern (Klee, Akazie) gesammelt, um alternden Onkels erst Atzung, dann Labsal zu verschaffen und ihnen so ihren Lebensabend zu versüssen. Der Firma Langnese ist es zu verdanken (nicht erst seit neuestem, aber bislang noch nicht hinreichend gewürdigt), dass der Honig erstmals in der Weltgeschichte ohne Klebrückstände aufs Brot kommt (oder ist von Catull überliefert, dass er je sagte: Petronia – der Honig klebt gar nicht mehr? Eben), und zwar dank der aus der Klebstoff-Industrie übernommenen, dort wiederum der Proktologie entlehnten Ausscheide- und Verschlusstechnik des Produkts "Flotte Biene". Immer wieder erstaunlich, wozu so genannte Abfallprodukte in der Lage sind. Wer zum Beispiel hätte vor 30 Jahren geahnt, dass die Raumfahrt mal ein Abfallprodukt der Teflonforschung werden würde?


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