Riesenmaschine

12.03.2006 | 15:12 | Alles wird besser | Was fehlt

Download von undownloadbaren Videos


(Dieses Bild wurde vorsichtshalber entfernt und taucht wieder auf, sobald sich die Autorin oder der Autor um die Klärung der Bildrechte gekümmert hat.)
Man kennt die Problematik. Da findet man ein Video online, sagen wir mal auf youtube.com, und findet es so schön, dass man es gerne downloaden und auf der Festplatte besitzen möchte, wer weiss schon, ob das Internet morgen noch da ist! Geht aber nicht, weil es irgendwie eben nicht geht, verdammt.

Es geht aber doch. Die dezent nasenschleimfarben gehaltene, kleine Seite KeepVid.com ermöglicht den Download eingebetteter Videos. Die ersten Tests der Riesenmaschine zeigen: Ja, das Ganze funktioniert fast überhaupt gar nicht so richtig gut. Auf dem Mac. Auf dem PC aber schon, das ist nichts weniger als Apartheid. Das gespeicherte Format ist eine so genannte Flash Video Datei (.flv), die technisch gesehen für den Durchschnittsverwender etwas störrisch daherkommt. Aber da ersteinmal die Idee zählt und vor allem, dass man das Video downgeloadet hat, begrüssen wir diesen weiteren komplizierten, aber vielversprechenden Schritt in Richtung des Zieles "Freiheit für Files". (Quelle: Digglicious.com)


12.03.2006 | 05:27 | Supertiere | Alles wird besser | Vermutungen über die Welt

Die Frühjahrstiere 2006 sind da


Hier bitte dieses Insekt hindenken.

Und hier bitte diese Fellkrabbe.

Hier ausserdem diesen Wieselmaki. Danke!
Immer wenn mal wieder eine neue Studie zur Klimawandel vorliegt, ist das Gejammer gross. Bald sei es alles unumkehrbar, heisst es, und egal wo man hinschaue, überall drohen irreparable Umweltschäden. Vor allem die Tierwelt wird gern als Gradmesser genommen (mit Pilzen argumentiert natürlich mal wieder keiner), so soll es beispielsweise in absehbarer Zeit fast keine Korallen mehr geben und auch für Eisbären und Robben sieht es ganz düster aus. Panikmache! Erdacht von rückwärtsgewandten Forschern, die nur den Status Quo als ökologisches Gleichgewicht akzeptieren und nicht in angemessenen zeitlichen Massstäben zu denken im Stande sind. Als wenn die Evolution eine Entwicklung mit Endpunkt wäre, der zufällig jetzt erreicht ist, lächerlich, die Natur hat schliesslich schon ganz andere Probleme gemeistert. Man muss ihnen nur ein wenig Zeit zum Mutieren geben, dann werden sich Tiere, Pflanzen, Pilze und Protisten schon auf die neuen Bedingungen einstellen.

Und es läuft ja schon gut: Eine nach Australien verschleppte Krötenart hat in nur achtzig Jahren längere Beine entwickelt, andere Tiere lernen bereits eifrig neue Tricks und überhaupt: Wurden in den letzten Wochen nicht auffällig viele neue Arten entdeckt? Dieser blinde, weissbepelzte Krebs und diese bizarre Spinne zum Beispiel, auf Madagaskar fand man total niedliche Wieselmakis und in Neuguinea gleich eine Wundertüte voll mit neuen Fröschen, Schmetterlingen und dem Honigfresser-Vogel.

Schöne neue Tiere, mag mancher einwenden, aber die gibt es doch sicherlich schon länger und sie hatten sich halt bis jetzt erfolgreich unter irgendwelchen Steinen oder zwischen irgendwelchen Blättern versteckt. Das ist zwar nicht ganz auszuschliessen, doch bei dieser Entdeckung dürften auch Zweifler verstummen: Deutsche Forscher haben jetzt bei Labormäusen einen zweiten Thymus gefunden, und mal im Ernst, wenn irgendein Tier erforscht ist, dann ja wohl die Labormaus. Den zweiten Thymus gab es früher einfach nicht, so sieht's doch aus.

Die Evolution ist also auf einem guten Weg. Bald, wenn sie erst mal in Schwung ist, wird es dann Blogs geben, die sich ausschliesslich den neuesten Tieren widmen und keiner wird mehr an Eisbären, Gnus oder Elefanten denken. Alles wird gut.


11.03.2006 | 18:29 | Anderswo | Supertiere | Sachen kaufen

Klappsumo und Kampfkäfer

In der Klassengemeinschaft der Länder ist Russland der zweimal sitzengebliebene Riese, der als einziger schon im Stimmbruch ist, die USA sind der Bandenchef mit dem Hobby Katzen anzünden und Deutschland ist der Streber mit den Kugelschreibern in der Brusttasche, von dem in Mathe alle abschreiben. Japan ist der dickbebrillte Autist, der im Unterricht Zinnblumen lötet. Trotzdem steht Traumgirl Sabine aus der 10a irgendwie auf ihn. Und warum? Weil er auf merkwürdige Art sehr unterhaltsam ist. Diese arg bemühte Metaphernkaskade soll letztlich darüber hinwegtäuschen, dass mir keine Erklärung einfällt, weshalb soviele japanische Spielzeuge wie dieses Aufziehsumospiel im Plastikklappköfferchen Stunden und Stunden puren Spass für die ganze Familie bringen.

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Ähnlich, aber ganz anders verhält es sich mit dem weiter unten abgebildeten Spielzeug. Es sind ferngesteuerte Kampfkäfer. Ferngesteuerte Kampfkäfer! Allein in dieser Wortkonstruktion kann man sich tagelang suhlen wie in einem warmen, duftenden Schlammloch. Wir möchten also nicht nur der Firma Sega danken, die diese Käfer möglich gemacht hat, nicht ohne auch baumstammoide Fernsteuerungen dazu anzubieten, sondern wir danken dem Japaner an sich für seinen Hang zur putzigen Pfiffigkeit (was nicht unbedingt eine Wortkonstruktion zum drin suhlen ist).

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11.03.2006 | 06:10 | Alles wird schlechter | Sachen kaufen

Arme Schlucker


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In letzter Zeit wird es immer wichtiger, bestimmte Dinge einfach runterschlucken zu können. Viele Menschen haben damit grosse Probleme, und zwar nicht, weil sie störrisch und unangepasst sein wollen, sondern weil ihr Schlucksystem schlecht funktioniert: Alle Tabletten bleiben auch nach hundertfachen Schluckversuchen im Mund liegen, wo sie allmählich aufweichen und ihren oft widerwärtigen Inhalt freigeben. Wie vernagelt ist die Speiseröhre für alles, was grösser ist als die Kerne von Erdbeeren. In der Folge verbringt man viel unnütze Zeit mit Mörsern, lernt, dass manche Kapseln Pulver, andere Flüssigkeit enthalten, und teilt Obstsorten in "gut" und "hat kleine Kerne" ein. Der Leidensdruck unter den Schluckunfähigen ist gewaltig, wird man doch von zahlreichen Vergnügungen des modernen Lebens (synthetische Drogen, Empfängnisverhütung, Himbeerjoghurt) rigoros ausgeschlossen. Letztlich ist man genau schlimm dran wie andere Menschen, die auch etwas sehr sehr Wichtiges nicht können.

Jetzt bietet Amazon, wie man bei Medgadget erfährt, einen Schluckhilfebecher an, der zumindest ganz interessant aussieht. Über einen Gitterrost, auf dem zu Schluckendes plaziert wird, schwemmt man die Schluckware mit der Flüssigkeit in den Mund. Wie sie von da aus weiterkommt, bleibt dem Schluckenden immer noch selbst überlassen. Ein seltsames Konzept: Als würde man versuchen, jemandem ohne Beine Stelzen zu verkaufen, damit er besser laufen kann. Benutzer weisen zudem darauf hin, dass der Plastikbecher schlecht schmeckt, nicht von Autos überfahren werden kann und sich nicht zum Schlucken von Hühnern eignet, ernsthafte Mängel also, auf die der Hersteller offenbar nicht eingeht. Letztlich ein grausames, menschenverachtendes Produkt und überhaupt gar keine Hilfe für die armen Schluckbehinderten, die weiterhin jede Erdbeere in Wasser auflösen müssen.


10.03.2006 | 18:11 | Fakten und Figuren | Essen und Essenzielles

Durst? Grünwein!


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Mit klassischen Farbtönen wie Braun, Schwarz und Weiss liessen sich auf dem Getränkemarkt seit der Einführung von Milch, Tee, Kaffee und Cola keine grossen Erfolge mehr erzielen, ein gut verkäufliches graues Getränk ist uns bisher nicht bekannt, und die Farblosigkeit ist ein zweischneidiges Schwert. Dem kalten, klaren Wasser hat sie absatztechnisch nicht geschadet, während sich das äusserlich ununterscheidbare Crystal Pepsi als massive commercial failure erwies. Blau steht auf dem Getränkesektor für Unglück und Misserfolg, wie man schon nach dem Scheitern von Pepsi Blue (Markteinführung 2002, Marktausführung 2004) hätte wissen können, ohne 2004 die dann auch ziemlich schnell wieder aus dem Sortiment genommene Fanta Berry Blue einzuführen.

Mit Rot und Gelb kann man zwar nicht viel falsch machen; als zukunftssicherste Farbe auf dem Getränkesektor darf derzeit aber Grün gelten. Das kommt auch für die Hersteller überraschend: "Green Energy is our most popular smoothie (a surprise given it's green)", wundern sich die Erfinder eines kanadischen mit Spirulina-Algen, Weizen- und Roggengras grün gefärbten, zähflüssigen Getränks (siehe Abbildung) und empfehlen: "Just close your eyes". Auch Berliner Bars sind in letzter Zeit vermehrt mit einer Weizengraspresse versehen, mit der sich aus einem einfachen Apfelsaft ein Getränk von absinthgleicher Grünheit herstellen lässt. Im Unterschied zur Berliner Weisse wird die grüne Farbe in allen genannten Fällen nicht von Chinolingelb und Patentblau V erzeugt, sondern vom aus Zahnpasta, Funk und Fernsehen beliebten Chlorophyll. Einziger Nachteil: die chlorophyllinduzierte Grünheit hält nicht ewig, all die schönen grünen Getränke müssen deshalb entweder mit sehr viel Alkohol versetzt oder möglichst schnell hinuntergeschüttet werden, oder beides. Was zum Glück nicht schwer fällt.

Dieser Beitrag ist ein Update zu: Single Cola, Single Cask


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